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Leseprobe: Die Macht des Vampirgens

Die Macht des Vampirgens

Ich hielt in der einen Hand meine silbernen Stilettos und ließ sie hin und her schwingen und in der anderen hielt ich die Hand meiner Mutter (oder besser gesagt: Sie umklammerte meine Hand wie eine Ertrinkende einen Strohhalm). Der weiche und weiße Sand rieselte durch meine Zehen und ich genoss es. Links neben mir lief Rakesh, er ließ den Blick kaum von mir, links neben ihm ging Judy, die den Blick kaum von ihm wenden konnte. Diese Szene musste von Weitem einfach zu köstlich aussehen. Ich unterdrückte ein Schmunzeln und kurz darauf einen Aufschrei und beließ es beim Verziehen meines Gesichts, denn meine Mutter hatte gerade, da der entschiedene Teil des Strandes nun in Sicht kam, ihre Fingernägel in meine Haut gebohrt. Klar war ich ein Vampir, doch ich war erst wenige Monate alt und außerdem hieß das nicht, dass meine Haut jetzt hart wie Stein war, trotzdem musste meine Mutter echt fest zugedrückt haben, dass es mir so sehr weh tat, dass mir fast die Tränen in die Augen traten. Ich lockerte ein wenig ihren Griff und atmete tief ein, doch kurz darauf schloss sich ihre Hand wieder wie ein Schraubstock um meine, wenigstens diesmal ohne den Einsatz ihrer Fingernägel, ich seufzte tief. Doch als ich sah, wie wunderschön der Strand innerhalb weniger Stunden dekoriert worden war, musste ich lächeln. Genau das hatte ich meiner Mutter schon ewig gewünscht, nur dieses Mal war es auch der richtige Mann, mit dem sie hoffentlich (ich war überzeugt davon) bis zu ihrem Lebensende glücklich sein würde. Und bei diesem Gedanken überkam mich ein sicheres Gefühl, ich hatte plötzlich nicht mehr ein ganz so schlechtes Gewissen, weil ich für eine unbestimmte Zeit gehen würde; denn unsere Familie, die einst in Stücke gerissen worden war, schien sich nun neu zu ordnen. Bei dem Gedanken, dass meine Mutter nun wieder einen Mann hatte, den sie liebte (und er liebte sie definitiv genauso sehr, ich würde sogar sagen, er vergötterte sie fast) und bei dem sie sich ausheulen konnte, wenn wieder mal etwas nicht so lief wie sie es sich vorgestellt hatte. Und auch bei dem Gedanken an Maddie machte ich mir nun nicht mehr so große Sorgen, ich hatte sie unendlich lieb und sie war sehr wichtig in meinem Leben und auch sie brauchte mich. Doch jetzt hatte sie Robert, der bei ihr die Vaterrolle übernahm, jemand, den sie brauchte. Sie hatte ihn unheimlich gern, genauso wie er sie. Also würden sie mich weniger brauchen. Meine Mom drückte nun wieder ganz fest meine Hand und brachte mich wieder in die Realität zurück. Auch Rakesh sah mich mit seinem schiefen Lächeln von der Seite an. Ich wusste, dass er wusste, dass ich gerade in Gedanken geschwelgt hatte, alleine schon an meinem dämlichen Grinsen, welches ich immer auf den Lippen hatte, wenn ich über etwas Positives nachdachte. Ich lächelte zurück, er kannte mich mittlerweile halt einfach zu gut, und genau das gefiel mir. Er kannte mich nur zu gut, und war immer noch hier, also war das doch Beweis genug, dass er mich sehr gern haben musste, oder?
Als ich wieder einen Schritt nach vorne trat, weil wir nun fast unser Ziel erreicht hatten, wurde ich abrupt wieder zurückgerissen, ich stolperte rückwärts und Rakesh fing mich lachend auf. Ich blickte fragend meine Mutter an, was der Grund gewesen war für meinen Beinahesturz. Sie stand da wie versteinert, ihre Hand immer noch wie ein Schraubstock um meine. Es schien, als ob eine unsichtbare Mauer sie nicht durchlassen würde. Ich holte tief Luft und versuchte es auf dieselbe Weise wie ich meine Mutter fast immer dazu brachte, wieder normal zu reagieren und ihre Nerven herunterzufahren: Ich machte ihr etwas schmackhaft. Ich grinste bei dem Gedanken und gab einen Bewunderungslaut von mir: „Wow, wie wunderschön alles aussieht, die absolute Traumhochzeit, ich beneide dich so, Mom, an deiner Stelle würde ich so schnell wie möglich …“ Doch bevor ich zu Ende reden konnte, begann meine Mutter schon wie ein Honigkuchenpferd zu grinsen und riss mich nun nach vorne (Musste alles immer so ruckartig sein? Noch kann ich nicht hellsehen …) und stürzte fast schon wieder, doch diesmal hielt ich mich ohne Rakeshs Hilfe auf den Beinen. Ich drehte mich zu ihm um und bemerkte gerade noch, wie er mich anerkennend ansah. Ich schaffte es gerade noch, ihm zuzuzwinkern, dann wurde ich schon weiter nach vorne gezogen: „Nun komm endlich, Alexis, sonst komme ich noch zu meiner eigenen Hochzeit zu spät“, sagte sie voller Schwung und drängte mich. Da hatte ich ja mal wieder gute Arbeit geleistet, sagte ich zu mir und klopfte mir innerlich auf die Schulter.
