{"id":2549,"date":"2025-06-22T12:52:42","date_gmt":"2025-06-22T10:52:42","guid":{"rendered":"https:\/\/buch-ist-mehr.de\/zsoltmajsai\/?p=2549"},"modified":"2026-02-20T10:41:23","modified_gmt":"2026-02-20T09:41:23","slug":"leseprobe-fiona-erwachen-die-kristallwelten-saga-16","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/buch-ist-mehr.de\/zsoltmajsai\/leseprobe-fiona-erwachen-die-kristallwelten-saga-16\/","title":{"rendered":"Leseprobe: Fiona &#8211; Erwachen (Die Kristallwelten-Saga 16)"},"content":{"rendered":"<p>Ralph klettert auf meinen Scho\u00df, von meinem Sohn aus gro\u00dfen Augen beobachtet.<br \/>\n\u201eWas ist hier los?\u201c, erkundigt er sich.<br \/>\n\u201eGuten Morgen, Ralph\u201c, antworte ich. \u201eWo ist deine Mutter?\u201c<br \/>\n\u201eSie badet.\u201c<br \/>\n\u201eAch ja, baden. Eine gute Sache.\u201c<br \/>\nRalph und Kian starren sich gegenseitig an.<br \/>\n\u201eIst er ein Bruder von mir?\u201c, fragt Kian schlie\u00dflich.<br \/>\n\u201eDas kommt darauf an, wer deine Eltern sind\u201c, erwidert Ralph.<br \/>\n\u201eDu sitzt auf meiner Mama! Und Askan ist mein Vater!\u201c<br \/>\n\u201eDann sind wir keine Br\u00fcder.\u201c<br \/>\n\u201eUnd wieso sitzt du bei meiner Mama auf dem Scho\u00df?!\u201c<br \/>\n\u201eWeil meine Mama badet.\u201c<br \/>\n\u201eAch so. Setz dich doch auf Katharina.\u201c<br \/>\n\u201eSo hei\u00dft meine Mama schon.\u201c<br \/>\n\u201eKatharina?\u201c<br \/>\n\u201eJa.\u201c<br \/>\nKian sieht mich fragend an.<br \/>\n\u201eSie hei\u00dft wirklich Katharina\u201c, erkl\u00e4re ich. \u201eIst die Schwester von Thomas und die Halbschwester von Sarah.\u201c<br \/>\nKian denkt intensiv nach. Die beiden geh\u00f6ren ja irgendwie zur Familie, das wei\u00df er, also geh\u00f6rt auch Katharina zur Familie und damit auch der Junge auf meinem Scho\u00df.<br \/>\nSchwierig.<br \/>\n\u201eNa gut. Du darfst da sitzen bleiben.\u201c<br \/>\n\u201eHerzlichsten Dank.\u201c<br \/>\nIch betrachte den Himmel und hoffe, dass ich den Lachflash unterdr\u00fccken kann. Solche Dialoge kann sich doch keiner ausdenken.<br \/>\nDann werfe ich einen Blick auf die Geschwister von Katharina. Thomas sieht man nichts an, aber Sarah hat eindeutig auch Probleme, Contenance zu bewahren.<br \/>\n\u201eMama\u201c, sagt Lea, \u201ebin ich mit dem verwandt?\u201c<br \/>\n\u201eEr ist dein Cousin\u201c, antwortet Thomas.<br \/>\n\u201eUnd seine Mutter meine Tante so wie du?\u201c<br \/>\n\u201eFast.\u201c<br \/>\n\u201eFast?\u201c<br \/>\n\u201eIch bin nicht deine Tante.\u201c<br \/>\n\u201eJa, so meinte ich es doch!\u201c<br \/>\n\u201eDann ja.\u201c<br \/>\nIch kann nicht mehr! Und Sarah auch nicht.<br \/>\nWir warten dann auf Katharina. Und teilen ihr nur mit, dass sie mit uns halten kann zum Kernel oder nicht, viel passiert ist und unterwegs ihr bestimmt jemand erz\u00e4hlt, wieso alles anders ist, sie sich aber jetzt entscheiden muss. Ralph erkl\u00e4rt daraufhin, dass er auf jeden Fall mit seiner Cousine mit will. Und dem neuen Sohn von Fiona.<br \/>\nDass Katharina danach verwirrt aussieht, wundert mich nicht wirklich. Sie entscheidet sich daf\u00fcr, dass sie uns begleitet.<br \/>\nAlso marschieren wir zur F\u00e4hre. Das dauert etwa eine Viertelstunde.<br \/>\n\u201eH\u00e4tten wir uns eigentlich nicht umziehen sollen\u201c, erkundigt sich meine Katharina, w\u00e4hrend sie einen Arm um mich legt.<br \/>\n\u201eDa fragst du ja rechtzeitig!\u201c<br \/>\n\u201eIch bin davon ausgegangen, dass du das bewusst machst. Habe ich mich geirrt?\u201c<br \/>\n\u201eNein. Aber wieso fragst du dann \u00fcberhaupt?\u201c<br \/>\n\u201eAus Neugierde.\u201c<br \/>\nIch starre sie an und \u00fcberlege, ob ich sie fragen soll, warum sie dann nicht einfach nach dem Grund gefragt hat. Aber als Psychologin wird sie mir dann irgendeine unwiderlegbare These zu meiner schwangerschaftsbeeinflussten Stimmung bringen, und darauf habe ich keine Lust.