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Leseprobe: Die Alchimar – Start ins Leben

Start ins Leben

Den ganzen Tag grübelte Maja darüber nach, ob der Besuch von Salomir nun Traum oder Wirklichkeit gewesen war. Sie kam zu keinem Ergebnis und beschloss, einfach die Nacht abzuwarten. Spätestens bei Einbruch der Dunkelheit würde sie Gewissheit bekommen.
Vorsorglich trug Maja an diesem Abend einen gelben Schlafanzug, man konnte ja nie wissen was passierte und im Nachthemd wollte sie nicht auf Reisen gehen. Aufgeregt kuschelte sie sich in ihre Kissen, fest entschlossen, wach zu bleiben und abzuwarten. Irgendwann in der Nacht erwachte sie durch ein sanftes Rütteln an der Schulter. Verschlafen öffnete sie die Augen und sah Salomirs fast schon vertrautes Gesicht direkt über sich in der Dunkelheit schweben. »Es ist Zeit zu gehen.« Mit einem Ruck hob Salomir das kleine Mädchen aus dem Bett und stellte es auf die Füße.
Völlig überrumpelt drehte Maja sich zu ihrem Bett um und erschrak. Ihr Körper lag noch immer warm und sicher eingekuschelt zwischen den Laken. Fragend blickte sie sich nach Salomir um. Doch der lächelte nur nichtssagend und griff nach ihrer Hand. »Bist du bereit?«
Ohne eine Antwort abzuwarten, schloss Salomir die Augen. Fasziniert beobachtet Maja, wie die Luft um sie herum zu flimmern begann. Als dann aber ihr ganzer Körper anfing zu vibrieren und wie ein Blatt im Wind zitterte, wurde ihr mulmig und ängstlich klammerte sie sich fester an Salomirs Hand. Unsicher schaute sie zu ihm auf, konnte sein Gesicht aber kaum noch erkennen.
Es schien so, als würden seine Züge wie warmes Wachs zer-
laufen, begleitet von einem Strahlen, das von Sekunde zu Sekunde greller wurde. Geblendet schloss Maja die Augen, sie konnte sich nicht erklären, was mit ihr geschah. Um sie herum schien sich alles zu drehen und ihr wurde leicht übel von den Vibrationen, die durch ihren Körper schossen.
Kaum hatte Maja die Augen geschlossen, spürte sie, wie ihr Bauch sich wieder beruhigte. Sie fühlte sich seltsam leicht und losgelöst von allem, ein Zustand den sie kaum hätte beschreiben können, nicht vergleichbar mit irgend etwas, das sie kannte. Das Rauschen um sie herum verebbte allmählich und auch die Helligkeit ließ ein wenig nach. »Wir sind angekommen.« Salomirs Stimme schien wieder direkt aus ihr selbst zu kommen, wie schon am Abend zuvor hatte Maja das Gefühl, er würde direkt in ihrem Kopf sitzen. Vorsichtig öffnete das kleine Mädchen die Augen. Der letzte Rest ihrer Angst verflog endgültig, während sie sich begeistert umsah. Sie standen auf einer Wiese, deren Gras grüner und saftiger war als alles, was Maja bisher gesehen hatte.
Um sie herum standen riesige Bäume, deren buntes Laub leise raschelte, obwohl kein Windhauch zu spüren war. Ausgelassen begann Maja, sich um sich selbst zu drehen, rannte hierhin und dorthin, wie ein junges Fohlen. Sie wollte alles sehen, nichts verpassen und dieses völlig neue Gefühl der Freiheit voll auskosten. Amüsiert ließ Salomir sie gewähren. Diese Begeisterungsfähigkeit hatte sie schon immer gehabt. Sie ist und bleibt einfach ein Naturkind, das hat niemand auslöschen können, dachte er, bevor er Maja zur Ordnung rief. »Wir müssen los, die Einweihung wird gleich beginnen.« Unwillig kehrte Maja zu ihm zurück, aber lange schmollen konnte sie bei all der Schönheit um sie herum nicht. Begierig alle Eindrücke in sich aufsaugend, wie ein kleiner Schwamm, lief sie neben Salomir her. Wobei Maja das Gefühl hatte, als würde sie nicht wirklich laufen.