Vor uns tauchten Reihen von Stühlen auf mit rosanen und blauen Schleifen. Am Ende der Reihe stand ein mit Blüten verzierter, aus weißen Ästen bestehender Pavillon. Der Pfarrer stand schon darunter und winkte uns zu. Langsam füllten sich die Stuhlreihen mit Gästen. Wir machten einen weiten Bogen drum herum, damit niemand uns sah. Mom stellte sich unter eine Palmengruppe, unter der sie nachher hervortreten würde. Mein Grandpa kam uns mit Maddie entgegen, die ein orange-rotes Kleid trug. Er küsste Mom und mich auf beide Wangen und klopfte Rakesh auf die Schulter: „Passen Sie gut auf meine Enkelin auf. Und seien Sie ja gut zu ihr.“ Dabei zwinkerte er ihm zu. Rakesh lächelte, sagte aber völlig ernst: „Selbstverständlich, Sir, das verspreche ich Ihnen.“ Mein Grandpa klopfte ihm nochmals auf die Schulter: „So ist´s recht, Junge, so ist´s recht.“ Dann wandte er sich an Mom und nahm sie in den Arm: „Ach, meine Kleine, ich bin so froh, dass du endlich den Richtigen gefunden hast und glücklich bist.“ Meine Mom nahm ihn in den Arm und drückte ihn ganz fest: „Danke, Dad“, erwiderte sie glücklich. Es versetzte mir einen kleinen Stich, als ich sah, wie Grandpa sie zum Altar führte, und ich hoffte, dass Robert das einst bei mir auch machen würde, das wäre wenigstens ein kleiner Trost. Ich wischte es weg und setzte mich mit Rakesh in die erste Reihe. Die Brautjungfern, unter anderem Moms Schwestern Judy und Sally – ich mochte Sally nicht, sie nervte und ihre Tochter Bevenie war die reinste Hölle von einem Mädchen – und zwei Freundinnen von Mom, Annabelle und Valerie, standen schon neben dem Pavillon auf einer kleinen Anhöhe. Sie hatten alle ein aprikotfarbenes Kleid an und waren in Begleitung eines Mannes, Judy von ihrem und Moms Bruder Anthony, mein Onkel sah wirklich gut aus, meine Tante Sally in Begleitung ihres Mannes Norbert, Valerie mit einem Freund von Norbert und Annabelle mit Roberts Bruder, die beiden schienen wirklich perfekt zueinanderzupassen. Robert stand schon am Altar und wartete nervös. Dann kam Mom – sie sah wunderschön aus – den Gang entlang mit meinem Grandpa am Arm, alle Köpfe fuhren zu ihr herum und Robert lächelte verliebt. Meine Mom kam am Altar an und lächelte bis über beide Ohren, ich hatte sie lange nicht mehr so glücklich gesehen. Der Pfarrer fing eine Rede an, doch ich hörte kaum zu, ich schaute die beiden nur an und fragte mich, ob Rakesh und ich auch eines Tages da oben stehen würden.
