{"id":343,"date":"2020-08-28T16:05:11","date_gmt":"2020-08-28T14:05:11","guid":{"rendered":"https:\/\/buch-ist-mehr.de\/zsoltmajsai\/?p=343"},"modified":"2020-08-28T16:05:12","modified_gmt":"2020-08-28T14:05:12","slug":"leseprobe-fiona-reloaded-die-kristallwelten-saga-7","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/buch-ist-mehr.de\/zsoltmajsai\/leseprobe-fiona-reloaded-die-kristallwelten-saga-7\/","title":{"rendered":"Leseprobe: Fiona &#8211; Reloaded (Die Kristallwelten-Saga 7)"},"content":{"rendered":"\n<div style=\"height:100px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p>Hunger.<br> Die Dunkelheit seit dem letzten Gongschlag ist mal wieder undurchdringlich. Brauche Kerze. Dringend. Kratzger\u00e4usche, von irgendwoher. Sie machen mich nerv\u00f6s. Eigentlich ist nur Grauhaar da. Und Ratten. Die Ratten mag ich nicht, aber sie sind ungef\u00e4hrlich. Au\u00dferdem gut zu essen, wenn nichts anderes da ist.<br> Ich muss auf die Jagd gehen. Habe keine Vorr\u00e4te mehr. Also nehme ich meinen Stock und verlasse mein Versteck. Trotz der v\u00f6lligen Dunkelheit gelange ich problemlos nach drau\u00dfen. Ich kenne den Weg auch blind.<br> Vor dem verwahrlosten Geb\u00e4ude bleibe ich stehen, um mich zu orientieren. In den Quons zwischen den beiden Gongschl\u00e4gen, wenn es dunkel ist, muss ich mich auf meine Ohren und Nase verlassen. Wenn mich etwas bereits ber\u00fchrt, ist es zu sp\u00e4t. So viel habe ich schon herausgefunden. Verbunden mit Schmerzen. Aber Schmerzen sind n\u00fctzlich, um etwas zu lernen. Auch das wei\u00df ich inzwischen ziemlich gut.<br> Licht streift mein Auge. Das kann nur Grauhaar sein. Sie ist leichtsinnig, das Feuer ist von drau\u00dfen zu sehen. Kann ungebetene G\u00e4ste anlocken. Und das endet oft schmerzhaft. Ich muss nachher mit Grauhaar reden. Dabei wei\u00df sie das doch.<br> Ich sehe die Stadt, ihre Lichter, zwischen den B\u00e4umen. Ich mag sie nicht, zu viele Menschen, die unberechenbar sind. Sie m\u00f6gen mich nicht, ich mag sie nicht. Weder die Stadt noch die Menschen.<br> Mich mag ich auch nicht wirklich. Ich wei\u00df ja nicht einmal, wer ich bin. Ich bin eine Frau, so viel habe ich inzwischen herausgefunden. Auch eine schmerzhafte Erfahrung gewesen. Allerdings nicht nur f\u00fcr mich. Frausein ist gef\u00e4hrlich. Eine wichtige Lektion. Seitdem passe ich besser auf.<br> Ich gehe durch den Wald in Richtung Stadt. Rechts sehe ich irgendwann das Haus vom Alten. Es ist kleiner als das Haus, in dem ich \u2026 lebe. Und die Grauhaar. Ich glaube, der Alte hat auch mal in dem gro\u00dfen Haus gelebt. Fr\u00fcher. Da war die Grauhaar noch nicht hier. Und ich auch nicht.<br> Wobei, was mich betrifft, wei\u00df ich es ja nicht. Aber der Alte scheint mich nicht zu kennen, daher glaube ich nicht, dass ich damals in dem gro\u00dfen Haus gelebt habe. Wann das auch immer gewesen sein mag.<br> Ich bleibe stehen, um die bl\u00f6den Gedanken abzusch\u00fctteln. Obwohl ich nicht st\u00e4ndig dar\u00fcber nachdenken will, passiert es dennoch. Immer und immer wieder. Wer bin ich? Was bin ich? Wie komme ich hierher?<br> Ich habe keine Ahnung.<br> Grauhaar hat irgendwann erw\u00e4hnt, ich w\u00e4re bestimmt h\u00fcbsch, wenn ich mich endlich mal waschen w\u00fcrde. Sie hat wohl recht. Aber wenn ich h\u00fcbsch aussehe, wollen die M\u00e4nner wieder, dass ich eine Frau bin. Das wiederum tut weh. Also bin ich lieber h\u00e4sslich und stinke.