Vielmehr glaubte sie zu schweben. Obwohl es stellenweise leicht bergauf ging, spürte sie keinerlei Anstrengung. Sie fühlte sich leicht wie eine Feder, völlig losgelöst von allem Irdischen. Maja hätte diesen Zustand nicht in Worte fassen können, so ungewohnt und doch wunderschön. Sie folgten einem schmalen, geschwungenen Sandweg, der glitzerte, als bestünde er aus Tausenden von kleinen Diamanten. Links und rechts säumten knorrige alte Bäume den Weg, dazwischen wuchsen die unterschiedlichsten Blumen, die in allen nur erdenklichen Farben leuchteten. Dann machte der Weg einen Knick nach links und wie vom Donner gerührt blieb Maja stehen.
Ehrfürchtig starrte sie auf einen Palast, der durch und durch strahlte, als ob er aus Licht erbaut wäre. »Das ist wunderschön!« Mit großen Augen und offenem Mund stand Maja da und betrachtete das Gebäude. Auch Salomir spürte, wie Bewunderung und Demut in ihm aufstiegen. Er war schon oft hier gewesen, aber dieses prachtvolle Bauwerk hatte immer wieder seine ganz eigene Wirkung auf ihn. »Das ist die Akademie der Alchimar«, erklärte er Maja, die den Blick nicht von dem Gebäude abwenden konnte.

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Leseprobe: Die Legende von Sarah und Thomas: Die Prinzessin, die ihre Eltern tötete

Die Legende von Sarah und Thomas (Band 1)

Es wurde schlagartig still. Nach einem Moment waren dann die Atemzüge von zwei Menschen zu hören. Thomas setzte sich auf und blickte Sarah an, die mit weit aufgerissenen Augen zurückschaute.
„Wir haben unsere Welt verlassen, Thomas!“
„Unsere Entscheidung.“
Sarah nickte und erhob sich. Sie sah sich um. Um sie herum blanker, geschliffener Stein. Steinboden, Steinwände und Steinstufen, nach unten wie nach oben. Aus einer unsichtbaren Quelle drang indirektes Licht. Die Stufen führten um eine Säule in der Mitte, so wie eine Schlange sich um einen Stab windet.
„Dargk hat gesagt, geht drei Türen weiter. Aber von welcher Tür aus gezählt?“ Thomas kratzte sich am Kopf. „Ich vermute mal, er meinte die vierte Tür von dieser aus betrachtet.“
„Und wenn nicht?“
Er zuckte die Achseln. „Du hast selbst gesagt, Söldner gibt es überall.“
„Das ist ein sehr schwacher Trost. Dargk wird uns nicht ohne Grund an diese eine Tür verwiesen haben.“
„Er tut wohl nichts ohne Grund. Nun, gehen wir!“
„Warte!“ Sarah starrte die Stelle an, wo vormals die Tür gewesen war, durch die sie gekommen waren. Stattdessen war dort jetzt das zu sehen, was Dargk den Gang zu Gott genannt hatte. Sarah trat fasziniert darauf zu.
„Was tust du da, Sarah?“
„Der Weg zu Gott“, flüsterte sie.
„Eher zum Rattenfutter“, erwiderte Thomas. Er legte eine Hand auf ihre Schulter. „Mach keinen Unsinn. Ich müsste dir folgen.“
Mit Tränen in den Augen wandte sie sich ab und ging die Treppe hoch. Nach endlos lang scheinenden Minuten oder Stunden erreichten sie die erste Tür.
„Wie viele Jahre haben wir jetzt?“, fragte Thomas stöhnend.