Als meine Mutter dann sagte: „Ja, ich will“, war ich genauso happy wie sie, irgendwie gab mir dieser Akt ein bisschen Hoffnung auf Normalität. Ich lächelte und applaudierte genauso wie die anderen, als der Pfarrer verkündete, dass Robert die Braut nun küssen dürfe. Rob beugte sich vor und küsste meine Mutter lang und innig, was wir alle mit heftigem Klatschen begleiteten. Ich merkte, wie Rakesh mich aufmerksam anschaute, ich lächelte ihn an. Ich sah ein Funkeln in seinen Augen und glaubte, dass er auch daran dachte, dass dies vielleicht auch eines Tag uns passieren könnte und das machte mich gleich noch fröhlicher. Alle Gäste fingen an, sich zu erheben, und die Caterer kamen, um die Stühle wegzustellen. Die Band ging auf die Bühne und das Fest begann. Alle begaben sich nun zur Tafel, jeder konnte sich setzen, wohin er wollte. Mein einziges Ziel war nur, dass Rakesh neben mir saß und meine Tante Sally, ihr Mann Norbert und deren Tochter Bevenie so weit wie möglich von mir weg saßen. Als sich alle gesetzt hatten, begannen die Reden. Die Brautjungfern meiner Mutter trugen ein Gedicht vor, welches ich nicht wiederholen werde, da es sehr schmutzig, jedoch auch sehr witzig war, also um es genau zu sagen: Den Kindern aus der Familie mussten die Ohren zugehalten werden, doch die Restlichen lachten alle. Mein Opa trug nur wenige Worte bei, wie noch einige andere. Dann standen nur noch Roberts und meine Rede aus, ich ließ ihm den Vortritt: „Also gut … ähm ja. Rachel“, er sah sie liebevoll an und sprach nur zu ihr: „Als wir uns damals in diesem Café kennenlernten, war es sofort um mich geschehen, ich wusste, ich muss dich haben, auch wenn ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht mal wusste, ob du überhaupt noch frei warst. Auf jeden Fall habe ich mich sofort in dich verliebt.“ Ich sah zu Rakesh und wusste direkt, was Robert meinte: „Ich habe nie an Liebe auf den ersten Blick oder Seelenverwandtschaft geglaubt, aber seit ich dich kenne, halte ich nichts mehr für unmöglich. So, also … um nicht alle zu langweilen, wollte ich dir nur sagen, dass ich dich über alles liebe und niemals wieder verlassen werde. Deswegen danke ich deinen Eltern, dass es dich gibt. Und zu guter Letzt bist nicht nur du in mein Leben getreten, sondern auch Madlen und Alexis, und ich werde mir die größte Mühe geben, euch ein guter Vater zu sein. Danke.“ Er lächelte in die Runde und setzte sich nun, alle applaudierten. Dann erhob ich mich und räusperte mich, ich hatte nichts einstudiert, ich wollte alles aus meinem Herzen heraus sprechen lassen: „Mom, du weißt, ich bin glücklich, wenn du glücklich bist und im Moment geht es mir wirklich gut. Ich möchte nur sagen, dass ich unheimlich froh bin und es dir so gewünscht habe, dass du so jemanden wie Robert an deiner Seite hast, und wie man sieht, hat sich der Wunsch erfüllt. Nun ja, ich wünsche euch alles Gute und Glück in eurer Ehe und ich möchte Robert danken. Denn jeder hier weiß, wie es meiner Mom ergangen ist in den letzten Jahren und jetzt seht nur, wie sie strahlt und das haben wir nur einem einzigen Menschen hier zu verdanken. Und zwar dir, Robert, du hast ihr die Lebensfreude wiedergegeben, die sie verloren hatte. Du bist der Mensch, der ihr ein neues Leben geschenkt hat. Und wenn ich jetzt ausziehen würde, wüsste ich sie in guten Händen. Dafür und dafür, dass du so ein toller Mensch und ja auch Vater bist, möchte ich dir danken. Also: Cheers und ein Hoch auf Robert und meine Mom, dass sie eine lange Zeit zusammen haben! Und jetzt wird gegessen!“ Alle erhoben die Gläser und riefen: „Ein Hoch auf Rachel und Robert, cheers!“ Dann erklang ein lautes Klirren von Gläsern und ich setzte mich, Moms und Roberts Blicke begegneten mir und beide formten ihre Münder zu einem Danke, ich lächelte sie als Antwort einfach nur an. „Das hast du toll gesagt“, flüsterte Rakesh neben mir, zog mich zu sich heran und küsste mich: „Ich bin stolz auf dich.“ Dann ließ ich von ihm ab, weil ich einen Mordshunger hatte.

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Leseprobe: Fiona – Spinnen (Band 8)

Fiona – Spinnen

„Verzeiht die Art und Weise, wie wir euch hergeholt haben. Einer Einladung wärt ihr aber vermutlich nicht gefolgt.“
Ich starre die riesige Spinne an. Das glaube ich einfach nicht! Dann werfe ich einen Blick auf Katharina. Immerhin kann ich den Kopf schon bewegen und ich spüre meinen Körper wieder. Wir sind nicht tot, wir werden nicht verwertet und wir reden mit einer Spinne. Vielmehr redet diese mit uns.
„Mein Name ist Sor. Ich bin ein Neag. Mir ist bewusst, dass euch die Umstände eures momentanen Seins seltsam anmuten dürften.“
Die Art, wie diese Spinne redet, mutet mich auch seltsam an.
„Was ist ein Neag?“, erkundige ich mich, da mir gerade nichts Besseres einfällt.
„Nun, ihr Menschen kennt unterschiedliche Hierarchiestufen, zum Beispiel des Sicherheitsdienstes. Neag ist einer der höchsten Ränge. Ich unterstehe einer der Königinnen.“
Hm. Also ein General. Logischer wäre vielleicht ein Minister, aber er hat von Hierarchie gesprochen, dazu passt das Ministeramt nicht wirklich. Ich betrachte ihn jetzt einfach als General. Immerhin, wir werden wichtig genug eingeschätzt, um zu einem General gebracht zu werden. Ganz zu schweigen von der Art der Einladung.