<br> Ich will wieder losgehen und die d\u00e4mlichen Gedanken im Wald lassen, als mir etwas auff\u00e4llt. Im Haus des Alten ist es zu hell. Und da sind Schatten. Obwohl keine sein d\u00fcrften. Das ist sehr seltsam. Ich sollte nachsehen, ich mag den Alten ja. Aber vermutlich wird es schmerzhaft, ganz sicher sogar. Solche Sachen enden immer schmerzhaft.<br> Aber ich mag den Alten und er scheint in Gefahr zu sein.<br> Den Stock fest umklammernd, gehe ich m\u00f6glichst leise auf das Haus zu. Im Dunkeln ist das nicht so einfach, zumal es unterwegs einige Stufen gibt. Der Garten des Hauses liegt niedriger als der Rest. Warum auch immer. Ich wei\u00df ja nicht einmal, wozu es einen Garten gibt. Fr\u00fcher wusste ich das vermutlich, zumindest habe ich ein vertrautes Gef\u00fchl, wenn ich an einen Garten denke.<br> Doch jetzt sollte ich mich lieber auf die G\u00e4ste des Alten konzentrieren. Wobei, G\u00e4ste sind es nicht, denn sie haben ihn geschlagen. Der Alte liegt auf dem Boden in seinem Haus, neben einem Feuer. Drei M\u00e4nner sind bei ihm. Sie sehen so aus, dass ich lieber weglaufen sollte. M\u00f6glichst lautlos.<br> Doch dann wird der Alte sterben. Er sieht jetzt schon so aus, als w\u00fcrde er nicht mehr lange leben. Die haben ihn anscheinend nicht nur geschlagen, sondern mit ihren Messern auch verletzt.<br> Sehr schmerzhaft.<br> Ich atme tief durch. Gegen diese drei komme ich sicher nicht an, es ist dumm, noch l\u00e4nger hier zu bleiben.<br> Neben mir kreischt ein Tier. Keine Ahnung, was f\u00fcr eines, ich sehe es nicht. Aber ich h\u00f6re es, und nicht nur ich. Die drei M\u00e4nner blicken zum Fenster, dann laufen zwei zur T\u00fcr.<br> Ich drehe mich um und laufe auch. Weg vom Haus. Vor mir ist es stockfinster, ich sollte nicht so schnell laufen. Dazu kenne ich den Garten nicht gut genug.<br> Wo ist \u00fcberhaupt diese bl\u00f6de Stufe?<br> Ich werde langsamer, ich will nicht stolpern. Doch dann h\u00f6re ich jemanden hinter mir keuchen und beschleunige wieder.<br> Genau als die Stufe kommt. Stechender Schmerz zuckt durch meinen Fu\u00df, mit dem ich h\u00e4ngenbleibe, dann falle ich und komme auf dem weichen Boden zum Liegen. Dabei verliere ich meinen Stock, der raschelnd ins Geb\u00fcsch fliegt.<br> Nicht gut.<br> Ich will aufstehen, doch ganz schaffe ich es nicht, als ich an den Haaren gepackt und nach hinten gerissen werde. Ich schreie auf und schlage blindlings um mich, treffe sogar etwas. Bis ich dann getroffen werde. In den Bauch. Der Schlag raubt mir den Atem. Ich kann mich nicht dagegen wehren, dass ich von einem der M\u00e4nner an den Haaren ins Haus geschleift werde.<br> Er wirft mich neben das Feuer, das mir fast die Haare versengt. Hastig krabbele ich davon und zur Wand. Das Atmen f\u00e4llt immer noch schwer, aber der Schmerz l\u00e4sst endlich nach.<br> Der Alte liegt links von mir und sieht mich an. Er liegt in einer Blutlache. Er r\u00f6chelt leise. Ich glaube nicht, dass er es noch lange macht. Schade. Ich mochte ihn wirklich. Kurz erwidere ich seinen Blick, dann setze ich mich auf und blicke mich um.<br> Drei M\u00e4nner. Der, welcher mich erwischt hat, ist klein und kr\u00e4ftig gebaut. Braune Haare, Stiefel, Hose und Hemd. Einer von denen, die au\u00dferhalb der Stadt leben. Sie sind gef\u00e4hrlich und oft hungrig. Manchmal verdingen sie sich als S\u00f6ldner. Gef\u00fcrchtet sind sie, hat mir der Alte mal erz\u00e4hlt und dringend vor ihnen gewarnt.