„Das spielt keine Rolle, Thomas. Wichtig ist nur, dass wir die dritte echte Tür nehmen!“
Er nickte. Sie hatte natürlich recht. Die nächste Tür war unpassierbar. Sie blickten erneut in den Gang zu Gott. Wieder blieb Sarah fasziniert stehen, und bevor Thomas reagieren konnte, streckte sie ihre Hand aus. Sie fühlte mehr, als sie sah, wie etwas sich in Bewegung setzte, und riss ihre Hand zurück. Sie spürte die Berührung durch die Lamellenklingen, die für einen Augenblick die Sicht auf den Gang versperrten. Dann sah sie die Spitze ihres Mittelfingers an, wo ein roter Blutstropfen erschien.
„Das war knapp“, stellte sie ruhig fest.
„Sarah!“
„Es ist alles gut, Thomas. Lass uns weitergehen.“ Wie in Trance setzte sie ihren Fuß auf die erste Stufe zur nächsten Etage. „Es ist ja nichts passiert.“
Kopfschüttelnd folgte er ihr. „Nichts ist gut. Wir laufen seit Stunden eine Treppe nach oben und sind irgendwo außerhalb der Zeit. Wenn das alles überhaupt stimmt!“
Sarah blieb stehen. „Warum sollte es nicht stimmen?“
„Glaubst du ihm denn diesen ganzen Blödsinn?“
Sie hielt ihm ihren blutigen Mittelfinger hin. „Und das Blut?“
„Eine geschickt konstruierte Falle.“
Sie zuckte die Achseln. „Und wozu? Glaubst du nicht, dass sie uns problemlos töten könnten, wenn sie wollten? Wozu dieser Aufwand?“
„Ich weiß es nicht, meine Liebe. Ich weiß nur, dass ich nicht verstehe, wo wir sind. Und was wir hier tun!“
„Das geht mir doch auch nicht anders.“ Sarah setzte sich auf die Stufen und vergrub ihr Gesicht in den Händen. „Thomas! Was von den Ereignissen der letzten Wochen ist zu verstehen? Meine Eltern sind tot! Unsere Freunde sind tot! Wir wurden gekreuzigt! Also, welchen Teil verstehst du?“
Thomas setzte sich neben sie. Er schwieg.
„Wir haben keine Wahl, auch wenn es manchmal anders aussieht“, stellte Sarah verbittert fest. „Eine logische Kette von Ereignissen hat dazu geführt, dass wir hier sitzen. Glaubst du ernsthaft, wir können diese Kette unterbrechen?“
Er schüttelte den Kopf und schwieg.
„Wir wurden gekreuzigt und haben überlebt. Es mag Zufall sein, und vielleicht war es auch der Wille meiner Großmutter und der Katharinas. Aber vielleicht war es auch der Wille Gottes, damit wir in diesem verdammten Turm in die Zukunft gehen.“
„Warum?“
„Ich habe keine Ahnung. Wenn ich Gott verstehen könnte, meinst du, ich säße dann hier?“
„Sarah, es kann keinen Gott geben!“
„Nicht? Ist es dir nicht Beweis genug, dass wir hier sitzen?“
„Was beweist diese Treppe denn?“
„Und der Gang zu Gott?“
„Gang zu Gott?“ Thomas lachte. „Der Gang zu Rattenfutter, alles andere ist nur eine Behauptung.“
„Ich wollte es testen!“
„Wie du den Ratten schmeckst?“
„Du bist zynisch.“
„Ich bin zynisch?“, wiederholte Thomas fassungslos. „Ich? Wer hat denn die Hand in diesen Gang gesteckt? Tut mir leid, Sarah, aber das ist zynisch. Nicht zynisch wäre es gewesen, da durchzugehen. Das wäre zwar sehr traurig gewesen, was mich betrifft, für dich vielleicht auch schmerzhaft, aber es wäre ehrlich gewesen. Nur die Hand auszustrecken und dann einen Blutstropfen anzustarren, das ist für mich zynisch.“
„Aha.“ Sarah sprang auf und lief die Stufen hoch. Thomas folgte ihr seufzend.