„Glaubst du dem auch noch?“, fragt Katharina aufgebracht. „Eine Spinne!“
„Aber eine, die mit uns spricht“, erwidere ich. „Wir wurden nicht getötet, nur bisschen gelähmt, sonst hätten wir uns wohl ein bisschen gewehrt.“
„Das ist absolut korrekt“, bestätigt Sor.
Er steht einige Meter von uns entfernt und beobachtet uns. Seine Fühler sind ausgestreckt, bewegen sich aber nicht. Wahrscheinlich könnte er sie wie eine Lanze in uns bohren, groß genug sind sie ja. Sor dürfte etwa die Größe der Spinne haben, die den Schmetterling erledigt hat.
Um uns herum ist es schwarz. Nicht wegen der Dunkelheit, sondern weil das Material, das uns umgibt, schwarz ist. Ich spüre das Material auch unter uns, es fühlt sich irgendwie weich an, ein bisschen wie Kaugummi. Gefaltet. So ungefähr muss es für eine Ameise aussehen, die sich in einen großen, zusammengeknüllten Haufen schwarzer Gaze verirrt.
Katharina mustert die Spinne, danach mich. Sie reibt sich die Handgelenke, dann setzt sie sich auf. Ich folge ihrem Beispiel. Etwas wackelig, aber es geht. Die Wirkung des Gifts lässt rasch nach. Es tut gut, den eigenen Körper wieder zu spüren.
„Wo sind wir hier?“, frage ich.
„Das ist die Tarx, ein Teil der Welt, in der die Spinnen leben. Im Übrigen ist es erstaunlich, dass es möglich war, euch ungeschützt herzubringen. Normalerweise müssen selbst die Leichen verpackt werden, um sie durch das Spinnenloch zu transportieren, sie würden sonst zersetzt. Euch ist nichts geschehen. Ihr seid beide keine gewöhnlichen Menschen.“
„Das stimmt. Aber was ist das Spinnenloch?“
„Das Spinnenloch ist überall. Es umgibt die Welt wie eine Hülle, es ist unsichtbar. Eigentlich befindet ihr euch auch jetzt darin, denn unsere Welt, unser Nest, ist überall, es ist so groß wie die Welt, doch das Spinnenloch trennt es von der Menschenwelt. Nur Spinnen und einige besondere Menschen sind in der Lage, darin ungeschützt zu überleben. Die Prex bewegen sich auch durch das Spinnenloch.“
„Die Züge unter den Bahnhöfen?“
„Genau. Ich bin überrascht, wie wenig überrascht du bist.“
Ich sehe Katharina an. „Da ist ja meine Verborgene Welt.“ Dann wende ich mich wieder an Sor. „Dort, wo ich herkomme, gibt es etwas Ähnliches. Auch dort können die Menschen es normalerweise nicht sehen.“
„Aber ihr schon?“
Ich nicke.
„Das überrascht mich nicht. Nun, ihr habt sicherlich sehr viele Fragen, die ich, eigentlich wir, euch gerne beantworten werden. Doch zuvor möchte ich euch bitten, mich an einen Ort zu begleiten, der den menschlichen Bedürfnissen angepasster ist. Dort könnt ihr euch frischmachen und von den Auswirkungen des Giftes erholen. Ich werde euch dann abholen und zu jemandem bringen, der alle eure Fragen beantworten wird.“
Ich erhebe mich, doch Katharina hält mein Handgelenk fest.
„Glaubst du ihm das ernsthaft?“, fragt sie, immer noch aufgebracht.
„Klar. Wie ich schon sagte, wir wurden nicht getötet, nur gelähmt, damit wir der etwas ungewöhnlichen Einladung folgen. Ganz ehrlich, eine sprechende Spinne, die offensichtlich weiß, was hier läuft, im Gegensatz zu allen Menschen, denen ich bisher begegnet bin, finde ich ausgesprochen spannend. Im Moment habe ich nicht das Gefühl, wir befänden uns in Gefahr. Komm jetzt.“ Ich ziehe sie auf die Füße, was sie widerstandslos geschehen lässt.
Sor dreht sich um, indem er Decke und Boden miteinander vertauscht. Cool. Da wir aber solche Kunststücke nicht beherrschen, folgen wir ihm auf dem bisherigen Boden, der vermutlich auch der echte Boden sein dürfte. Falls es so was hier gibt. Weiß ja schließlich immer noch nicht, wo die Gravitation eigentlich herkommt.
Katharina hält meine Hand fest. Wogegen ich absolut nichts habe. Trotzdem fühlt es sich irgendwie ungewohnt hat. Katharina ist nicht gerade ängstlich, doch die momentane Situation beeindruckt sie. Das mag auch mit ihren fehlenden Erinnerungen zu tun haben, schließlich hat sie früher sogar Drachen gesehen.