<br> Er scheint recht zu haben.<br> Die beiden anderen sind gr\u00f6\u00dfer. Vor allem der eine, mit roten Haaren. Er sieht so aus, als w\u00e4re er den Anf\u00fchrer. <br> Nun kommt er zu mir und hockt sich vor mir hin. Seine braunen Augen mustern mich aufmerksam.<br> \u201eWen hast du denn da gefunden, Zama?\u201c, fragt er sp\u00f6ttisch.<br> \u201eEine Wildkatze. Sie bei\u00dft und schl\u00e4gt um sich. Pass blo\u00df auf.\u201c<br> Sie lachen. Was war denn daran witzig? Nat\u00fcrlich schlage, bei\u00dfe und kratze ich, wenn mir jemand wehtun will. Das ist \u00fcberhaupt nicht zum Lachen.<br> \u201eBisschen dreckig, aber eigentlich doch ein h\u00fcbsches Ding\u201c, sagt der Rothaarige und legt den Kopf schief.<br> \u201eEr geh\u00f6rt dir, Raun\u201c, sagt Zama, aber sein Gesichtsausdruck meint das nicht so. Er w\u00fcrde lieber selbst sein Ding reinstecken.<br> Im Moment m\u00f6chte ich keine Frau sein.<br> Raum streckt eine Hand nach mir aus und schiebt mein Kleid hoch. Ich sitze mit angezogenen Beinen an der Wand und starre ihn an. Als das Kleid auf Knieh\u00f6he ist, f\u00e4llt es an den Oberschenkeln nach unten.<br> Raun versucht einen Blick zwischen meine Beine zu erhaschen.<br> \u201eMach sie auseinander\u201c, sagt er heiser.<br> Ich sch\u00fcttele stumm den Kopf. Mein Blick wandert zum dritten Mann. Er ist nicht ganz so gro\u00df wie Raun und viel d\u00fcnner. Er beobachtet mich mit einem neugierigen Blick.<br> \u201eMach die Beine auseinander!\u201c, wiederholt Raun deutlich lauter.<br> Er steht auf und schiebt seine Hose hinunter. Sein Ding kommt zum Vorschein. Gro\u00df und fest. Ich starre es in panischer Angst an. Es ist viel gr\u00f6\u00dfer als das, was mir so wehgetan hat.<br> \u201eNa, das ist doch mal etwas Ordentliches, oder?\u201c, bemerkt Raun grinsend. \u201eDu scheinst noch nicht sehr erfahren zu sein. Das werden wir nun \u00e4ndern. Nimm es in den Mund! Los jetzt!\u201c<br> Er kommt n\u00e4her und greift nach meinem Kopf. Vermutlich will er mich zwingen, seinem Befehl zu gehorchen.<br> Irgendwas l\u00e4sst mich mit beiden H\u00e4nden sein Ding packen. Hart und irgendwie pulsierend. Und es stinkt. Ruckartig bewege ich meine H\u00e4nde, als w\u00fcrde ich einen Stock entzwei brechen.<br> Rauns Schrei ist bestialisch und l\u00e4sst die anderen erstarren. Ich warte nicht ab, was mit ihm geschieht, sondern springe an ihm vorbei zum Feuer, packe ein brennendes Holzscheit und dr\u00fccke es gegen den Kopf des Kleinen. Seine Haare gehen sofort in Flammen auf.<br> \u201eFett brennt gut\u201c, hatte mal Grauhaar gesagt, als sie in einem Gef\u00e4\u00df Rattenfett hei\u00df gemacht hat. Um zu kochen, wie sie sagte.<br> Zamas Haare m\u00fcssen sehr fettig sein.<br> \u201eTande!\u201c, schreit er. \u201eMach sie fertig!\u201c<br> W\u00e4hrend er nach drau\u00dfen rennt, wahrscheinlich, um Wasser zu suchen, werde ich vom dritten Mann, der demnach Tande hei\u00dft, gepackt und in die H\u00f6he gehoben. Da er hinter mir steht, kann ich nicht nach ihm treten.<br> Dann wirft er mich auf den R\u00fccken. Ich bleibe benommen liegen. Er setzt sich rittlings auf mich, seine schlanken Finger legen sich um meinen Hals und dr\u00fccken zu. Immer fester.<br> Ich packe seine Handgelenke, aber meine Kraft reicht eindeutig nicht aus. Ich kann ihn auch nicht abwerfen, obwohl ich mich wild hin und her winde. Er ist viel st\u00e4rker als er aussieht.<br> Sein Mund verzieht sich zu einem Grinsen.