Christiane Landgraf

Christiane Landgraf

„Ich stürze mich mit offenen Armen ins Leben, ich liebe es zu lesen, lachen, tanzen, klettern, reisen und Achterbahn zu fahren – für mich der schönste Adrenalinkick und das beste Symbol dafür, dass nach jeder Talfahrt auch wieder Airtime und Aufwärtstrend anstehen.“

Journalistentochter, Ehefrau, Katzenmama, Mrs. Geradeheraus, Marketingfachkraft, Event Managerin, PR Spezialistin, Organisationstalent, Fränkin, loyale Freundin, leidenschaftliche Gastgeberin, einfühlsame Zuhörerin, verletzliche Seele … Es gibt einen Haufen Schubladen in denen ich so irgendwie mit einem Fuß drin stecke, aber keine in die alle meine Facetten passen. Der Versuch, die Kreativität zu bändigen und in eine Schublade zu stecken, muss ebenso zwangsläufig scheitern wie der Versuch der Schildbürger, das Sonnenlicht einzufangen. Da die Kreativität aber keine Ruhe geben will und irgendwo hin muss, fließt sie zusammen mit viel Herzblut in meine Bücher. Inspiriert haben mich dazu die Spannung in Ken Folletts Thrillern, die intensive Anziehungskraft in Shades of Grey und Twilight, die gesellschaftskritischen Ansätze von Frank Schätzing, das Tempo von Fitzeks Passagier 23 und last but not least Romantik und Fernweh in den Werken von Sarah Lark.

Homo habilisHomo erectus und Homo sapiens sind längst Geschichte. Die Jagd nach dem Convenience Lifestyle lässt uns freimütig alles preisgeben. – Wir sind schleichend und unbemerkt zum Homo vitreus geworden. Evolution bedeutet das Überleben der Stärksten. – Werden es schon morgen Datenmengen sein, die unseren Wert für die Gesellschaft und unser Recht auf Leben bestimmen? Wenn wir erst unsere letzten Geheimnisse geopfert haben, – werden diese dann uns opfern?“

Hier findet Ihr sie:

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Leseprobe: Paternoster – Vom Auf und Ab des Lebens

Paternoster

Vorwort des Herausgebers

Die Idee zu diesem Buch stammt zwar von mir, beflügelt wurde sie jedoch von anderen, von denen nämlich, deren Beiträge ich lesen, bestaunen und auswählen durfte. Monika Holstein war zu meiner Freude sofort bereit, ihre Geschichte „ Paternoster“ als Titel für das ganze Projekt freizugeben, ein Projekt, in dem Prosa versammelt ist, Geschichten, die teils direkt, teils indirekt vom  Paternosterfahren handeln, vom Auf und Ab des Lebens also, allesamt aus den Federn von Schriftstellern, deren „Sound“ ich ungeheuer schätze. – Da geht ein Traum in Erfüllung. Zunächst war erst einmal spannend, was jeder einzelne unter Auf oder Ab verstand, und tatsächlich erwies sich, dass der Ansatz kaum unterschiedlicher sein könnte. Mir ist das recht, sogar mehr als recht. Wie froh war ich, als alle meine Schriftstellerfreunde, die ich um einen Beitrag bat, ohne zu zögern zusagten; wie froh war ich erst recht, als auch Malte Roß mir zusagte, in seiner unvergleichlichen Art nicht nur ein Cover beizusteuern sondern darüber hinaus Bilder, die meine Idee von einer Anthologie zum Thema „Paternoster – Vom Auf und Ab des Lebens“ kongenial abrunden.
Allen, die beim Entstehen von „Paternoster“ mitgewirkt haben, danke ich auf das Herzlichste und hoffe, dass die Wirkung nachhaltig sein wird, sowohl bei den Lesern dieser schmucken Anthologie als auch beim Kinderhospiz Burgholz, dem der Erlös aus dem Verkauf zugutekommen wird.
Sämtliche Beiträge in diesem Band, also sowohl Graphiken als auch Texte, wurden von den Künstlern mit Freuden und honorarfrei zur Verfügung gestellt, übrigens mit einer Begeisterung, die mich enorm verblüfft hat. Nicht eine Geschichte, nicht ein Bild in diesem Buch möchte ich missen.
Ganz besonders gilt mein Dank deshalb meinem Verlag 3.0, der mir dieses Buch in meiner Eigenschaft als Herausgeber nicht nur zugetraut hat, sondern auch in kürzester Zeit seine Verwirklichung in jeder erdenklichen Weise unterstützte. Alles hat von Anfang an gestimmt.