Nachdem wir eine Weile hinter der Spinne hertrotten, ohne auch nur die geringste Ahnung zu haben, wo wir sind und ohne eine Chance, den Weg zurück zu finden, erreichen wir eine Tür.
Eine. Tür.
Was zum Teufel …?
Sor drückt mit einem der Beine oder was auch immer einen Knopf, woraufhin die Tür sich öffnet und den Blick auf einen Korridor offenbart. Sieht aus wie in einem Hotel der Preisklasse, die ich als CEO zu nutzen pflegte.
Hm.
„Da drin findet ihr Appartements. Derzeit sind alle unbesetzt, ihr habt also die freie Auswahl. In etwa einer Rul lasse ich euch holen, bis dahin wünsche ich euch einen angenehmen Aufenthalt. Es sollte alles vorhanden sein, was ihr benötigt. Sollte wider Erwarten etwas fehlen, seid bitte so frei und benachrichtigt uns über das Telefon, wir sorgen dann umgehend für Abhilfe.“
Damit entfernt er sich und lässt zwei Blondinen zurück, die ihm mit offenen Mündern hinterher starren.
„Wow!“, sage ich. „Einfach nur krass!“
„Einfach nur was?“ Katharina sieht mich völlig verwirrt an. „Überhaupt, verstehst du das?“
„Nein, nicht im Geringsten. Komm, wir sehen uns das Appartement mit Telefon an. Mit Telefon!“
„Was ist das?“
Statt einer Antwort betrete ich den Korridor und öffne die nächstbeste Tür. Katharina folgt mir hastig. Hinter ihr schließt sich die Tür. Ich gehe zurück und suche einen ähnlichen Knopf wie draußen. Den gibt es auch, und als ich ihn berühre, gleitet die Tür wieder auf. Ich strecke den Kopf hinaus, doch da ist nur der leere … äh, ja, was? Korridor? Gang? Keine Ahnung. Jedenfalls das, durch das wir gekommen sind. Offenbar sind wir keine Gefangene.
Das Appartement ist die nächste Überraschung. Nicht nur der Korridor entspricht der Preisklasse eines Adlons, sondern auch das Appartement. Besser gesagt, die Suite. Und zwar nicht die Junior Suite.
„Okaaay …“ Ich deute auf eine gediegene Kommode. „Da steht übrigens das Telefon.“
„Wozu ist das gut?“
Wir gehen dorthin und sehen uns das klassische Modell an. Mit Wählscheibe und Leitung. Hallo? Wo sind wir denn hier gelandet? Am Ende waren die letzten fünf Jahre nur ein bescheuerter Traum? Oder ein Drogentrip? Welche Droge verursacht denn so was?
„Damit kann man mit jemandem sprechen, der ganz woanders ist.“ Ich nehme den Hörer und reiche ihn der Staunenden. „Das hier ist die Sprechmuschel, die hältst du vor den Mund. Und das andere Ende ans Ohr.“
Katharina tut es, dann reicht sie ihn mir hastig. „Da spricht jemand!“
Ich nehme den Hörer.
„Hier ist der Zimmerservice. Was kann ich für Sie tun?“
„Oh, ich wollte nur wissen, ob das Telefon funktioniert. Entschuldigung.“
„Keine Ursache, dafür sind wir ja da.“
Ich starre das Telefon an. „Okay, das ist selbst für meine Verhältnisse ungewöhnlich.“
Katharina zuckt die Achseln und schlendert zu einer Tür. Dann schreit sie auf: „Eine Dusche!“
Tatsächlich ist es ein Badezimmer, und darin gibt es auch eine Dusche. Die der Dusche im Zug sehr ähnlich sieht. Als ob derselbe Architekt sich auch hier ausgetobt hätte. Eigentlich nicht erstaunlich, denn die Worte des Spinnengenerals ließen es ja bereits vermuten, dass die Spinnen auch mit den Expresszügen zu tun haben. Prex, oder wie sie heißen.
Prex da, Tarx hier. Lustige Namen.
Katharina zieht sich aus und geht in die Dusche. Kann ich gut verstehen, die letzten Stunden waren schweißtreibend. Und der Gestank der Leichen ist auch noch zu spüren.
„Ich nehme an, du verprügelst mich, wenn ich versuche, mit dir zusammen zu duschen.“
Katharina sieht mich nachdenklich an. Schließlich nickt sie.
Hm. Da musste sie aber lange überlegen. Eigentlich ein gutes Zeichen.
Als ich mich umdrehe und rausgehen will, fragt sie plötzlich: „Zeigst du es mir?“
„Was?“
„Wie man sich da unten rasiert?“
Ich fahre herum. „Wieso willst du dich rasieren?“
„Das ist meine Sache.“
Was soll ich davon denn halten? Und überhaupt, wie soll ich ihr das denn zeigen?