„Was ist denn jetzt schon wieder? Habe ich etwa unrecht?“
„Nein, hast du nicht!“, schrie Sarah zurück. „Aber darum geht es gar nicht! Es ist unwichtig, ob du recht hast oder nicht!“
„Und was ist dann wichtig?“
Thomas holte keuchend die flüchtende Sarah ein und hielt sie am Arm fest. „Was? Warum sind wir hier? Gibt es dafür wirklich einen Grund?“
Sarah blieb stehen und sah ihn an. Ihr Gesicht war nass von den Tränen. „Der Grund ist, dass wir unsere Eltern umgebracht haben. Hast du das schon vergessen?“
„Nein.“ Er ließ sie los. „Nein, das werde ich niemals vergessen.“
„Dann können wir ja jetzt weiter, oder?“
Thomas nickte. Er warf einen Blick zurück. Nichts als Stufen. Genau wie vor ihnen. Er atmete tief durch und folgte Sarah.

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Leseprobe: Die Alchimar – Gelebtes Leben

Gelebtes Leben

Mit geschlossenen Augen trieb Maja im Wasser dahin, spürte, wie sie immer tiefer sank. Die Vorfreude auf das Wiedersehen mit ihren Freunden ließ ihr Herz einen Takt höher schlagen und in ihrem Kopf wirbelten tausend Bilder und Gedanken durcheinander. Doch Maja beachtete sie nicht. Sie genoss das Wasser, das ihren Körper umschmeichelte und registrierte nur am Rande, dass es um sie herum immer heller wurde. Je tiefer sie in die Quelle hinabtauchte, desto greller wurde das Licht, auf das sie zusteuerte. Träge öffnete Maja die Augen. Um sie herum schimmerte das Wasser in allen erdenklichen Farben. Fast wirkte es so, als würde das Sonnenlicht sich in den einzelnen Wassertropfen brechen. Doch sie wusste, das war unmöglich, hier in der Tiefe hatten die Sonnenstrahlen keine Chance. Fasziniert beobachtete sie das Farbenspiel um sich herum, fuhr mit weit geöffneten Händen durch das Wasser und sah, wie die Farben durcheinander wirbelten. Sie lachte laut auf. Aus ihrem Mund strömten Hunderte kleiner Luftbläschen, die sich auf den Weg zur Wasseroberfläche machten. Erschrocken schloss sie den Mund und hielt die Luft wieder an.
Immer schneller flossen die Farben um sie herum nun ineinander und beinahe wäre ihr schwindelig von dem Schauspiel geworden. Verwundert bemerkte sie, dass ihr Körper, wie von einer unsichtbaren Kraft gezogen, in immer rasanter werdendem Tempo im Wasser dahinglitt. Je schneller sie wurde, desto mehr verblassten die einzelnen Farben um sie herum. Schließlich vereinigten sie sich zu einem grellen silbernen Schein, der sie vollständig umhüllte. Geblendet schloss Maja die Augen.
Plötzlich spürte sie einen sanften Gegenstrom, der ihre Geschwindigkeit verringerte. Für einen kurzen Moment fühlte es sich an, als wäre sie zwischen zwei Wasserwirbel geraten. Der Druck von beiden Seiten sorgte dafür, dass sie für wenige Sekunden still im Wasser stand. Unbewusst rollte Maja sich zusammen und schlang die Arme um die Beine, um möglichst wenig Fläche zu bieten. Doch bevor sie sich ernsthaft unwohl hätte fühlen können, ließ der Druck auch schon nach, und sie spürte, wie sie nun in die andere Richtung trieb. Sie wurde nicht mehr in die Tiefe gezogen, sondern vielmehr von den Wassermassen sanft nach oben gedrückt. Sie hatte soeben die Grenze zur Oberen Welt überschritten. Ein Lächeln machte sich auf ihrem Gesicht breit und sie hob den Kopf, um einen Blick zu riskieren. Das Licht um sie herum war schwächer geworden, über ihr wirkte das Wasser nun tiefblau, und ganz weit in der Ferne schimmerte ein kleiner heller Punkt, der immer größer wurde, je näher sie ihm kam. Sie überlegte, ob sie schwimmen sollte, anstatt sich nur treiben zu lassen, um die Oberfläche schneller zu erreichen, doch sie fühlte sich angenehm träge und genoss diesen langsamen Aufstieg. Er ließ ihr noch ein wenig mehr Zeit, um sich auf das, was sie gleich in der Oberen Welt erwarten würde, vorzubereiten. Gleich bin ich zu Hause, schoss es ihr durch den Kopf, und sie schloss noch ein letztes Mal die Augen, um die Stille um sich herum in sich aufzunehmen.