<br> \u201eIch werde dich t\u00f6ten. Und dann werde ich dich nehmen. Dein Fleisch bleibt noch ein paar Stunden frisch. Werde viel Spa\u00df mit dir haben.\u201c<br> Wenn mir nicht etwas einf\u00e4llt, wird genau das passieren. Das ist mir bewusst. In meiner Wut und Verzweiflung schlage ich nach seinem Kopf. Er lacht nur. Mir kommt eine Idee. Ich packe seine Haare und dr\u00fccke die Daumen, bevor er etwas dagegen unternehmen kann, in seine Augen. Mit einem wilden Schrei l\u00e4sst er meinen Hals los und presst die H\u00e4nde auf seine Augen. Zwischen seinen H\u00e4nden sickert etwas durch.<br> Heftig keuchend greife ich nach seinem Messer. Am liebsten w\u00fcrde ich einfach nur liegenbleiben, aber dann werde ich sterben.<br> Ich sto\u00dfe Tande von mir und verpasse ihm einen Schlag mit dem Messergriff, sodass er umf\u00e4llt. Jetzt setze ich mich auf ihn. Er wehrt sich, aber mit einem Hieb gegen eins seiner Augen oder was davon noch \u00fcbrig ist, ersticke ich seine Gegenwehr.<br> Dann hole ich aus und ramme das Messer in seine Brust. Doch die Klinge trifft eine Rippe und rutscht ab. Ich falle fast auf Tande, kann mich gerade noch abfangen.<br> Er schreit wie am Spie\u00df, denn die Klinge hat sich ein wenig zwischen zwei Rippen gebohrt. Ich drehe sie so, dass ich sie zwischen ihnen hindurch tiefer dr\u00fccken kann. Der Schrei geht ins R\u00f6cheln \u00fcber, aus dem Mund dringt pl\u00f6tzlich Blut.<br> Und dann erstarrt er. Sein K\u00f6rper b\u00e4umt sich auf. Wahrscheinlich ist die Klinge jetzt in sein Herz eingedrungen.<br> Es ist still. Unheimlich still.<br> Und dann erschlafft sein K\u00f6rper unter mir.<br> Schwer atmend erhebe ich mich und drehe mich um.<br> Vor mir steht Zama. Ohne Haare auf dem Kopf, die Haut verkohlt, das Gesicht schwarz. Aber er lebt und brennt darauf, mich zu t\u00f6ten. Mit einer Axt.<br> Ich springe zur Seite und lasse meine Klinge durch sein Gesicht fahren. Die Axt saust herab und spaltet den Brustkorb von Tande. Der scheinbar tote K\u00f6rper b\u00e4umt sich erneut auf.<br> Hoffentlich zum letzten Mal.<br> Zama richtet sich schwerf\u00e4llig auf. Das holt mich aus der Erstarrung und ich beginne, die Klinge in seine Seite zu rammen. Immer und immer wieder. Sein Blut spritzt, meine Hand ist schon ganz rot, auch etwas anderes h\u00e4ngt daran, vielleicht ein Teil seines Darms. Aber ich h\u00f6re erst auf, als der unmenschliche Schrei des Kerls endlich verstummt und er langsam umf\u00e4llt, auf Tande rauf, auf die Axt, die sich noch tiefer in den toten K\u00f6rper frisst.<br> Ich sehe mich nach Raun um. Er liegt auf der Seite, beide H\u00e4nde zwischen seine Beine gepresst. Gut zu wissen, dass die M\u00e4nner am Ding so empfindlich sind. Das muss ich mir merken. So kann ich ihnen wehtun und nicht sie mir.<br> Richtig wehtun.<br> Raun atmet ganz flach, kaum h\u00f6rbar. Seine Augen sind fast aus ihren H\u00f6hlen gequollen. Ob er mich \u00fcberhaupt sieht?<br> Ich atme einige Male tief durch, bevor ich ihm die Kehle durchschneide, ganz so wie bei einem erbeuteten Tier. <br> Er r\u00f6chelt nur leise, sein K\u00f6rper spannt sich noch mehr an. Doch nur f\u00fcr kurze Zeit, sein Blut spritzt erschreckend schnell aus dem Hals. Mir wird bewusst, dass sein Herz wie verr\u00fcckt rast.<br> Erst als er sich \u00fcberhaupt nicht mehr bewegt, richte ich mich auf und trete zum Alten. <br> Seine Augen starren mich regungslos an.