„Am besten wäre ein Nassrasierer, aber ich sehe hier keinen. Nur den.“ Ich halte ein Rasiergerät hoch. Von der Form her könnte das hinkommen. Ob es in der Dusche auch funktioniert, weiß ich nicht. Versuchsweise halte ich es eingeschaltet im Waschbecken unter den Wasserstrahl. Schlimmstenfalls sterbe ich mal eben, das wäre hilfreich, damit ich nicht mehr auslaufe.
Leider ist mir nicht einmal das vergönnt.
Ich bringe Katharina das Rasiergerät. Sie nimmt es durch die geöffnete Tür an
„Einfach die Haare damit abmachen. Bisschen Geduld ist nötig, aber nicht aufgeben. Du schaffst das schon.“
Dann verlasse ich fluchtartig das Badezimmer. Die Berührung von Katharinas Hand beim Überreichen, ihre Nähe, der Duft ihrer Haut, das ist mir definitiv zu viel. Sie muss eine Sadistin sein.
Ich schau mir die Suite an und finde eine kleine Küche mit Mikrowelle. Der Kühlschrank ist voll, auf einem Tisch steht ein Korb mit Obst.
Mit Obst???
Okay, keine Bananen und so, aber Früchte. Hiesige Früchte. Trotzdem.
Ich kaue gerade auf etwas herum, was mich am ehesten an einen Apfel erinnert, als Katharina nass aus dem Bad kommt.
„Ist das so … okay?“
Auf meinen fragenden Blick hin deutet sie zwischen ihre Beine.
Ich atme tief durch.
„Ja. Hör zu, Katharina. Mach das nicht. Entweder ich darf dich küssen, und zwar überall, oder zieh dich an!“
Sie sieht mich wieder so nachdenklich an, dann holt sie sich einen Bademantel. Der ist zwar recht kurz, aber dafür kann sie ja nichts. Und er ist immer noch länger als damals meiner, an jenem denkwürdigen Tag, als ich meine Mutter, und nicht nur die, gleich mehrfach schockiert hatte.
„Dann gehe ich jetzt duschen“, verkünde ich und setze es direkt in die Tat um.
Allerdings schließe ich die Tür ab. Wenn ich nicht etwas unternehme, werde ich wahnsinnig. Wie es aussieht, bleibt mir nur die gute, alte Handarbeit. Und dabei ist es mir scheißegal, ob Katharina was hört.

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Leseprobe: Fiona – Spinnen (Band 8)

Fiona – Spinnen

Ich hole mir einen zweiten Drink, den gleichen, und setze mich in der Nähe an einen hohen Bistrotisch. Von hier aus kann ich die beiden unauffällig beobachten.
Der Schlanke scheint recht jung zu sein, aber ranghöher. Er hat keine Damenbegleitung, und die paar Mädchen, die versuchen, daran etwas zu ändern, blitzen gnadenlos ab. Scheiße, hoffentlich ist er nicht schwul. Nach einigen Minuten bin ich mir sicher, dass er auf Frauen steht. Anscheinend ist nur nichts dabei, was sein Interesse erregt.
Einmal kreuzen sich unsere Blicke. Ich halte seinen kurz fest, dann wende ich mich ab. Er hat grüne Augen und er hat mich länger angesehen als jede andere Frau vorher.
Sehr gut.
Mein Gefühl sagt mir, dass ich dennoch abblitzen würde, wenn ich einfach auf ihn zugehe. Ich habe also ungefähr zwei Möglichkeiten:
Entweder ziehe ich mich aus, werfe mich nackt auf ihn und blase ihm einen.
Oder ich sorge dafür, dass er mich unbedingt kennenlernen will.
Letzteres gefällt mir besser. Nicht einmal hauptsächlich wegen der Nacktheit. Ihm öffentlich einen zu blasen, wäre nicht angenehm, aber auch nicht völlig neu für mich, wenn ich an manche Party denke, so vor fünfzehn Jahren, nachdem Phil gestorben war.
Mir gefällt aber vor allem die Idee, dass er mich kennenlernen will. Ich hasse es einfach, wenn nicht ich die Kontrolle habe, und wenn nicht das geschieht, was ich will. Und jetzt, wo ich nicht bloß eine Prinzessin, sondern sogar eine Königin bin, kann ich mir das ja wohl erlauben.
Ich muss bei diesem Gedanken grinsen, so bescheuert ist er eigentlich. Das ändert aber nichts daran, dass es psychologisch geschickt sein könnte, ihn neugierig zu machen.
Ich gleite von meinem Hocker, marschiere auf einen der jungen Männer mit Waffe zu und rempele ihn an. Er wendet sich kopfschüttelnd ab, doch so leicht entkommt er mir nicht.
„Hast du keine Augen im Kopf, du Arschloch?“, fahre ich ihn an.
Endlich habe ich seine Aufmerksamkeit. Er mustert mich vom Kopf bis Fuß.