Ein kühler Lufthauch, der durch ihr nasses Haar fuhr, signalisierte ihr, dass sie die Wasseroberfläche durchbrochen hatte. Neugierig hob sie den Kopf und öffnete die Augen. Sie befand sich in einer großen Höhle, die in gedämpftes Licht getaucht war, welches von kleinen Fackeln kam, die überall an den schroffen Felswänden angebracht waren. Sie wusste, diese Fackeln würden niemals erlöschen, sie trugen das ewige Licht – eines der Wunder, welche die Obere Welt zu bieten hatte. Maja selbst trieb in einem großen Wasserbecken, welches dem am Ende des Stroms des Vergessens auffallend ähnlich war. Nur ging es hier deutlich ruhiger zu, kein monströser Wasserfall stürzte sich hier in die Tiefe, um das Wasser im Becken in Aufruhr zu versetzen.
Am Rande des Beckens sah sie eine Gestalt sitzen, die aufmerksam in ihre Richtung blickte. Das Gesicht lag im Schatten und doch schlug Majas Herz schneller. Sie brauchte kein Licht, um zu wissen, wer ihr da eine Hand entgegenstreckte. Mit einigen schnellen Schwimmstößen schwamm Maja auf die dargebotene Hand zu. Einige Meter vom Rand entfernt spürte sie plötzlich sandigen Boden unter ihren Füßen. Sie stand auf, das Wasser reichte ihr noch bis zur Brust. Mit kräftigen Schritten watete sie zum Ufer und ein breites Lächeln lag auf ihrem Gesicht. „Alame!“ Majas Stimme hallte leise von den Felswänden wider, doch sie beachtete es nicht. Sie eilte, so schnell es das Wasser zuließ, auf ihre Mentorin zu, die ihr noch immer eine Hand entgegenstreckte, jedoch keinen Laut von sich gab. Die letzten Meter rannte Maja durch das seichter werdende Wasser und sie spürte, wie ihr Tränen in die Augen schossen, als sie endlich die Hand Alames zu fassen bekam und sich von ihr aus dem Becken ziehen ließ. Die Älteste des Rates kniete auf dem kühlen Steinboden, zog Maja ohne Umschweife in ihre Arme und drückte sie fest an sich. Es schien sie nicht zu stören, dass ihr weißes Gewand innerhalb von Sekunden durchnässt war.
„Willkommen zu Hause.“ Alame löste sich und blickte ihr liebevoll in die Augen. „Wie war dein Übergang?“ Maja setzte sich bequemer und lächelte. „Es war wie immer intensiv und sehr besonders.“ Alame nickte wissend und strich ihr eine nasse Haarsträhne aus der Stirn. „Du solltest dich abtrocknen, ich habe dir Tücher und ein frisches Gewand zurecht gelegt.“ Sie deutete auf eine kleine Nische, die sich rechterhand in die grobe Steinwand schmiegte. Maja blickte an Alame hinab und lachte leise auf. „Ich glaube, du brauchst auch etwas Trockenes zum Anziehen.“ Die Älteste musterte ihr Gewand belustigt. Es war von oben bis zu den Knien durchnässt. Sie erhob sich mit einer geschmeidigen Bewegung und zog Maja ebenfalls auf die Füße. „Glaubst du wirklich, ich hätte nicht vorgesorgt? In ihrer Stimme lag Heiterkeit und Maja spürte, wie ihr Herz einen Satz machte. Wie hatte sie Alame vermisst, es tat so gut, ihre Stimme nach so vielen Jahren endlich wieder zu hören. Ohne ein weiteres Wort schritt die Älteste davon und verschwand in einer zweiten Nische, um sich umzuziehen.