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Leseprobe: Alles für ein bisschen Liebe?

Alles für ein bisschen Liebe?

Zwei Hälften

 

Sind wir 2 Hälften, sie sich brauchen – oder sind wir 2 Kugeln, die freiwillig nebeneinander herkugeln?

Sind wir an dem Punkt, an dem wir nicht mehr für ein paar romantische Nächte über seine ausbleibenden Liebesbeweise hinwegsehen können, beginnen wir damit, unseren Liebling zu manipulieren. Wir wissen jetzt ganz genau, was er zu ändern hätte, damit er so ist, wie wir es uns vorstellen. Wir basteln uns also einen Mann und geben offene oder versteckte Kommandos durch:

„Es wäre schön, wenn …

Warum bist du nicht …?

Warum machst du nicht …?

Warum hast du nicht^…?

Wann kapierst du eigentlich …?

Wie lange muss ich denn noch warten, bis du …?“

Wir fühlen uns im Recht, weil wir unter seiner Vernachlässigung leiden und erklären ihm, wie er sich wunschgemäß zu verhalten habe, wir analysieren ob er es tut, und wenn nicht, warum nicht. Verfolgen Strategien, um ihn zu einem bestimmten Verhalten zu manipulieren.

Vergebens.

Ein Prinz lässt sich nun mal nicht backen! Da hilft es auch nicht, notfalls entnervt das Nudelholz herauszuholen und damit verbal auf ihn einzuschlagen! Denk bitte daran: Wenn du mit dem Finger auf eine andere Person zeigst, zeigen vier Finger auf dich! Es nutzt nichts, einen Spiegel zu beschimpfen, wenn das eigene Gesicht schmutzig ist …

Stell dir dein Leben einmal als ein Glas mit klarem Wasser vor, auf dessen Boden sich Schmutz angesammelt hat. Jetzt kommt ein Mann vorbei, nimmt einen Löffel und rührt in deinem Wasserglas herum. Übertragen heißt das: Sein Erscheinen und sein Verhalten wirbeln dein Leben auf, und die Bodenablagerungen werden sichtbar. Ist es sein Verschulden, dass das Wasser in deinem Glas jetzt nicht mehr klar, sondern schmutzig ist? Solltest du ihn dafür verantwortlich machen und beschimpfen, dass er dir die Illusion genommen hat, es befände sich nichts als reines Wasser in deinem Glas? Hat er nicht vielmehr die Funktion, nicht nur deine Schokoladenseiten, sondern auch die Abgründe deines Lebens ans Licht zu bringen?

Wieso bemühen wir uns weiterhin so hartnäckig, die „falsche Person“ zu ändern, zu verbessern oder zu kritisieren? Sicherlich ist es einfacher, die Fehler und Schwächen des anderen aufzudecken, gern gefolgt von Forderungen, wie er diese beheben solle. Leider ist die Liebesmüh‘ hinter solch einer blinden Einstellung nicht nur vergeblich, sondern auch die große Illusion, die Umgebung solle das tun, was eigentlich unsere eigene Aufgabe wäre. Zu denken, nur die anderen hätten noch so viel zu lernen, während wir bereits über den Dingen stünden, ist ein Anspruch nicht ganz ohne Arroganz.

Im Buddhismus werden Ärger, Dummheit und Arroganz als die „drei Gifte“ bezeichnet. Wenn wir eine Veränderung beim anderen fordern, aktivieren wir eine Art „giftige Liebe“, solange wir uns unseren süchtigen Tendenzen nicht bewusst stellen. Auf diese Weise zu “lieben“ ist vor allem Gift für uns, denn es macht uns blind, abhängig und unglücklich. Wir sind also aufgefordert, ein Gegengift zu entwickeln, durch das wir uns gegen künftige giftige und schädliche Liebe impfen können.

Ziehe einmal in Erwägung, dass du an deinem Herzens-Mann ohnehin nichts zu ändern brauchst, sondern dass er so, wie er ist, für dich im Moment genau der Richtige ist – auch wenn er sich aufgrund seiner inneren Unfreiheit vielleicht unmöglich verhält. Es ist nicht gesagt, dass er derjenige ist, der die höchste Punktzahl an Qualitätsmaßstäben verdient. Auch wenn er vielleicht nicht die Idealbesetzung und der Mann für´s Leben ist, kann er doch „der Richtige“ für deine Entwicklung sein. Mit ihm an deiner Seite zeigt sich gnadenlos, woran du noch zu knabbern hast.

Kannst du ihn mit seinen Schwächen und Abgründen akzeptieren und lieben?

Oder musst du deswegen leiden und ihn daher verurteilen und abweisen?

Willst du an ihm und mit ihm wachsen?

Jeder für sich – gemeinsam?

Ist es dir möglich, allein zu stehen und gemeinsam zu gehen?