„Was ist dein Problem, Kleines?“
„Du hast mich angerempelt! Oder sollte das eine dämliche Anmache sein?“
Auf seinem Gesicht erscheint ein breites Grinsen. „Sorry, du bist nicht mein Typ. Kannst also deine Titten einpacken.“
Okay, die linke hängt fast raus, aber das kommt vom Rempler, war nicht so beabsichtigt. Hat aber Vorteile.
„Sag mal, hast du dir heute vorgenommen, ein Mädchen in den Selbstmord zu treiben, oder was? Kannst du dich wenigstens mal entschuldigen?“
Wieder Kopfschütteln, dann: „Verpiss dich einfach, am besten ganz aus dem Lokal, okay? Sonst lasse ich dich hinauswerfen.“
„Du willst mich hinauswerfen lassen, du Zwerg? Dass ich nicht lache.“
Ich weiß nicht, was genau ihn triggert. Es sieht aber danach aus, als möchte er nicht Zwerg genannt werden. Groß ist er ja echt nicht. Jedenfalls packt er mich an den Schultern. Dann bricht er aufstöhnend zusammen, als mein Knie sehr zielgerichtet und wohldosiert seinen Schwanz und das Drumherum für einige Zeit zu einer Schmerzquelle macht.
Spätestens jetzt habe ich die Aufmerksamkeit für mich. Und seine Kollegen am Hals. Ich merke schnell, dass sie ausgebildete Nahkämpfer sind. Allerdings haben sie definitiv keine Erfahrung mit Kriegerinnen.
Oder doch? Drei von ihnen liegen verteilt auf dem Boden, als ich von einem Stromschlag getroffen werde. Im nächsten Augenblick nehme ich die Kabel wahr, die an meiner Seite hängen.
Taser.
Scheiße.
Das bringt mich ein wenig aus dem Takt. Schließlich wurde ich bislang eher selten mit einem Taser traktiert. Die Koordinationsfähigkeit und das Gleichgewicht leiden darunter, sodass ich mich auf dem Boden wiederfinde.
Die Stromstöße hören auf. Vermutlich wäre ein normaler Mensch jetzt für länger ruhiggestellt. Aber normal bin ich ja sowieso nicht. Für einen Moment halte ich still und erwecke bewusst den Anschein, zu keiner kontrollierten Bewegung mehr fähig zu sein, nur um dann blitzschnell die Fäden von mir zu reißen und aufzuspringen.
Die Waffen, die auf mich gerichtet sind, haben aber nichts mit Tasern zu tun. Sie verschicken Kugeln.
Ich atme tief durch und hebe die Hände. Aus den Augenwinkeln sehe ich, dass auch die beiden Männer und die Schwarzhaarige die Szene beobachten.
„Das reicht jetzt“, sagt einer von denen, die bewaffnet sind. „Du bist ja völlig durchgeknallt. Schmeißt sie raus!“
„Halt!“
Wir sehen alle den Schlanken an, der nun eine Hand hebt und mir zuwinkt „Sie soll herkommen. Und bringt mir ihre Tasche!“
Oh, hat er mich etwa beobachtet? Ein gutes Zeichen.
Der Mann, der gerade gesprochen hat, deutet mit der Waffe eine Bewegung an, während ein anderer die Tasche holt. Ich gehe auf die kleine Gruppe zu, die im Halbkreis um einen niedrigen Bistrotisch sitzt.
Der Schlanke sieht aus der Nähe ganz sympathisch aus. Er macht den Eindruck, als wäre er das Nachdenken gewohnt. Zugleich strahlt er eine Selbstsicherheit aus, die mächtige Leute oft haben. Ich kenne das gut. Oft gesehen, als ich noch CEO war. Selbst selten durchscheinen lassen, schon allein, weil ich als Frau mich anders verhalten wollte, gerade eben kein besserer Mann sein wollte. Aber wenn es nötig war, konnte ich es auch, so wirken.
Jetzt signalisiere ich Unabhängigkeit, Furchtlosigkeit, ein ganz klein wenig auch Trotz.
Der Schlanke nimmt meine Tasche und sieht sich den Inhalt an. Klar findet er das Schwert und zieht es staunend heraus. Er betrachtet den Griff, entblößt die Klinge und lässt sie durch die Luft sirren, beobachtet von den Gästen. Dann nickt er.
„Das ist keine alltägliche Waffe und eine ausgezeichnete Arbeit. Wo hast du sie geklaut?“
„Sie gehört mir.“ Habe ich das nicht vor wenigen Tagen auch schon gesagt? Ist es wirklich erst wenige Tage her?
„Tatsächlich?“
Ich nicke.
Er reicht mir das Schwert. Das ist mutig. Aber aus meinem Verhalten wird er wissen, ob ich die Wahrheit sage. Wenn ich das Schwert nur geklaut habe, kann ich wahrscheinlich nicht gut genug damit umgehen, um ihn zu verletzen. Und wenn es mir wirklich gehört, dann verwende ich es nicht gegen ihn.
Gar nicht so blöd, der Typ.