<br> Ich unterdr\u00fccke die Tr\u00e4nen. Bald werden andere kommen und seine Vorr\u00e4te pl\u00fcndern. Wahrscheinlich sogar sehr bald schon.<br> Ich s\u00e4ubere mich, so gut es geht. Dann gehe ich in das Zimmer, in dem das Bett des Alten steht, und zerre es zur Seite. Darunter befindet sich die Fallt\u00fcr in einen Raum unter dem Haus, in dem er all das gesammelt hat, was er aus dem Haus seines Herrn hat mitnehmen k\u00f6nnen.<br> Ich nehme so viel an mich, wie ich tragen kann: Nahrung, Kerzen, zwei Messer. Ich muss mich beeilen. Die Schreie werden schon in kurzer Zeit andere anlocken und sie werden sich gegenseitig totschlagen.<br> Ich kann noch ein zweites Mal etwas mitnehmen, doch als ich das dritte Mal ins Haus gehen will, sind bereits andere da. Ich h\u00f6re, wie sie sich streiten und ziehe mich hastig zur\u00fcck.<br> In Zukunft werde ich besser einen gro\u00dfen Bogen um dieses Haus machen.<br> Ich kehre zur\u00fcck in mein Versteck. Z\u00fcnde eine Kerze an. Nach kurzem \u00dcberlegen nehme ich eine Flasche, in der sich Wein befindet. Grauhaar liebt Wein. Sie hat auch Wein und mir mal welchen angeboten. Danach ging es mir f\u00fcr eine Weile besser. Und dann schlechter.<br> Mit dem Wein gehe ich zu Grauhaar. Dabei nutze ich einen Weg, auf dem ich die Kerze brennen lassen kann, ohne dass mich das Licht verr\u00e4t. <br> Grauhaar sieht auf, als ich ihr Versteck betrete. Hier brennt ein kleines Feuer, doch dieser Raum hat keine Fenster. Es ist ungef\u00e4hrlich.<br> \u201eWei\u00dft du, wer so geschrien hat?\u201c<br> Ich gehe zu ihr und setze mich neben ihr ans Feuer. Dann halte ich die Flasche hoch.<br> \u201eIch habe Wein.\u201c<br> \u201eVon dem Alten?\u201c<br> \u201eEr ist tot. Sie haben ihn get\u00f6tet.\u201c<br> Grauhaar mustert mich nachdenklich.<br> \u201eDas waren nicht seine Schreie.\u201c<br> \u201eIch habe die M\u00e4nner get\u00f6tet, die ihn get\u00f6tet haben.\u201c<br> Sie sieht bestimmt die Blutflecken an meinem Kleid. <br> \u201eWie viele waren es?\u201c<br> \u201eDrei.\u201c<br> \u201eUnd du hast sie get\u00f6tet? Alle drei?\u201c<br> \u201eJa.\u201c<br> Grauhaars Gesichtsausdruck ver\u00e4ndert sich, aber ich verstehe nicht, was er bedeutet.<br> \u201eIch w\u00fcrde zu gerne wissen, wer du wirklich bist\u201c, murmelt sie.<br> \u201eIch auch\u201c, erwidere ich. \u201eTrinken wir jetzt den Wein?\u201c<br> Grauhaar nickt. \u201eJa. Der Alte wird bestimmt nichts dagegen haben.\u201c<br> \u201eEr ist tot.\u201c<br> \u201eJa.\u201c Sie nimmt die Flasche und trinkt aus ihr. \u201eEr ist tot, du sagst es.\u201c<br> Ich beobachte sie beim Trinken. Und frage mich, warum sie das sagt. Eigentlich war es gar nicht so schwer, die drei M\u00e4nner zu t\u00f6ten. Ob Grauhaar das sp\u00fcrt und sich deswegen so seltsam verh\u00e4lt?<br> Ich beschlie\u00dfe, dass es mir egal ist. Jetzt ist nur wichtig, vom Wein zu trinken.<br> Dann geht es mir gut.<br> Zumindest f\u00fcr kurze Zeit.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:100px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hunger. Die Dunkelheit seit dem letzten Gongschlag ist mal wieder undurchdringlich. Brauche Kerze. Dringend. Kratzger\u00e4usche, von irgendwoher. Sie machen mich nerv\u00f6s. Eigentlich ist nur Grauhaar da. Und Ratten. Die Ratten mag ich nicht, aber sie sind ungef\u00e4hrlich. Au\u00dferdem gut zu essen, wenn nichts anderes da ist. Ich muss auf die Jagd gehen. 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