Mit „allein stehen“ meine ich nicht, still zu stehen, sondern die Fähigkeit, eigenständig zu sein und auch gut allein sein zu können. Nur mit innerer Stabilität hat man die Voraussetzung dafür, auf erfüllende Weise „gemeinsam gehen“ zu können!

Als bessere oder schlechtere Hälfte ist man kaum lebensfähig. Wie soll man auch als „halber Ball“ durchs Leben rollen? Solch ein Gebilde rollt nicht, sondern wartet – darauf, dass die andere Halbkugel es von seiner Passivität erlöst.

Zwei „ganze“ Bälle, die Seite an Seite durchs Leben auf eine gemeinsame Richtung zurollen, sind keine zwei Hälften, die sich gegenseitig brauchen um komplett zu sein – sondern zwei vollständige Wesen, die nach vorn blicken um zu sehen, was sie mit dieser Liebe anfangen möchten. Sie bewegen sich unabhängig voneinander und wählen aus freiem Willen, nebeneinander herzukugeln.

Solch eine Verbindung macht Spaß, bereichert, beschenkt sich gegenseitig mit Überraschungen und wird selten langweilig. Vor allem gibt sie die Sicht frei auf mehr als nur die „traute Zweisamkeit“! Anstatt so liebesblind zu werden, dass man der Illusion erliegt, die Welt bestünde nur aus zwei Personen, die wie Kletten aneinander hängen, kann man die Liebe, die man für den Partner empfindet so umfassend erleben, dass sie sich auf die Mitmenschen ausdehnt! Verbindungen, die solch‘ eine Tiefe haben, sind Beziehungen, die die Welt bewegen können. Ihr Miteinander hat nicht nur den Zweck, sich gegenseitig zu heilen, sondern vielmehr, in Verbindung mit weit mehr als nur einer Person stehen zu können.

Erkenntnis ist der erste Schritt zur Besserung. Sollten wir uns dabei ertappen, süchtige Forderungen an den anderen zu stellen, können wir das zwanghafte Bedürfnis, ihn zu korrigieren aufgeben und es stattdessen als einen Hinweis akzeptieren, dass wir an uns selbst arbeiten sollten. Keine einfache Herausforderung. Dein Ego wird diese Zeilen mit Sicherheit nicht lieben, doch aus meiner Sicht ist die Bändigung unserer egoistischen Forderungen die einzig wirksame Methode, um in Harmonie mit unserem Partner zu kommen

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Leseprobe: Du bist ein Juwel

Du bist ein Juwel

Jetzt ist ein guter Zeitpunkt, das scheinbar Unmögliche möglich zu machen und dir die Zeit und Aufmerksamkeit zu schenken, die du brauchst! Liebe dich so wie du bist, genau da wo du bist.
Mach dich auf den Weg der kleinen Schritte:

Lass es dir selbst gut gehen! Du kannst dich am Schopfe aus dem Sumpf deiner Traurigkeit ziehen, egal, wie sehr du gerade unter der eingeschränkten Wahrnehmung deiner Möglichkeiten leiden magst. Halte inne und werde dir bewusst, dass du der machtvolle Schöpfer deines Erlebens bist. Sollte dir das alleine nicht gelingen, streck doch deine Fühler einmal nach Menschen aus, die dir auf deiner Reise nach Innen behilflich sein können. Inspirierende Workshops, Vorträge, Seminare oder geführte Meditations-CDs gibt es dazu mittlerweile wie Sand am Meer.

Bist du wirklich bereit und entschlossen, ‚von jetzt an‘ aus der Lebenskraft der Liebe zu leben, dann setzt du mit dieser inneren Haltung dein gesamtes Leben in Bewegung. Deine Entschlusskraft wirft deinen Motivationsmotor an, weckt die dynamische Kraft des Neuanfangs in dir und öffnet dich für das scheinbar Unerreichbare. Sobald du deine Achtsamkeit auf einen richtungsweisenden Impuls deiner Intuition richtest, wird dieser zum roten Faden. Folgst du ihm, wirst du immer mehr von deinem enormen Spielraum erforschen können. Alles, was du dafür brauchst, ist bereits in dir: Leidenschaft, Fantasie, Mut, Tatkraft, Geduld und Entschlossenheit. Johann Wolfgang von Goethe hat eine treffende und brillante Ermutigung dazu formuliert:

 

Unsere Wünsche sind Vorgefühle der Fähigkeiten, die in uns liegen, Vorboten desjenigen, was wir zu leisten imstande sein werden. Was wir können und möchten, stellt sich unserer Einbildungskraft
außer uns und in der Zukunft dar; wir fühlen eine Sehnsucht nach dem, was wir schon im Stillen besitzen. So verwandelt ein leidenschaftliches Vorausgreifen das wahrhaft Mögliche in ein erträumtes Wirkliches.