Ich umfasse den vertrauten Griff und lasse die Klinge einige Figuren in der Luft beschreiben. Wichtig ist mir vor allem, dass er sieht, wie der Griff an meine Hand angepasst ist. Dass das ganze Schwert für mich maßgeschneidert wurde. Und auch, dass ich damit umgehen kann.
„Du sagst die Wahrheit, das Schwert wurde sogar für dich geschmiedet.“
Ich nicke erneut. Er reicht mir die Scheide, ich schiebe die Klinge hinein und lege das Schwert in die Tasche.
„Was genau machst du hier eigentlich?“, fragt er. Dabei sitzt er immer noch genau so da wie zu Beginn der Prügelei. Die Beine übereinander geschlagen, die ausgebreiteten Arme liegen auf der gepolsterten Lehne der Rundbank.
„Ich suche einen Job.“
„Einen Job? Als was?“
Ich zucke die Achseln. „Bodyguard? Deine Jungs sind ja nicht besonders gut darin.“
Ich merke, dass seine Jungs das gar nicht gut finden. Auch die Miene des Mannes neben ihm verdüstert sich. Der Schlanke winkt grinsend ab.
„Okay, du kämpfst ziemlich gut. Und dass du nach dem Taser sofort wieder aufstehen konntest, das ist beeindruckend. Wie heißt du?“
„Fiona. Und du?“
„Ich bin Loiker Maruka, der finstere Kerl neben mir heißt Karui Masaka, seine Freundin Carli. Mein Großvater ist der Chef des Sicherheitsdienstes von Lomas.“
Ups. Und seine Leute habe ich gerade ein wenig … gedemütigt. Eigentlich sollte ich lernen, meine Klappe zu halten. Aber das wäre dann langweilig.
„Ich nehme an, ihr habt dann immer mal offene Stellen“, bemerke ich betont leichthin.
„Ja, haben wir. Aber keine, die zu deinen Fähigkeiten passt. Ich möchte, dass du mich begleitest.“
„Wohin?“, frage ich misstrauisch. In diesem Moment interessiert mich der Job mehr als er selbst, denn er könnte die Möglichkeit bieten, unauffällig diese Welt kennenzulernen und sogar nach Katharina zu suchen. Eine Nacht mit ihm hingegen ist eben nur eine Nacht.
„Das wirst du dann sehen. Oder hast du Angst?“
Ich überlege blitzschnell. Wenn ich ihn jetzt zurückweise, habe ich möglicherweise gar nichts, wenn ich mitgehe, im allerbesten Fall die Nacht mit ihm und den Job. Zumindest aber die Nacht mit ihm und einen wertvollen Kontakt. Im Grunde kann ich nur gewinnen, wenn ich zustimme.
„Ich habe vor niemandem Angst“, erwidere ich trotzig. Anscheinend mag er dieses Verhalten. Soll er haben.
„Gut. Karui, du kannst bezahlen. Deine Leute können hier bleiben und sich amüsieren. Im Moment brauche ich sie nicht.“
Der Dunkelblonde nickt, wirft mir einen wütenden Blick zu und geht zur Bar. Loiker erhebt sich. Er ist etwa so groß wie Askan war, nur deutlich schlanker. Seine Bewegungen verraten, dass er Sport treibt. Eigentlich sieht er ganz gut aus, auch wenn er ein wenig zu jung für mich ist. Wie alt mag er sein? Ich schätze den Altersunterschied auf zehn Jahre. Das ist nicht wirklich viel, aber zwischen dem Entwicklungsstand eines Zwanzigjährigen und einer Dreißigjährigen liegen normalerweise Welten. Von meinen ganz persönlichen Erfahrungen ganz zu schweigen.
Ich folge ihm und werfe dabei einen nachdenklichen Blick auf seine Leute. Sie wirken nicht wirklich begeistert. Wir werden eher keine Freunde.
Scheiß drauf.
Draußen warten wir auf Karui. Carli ist mit uns gekommen. Die Schwarzhaarige verrät nicht, was sie von der Sache hält. Sie bietet mir Zigaretten aus einem silberfarbenen Etui an.
Mir stockt der Atem. Während der ganzen Zeit im Mittelalter habe ich nicht geraucht, also geschätzt seit fast fünf Jahren. Mehr oder weniger. Zum ersten Mal sehe ich in diesem Universum überhaupt eine Zigarette.
„Rauchst du nicht?“, erkundigt sich Carli.
„Doch“, erwidere ich und nehme mir eine. Sie gibt mir Feuer.
Ich atme den Rauch tief ein. Loiker beobachtet mich amüsiert. Er scheint Nichtraucher zu sein, macht aber nicht den Eindruck, als würde es ihn stören, wenn in seiner Gegenwart geraucht wird.
Endlich kommt auch Karui und wir begeben uns zu den Bomos. Da bin ich ja mal gespannt, was das wird.