Christian Oelemann

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Leseprobe: Social Hideaway

Social Hideaway

Shania sollte nicht lange warten müssen, bis sich alles aufklärte. Sie begriff, dass sie noch lange nicht am Ziel ihrer endlos scheinenden Reise angekommen war. Einer der, typisch einheimisch, nahezu zahnlosen, etwas älteren und männlichen Anbieter aus dem Tourismusgewerbe, ausgerüstet mit der üblichen Ausstattung an bunten Ausflugsmappen und dem Bauchladen mit einem Sammelsurium von Sonnenbrillen bis Modeschmuck, fiel ihr auf. Anders als seine Kollegen war er nicht aufgestanden, um die Touristen, die mit Shanias Maschine gekommen waren, anzusprechen und seine Waren oder Ausflüge feilzubieten. Selbst als wieder Ruhe einkehrte, die angekommenen Gäste sich verteilt hatten oder aber noch dem Straßenmusiker lauschten, bewog ihn nichts zu einer Änderung seines abwartenden Verhaltens. Er saß stoisch auf seinem Stuhl, für Shanias Begriffe fast bemüht desinteressiert – als ob er versuchen würde, jemanden verdeckt zu beobachten.
Ihr erster, beunruhigender Gedanke war: ‚So ein Mist! Dieser auffällige Sänger! Die CIA hat mich gefunden‘!
Sie wollte schon losrennen, doch plötzlich sah sie, wie der Alte langsam eine Hand hob. Auf seiner Handinnenfläche war weithin sichtbar ein blauer Delfin abgebildet, vermutlich ein Tattoo.
Shania zögerte kurz, das Herz schlug ihr bis zum Hals. Was hatte sie schon zu verlieren? Wenn die CIA sie jetzt gefunden hatte, dann würde sie so oder so zugreifen. Sie konnte also dem Alten auch gleich in die Arme laufen. Im Falle einer Verfolgungsjagd mit möglichen Hintermännern hatte sie in der fremden Umgebung kaum eine Chance. Falls es allerdings tatsächlich wieder ihre Helfer waren, durfte sie die Gelegenheit, an weitere Informationen zu kommen, auf keinen Fall verstreichen lassen.
Im Geist ging sie blitzschnell mögliche Szenarien durch und entschied sich für einen Kontaktversuch. Rasch sah sie sich nach möglichen Fluchtwegen um, dann ging sie mit festem Schritt auf den Mann zu. Der klappte sogleich seinen Bauchladen zusammen, steckte ihn unter den Arm zu seiner Ausflugsmappe, drehte sich ohne ein Wort um und lief mit einem kurzen, auffordernden Blick davon. Shania beschloss, ihm unauffällig zu folgen.
Der Mann schien ihr einen Weg zu weisen, immer wieder drehte er sich flüchtig nach ihr um. Er lief voraus, bis sie schließlich ein Stückchen abseits zu einem alten Fahrzeug kamen. Er sprach kein Wort mit ihr und sah sich nach allen Seiten um, bevor er ihr schließlich signalisierte, in das Auto zu steigen. Shania schluckte und stieg zögernd ein. Schweigend fuhren sie eine Weile, bis der Wagen in eine schmale Ausfahrt zum Kreuzfahrthafen hin einbog. Der Mann deutete stumm auf eines der großen Schiffe. Als Shania ausgestiegen war, ließ er die verdutzte junge Frau ohne weiteren Kommentar stehen und brauste davon.
Ob sie hier einschiffen sollte? Sie hatte doch keine Bordkarte! Auf dem Weg über den Kai bemerkte sie plötzlich kleine, aufgesprühte blaue Delfine, die einen Weg zur Gangway des Schiffes markierten. Es war eindeutig: Man hatte sie hierherlocken wollen.
An der Gangway wurde sie von einem lächelnden Steward höflich nach ihrer Bordkarte gefragt. Rasch überlegte sie und setzte dann ihr unschuldigstes Lächeln auf. „Ich habe keine. Ich bin Steffy Miles. Ich soll hier zusteigen.“ Shania hörte das Echo ihrer eigenen Worte, sie kamen ihr lächerlich vor. Sie rechnete damit, abgewiesen zu werden.
„Ah, natürlich, Mrs. Miles, man hat mir Ihr Kommen angekündigt. Herzlich willkommen an Bord unserer wundervollen BLUE DOLPHIN. Schade, dass Sie uns nur die wenigen Tage bis Vanuatu begleiten. Hier ist Ihre Bordkarte.“
Er reichte ihr lächelnd das Reisepapier. Shania hätte am liebsten hysterisch aufgelacht. Jemand hatte das alles hier minutiös für sie geplant – und nun war sie auf einem echten Kreuzfahrtschiff!
Wenn sie das doch nur mit Liam erleben könnte! Sie sah sich die Bordkarte genauer an: zwei lange Seetage auf diesem Schiff! Essen und in der Sonne liegen. Wow! Hoffentlich würde ihr die kurze Pause hier neue Kraft für den Rest ihrer Flucht geben. Ihre Angst war wie weggeblasen. Sie hoffte inständig, dass die Reise auf Vanuatu beendet sein würde. Eine Weile im Paradies sein – wer wollte das nicht? Vor allem wollte sie eines nicht: weitere Flugzeuge, Busse, Züge, Schiffe oder dergleichen mehr besteigen. Sie wollte endlich ankommen. Sie wollte nur noch ihre Eltern sehen. Sie hoffte, in nicht allzu ferner Zukunft auch Liam endlich wieder in ihre Arme schließen zu können.
Die zwei Tage verliefen unerwartet ruhig und taten ihrer mehr als angespannten Verfassung gut. Sie schaffte es sogar, zur Abendunterhaltung zu gehen. Es war das erste Mal seit langer Zeit, dass sie wieder richtig herzhaft lachen konnte.
Sie war am Ende sogar in der glücklichen Lage, wieder eine Touristin zu finden, die ihr ihre einstudierte Story glaubte: die Geschichte, dass ihr Freund Briefmarken aus aller Welt sammelte. Die Schwedin erklärte sich gegen ein kleines Entgelt bereit, eine Postkarte von Shania in ihr Heimatland mitzunehmen und sie dort frankiert an Liam zu versenden.