<br \/>\n\u201eEs ist hell und ich will nicht unn\u00f6tig auffallen. Wenn wir die passende Kleidung zuk\u00fcnftig auch auf dem Schiff haben, ist das nicht verkehrt.\u201c<br \/>\n\u201eKlingt logisch\u201c, nickt sie.<br \/>\n\u201eDanke!\u201c<br \/>\nDann erreichen wir die F\u00e4hre und steigen ein. Sie wird voll. Sam spielt Pilotin und hat Kian schneller auf ihrem Scho\u00df sitzen, als sie Nein sagen kann. Lea besetzt Halpha, Ralph stellt sich dazwischen.<br \/>\n\u201eHinsetzen und anschnallen!\u201c, sagt Kian.<br \/>\n\u201eNicht n\u00f6tig\u201c, erwidert Ralph. \u201eAu\u00dferdem bist du nicht der Captain dieses Schiffs.\u201c<br \/>\n\u201eAber meine Mutter!\u201c<br \/>\nRalph sieht mich fragend an. Ich nicke langsam.<br \/>\n\u201eMuss ich mich hinsetzen und anschnallen?\u201c<br \/>\nNa toll.<br \/>\n\u201eBesser w\u00e4re es. Aber meinetwegen kannst du auch da stehen bleiben.\u201c<br \/>\n\u201eDann bleibe ich hier stehen.\u201c<br \/>\nIm Hintergrund h\u00f6re ich meine Mutter leise lachen.<br \/>\nSam bringt die F\u00e4hre nach oben, doch erst fliegt sie in Deckung des Waldes weit weg von jeder menschlichen Siedlung, dann erst zieht sie die Nase hoch und beschleunigt. Ralph h\u00e4lt sich an den Sitzlehnen fest, sagt aber nichts.<br \/>\nUnd dann sind wir im Weltraum. Mir wird bewusst, dass einige von uns bisher den Flug im Weltraum praktisch nicht kennen. Meine Eltern sind mal von den 18 Planeten in den Kernel geflogen, aber das ist nicht dasselbe.<br \/>\nIch gehe nach hinten zu ihnen. Sie blicken fasziniert durch die Luken nach drau\u00dfen, genauso Margrets Eltern und Kevin.<br \/>\n\u201eFaszinierend\u201c, bemerkt mein Vater. \u201eIst der Weltraum wirklich so gef\u00e4hrlich f\u00fcr das Leben, wie immer erz\u00e4hlt wird?\u201c<br \/>\n\u201eIn der Gefrorenen Welt schon\u201c, antworte ich. \u201eHier gelten mehr oder weniger die bekannten Gesetze der Physik.\u201c<br \/>\n\u201eWenn man an sie glaubt\u201c, erwidert Margret.<br \/>\n\u201eEs reicht schon, dass andere an sie glauben, sonst w\u00fcrden wir nicht hier stehen.\u201c<br \/>\n\u201eOkay, du hast recht.\u201c Margret schenkt mir ein w\u00f6lfisches L\u00e4cheln. Wo ist blo\u00df die sanfte Nichte James&#8216; geblieben? Wom\u00f6glich gab es sie nie.<br \/>\n\u201eIst das unser Raumschiff?\u201c, fragt pl\u00f6tzlich Kevin und deutet durch eine der Luken.<br \/>\n\u201eJa!\u201c, ruft Kian von vorne.<br \/>\n\u201eIst ja riesig!\u201c<br \/>\n\u201eEs ist ja auch ein Raumschiff, auf dem man einen Teil seines Lebens verbringen w\u00fcrde als normaler Mensch\u201c, sagt Margret.<br \/>\n\u201eEs hat schon eine recht luxuri\u00f6se Ausstattung\u201c, erwidere ich. \u201eUnd es war ganz praktisch, dass wir es hatten.\u201c<br \/>\n\u201eOhne w\u00e4re es doch gar nicht gegangen\u201c, meint Jody.<br \/>\nIch belasse es dabei. Vielleicht hat sie sogar recht.<br \/>\nSam landet die F\u00e4hre routiniert im Hangar, nachdem wir regul\u00e4r durch die Schleuse geflogen sind. Anders als aus der Verborgenen Welt gewohnt, spielt das hier eine Rolle. Eine lebenswichtige.<br \/>\nUnd dann stehen wir mit unseren G\u00e4sten neben der F\u00e4hre. Margret und Michael zeigen den Delfors das Schiff, meine Eltern, Ben und Jack bleiben noch. Zumal der Aufzug mit der ersten Fuhre bereits voll ist.<br \/>\n\u201eWir haben sogar einen Bordgeist!\u201c, erkl\u00e4rt Kian. \u201eEr hei\u00dft Laura!\u201c<br \/>\nOh, oh!<br \/>\n\u201eLaura!\u201c, ruft Kian.<br \/>\nNichts.<br \/>\n\u201eLaura!\u201c<br \/>\nNichts.<br \/>\n\u201eDu hast den Bordgeist beleidigt\u201c, erkl\u00e4re ich. \u201eLaura will nicht Bordgeist genannt werden, und das wei\u00dft du ganz genau.\u201c<br \/>\n\u201eJa!\u201c, sagt er strahlend. \u201eLaura ist n\u00e4mlich unser Bordcomputergeist!\u201c<br \/>\n\u201eJetzt bin ich indigniert\u201c, meldet sich Laura. \u201eNun bin ich also nicht nur ein Bordgeist, sondern auch noch ein Bordcomputergeist? Meinst du das ernst, Kian?\u201c<br \/>\n\u201eJa!\u201c Er strahlt noch mehr, falls das \u00fcberhaupt m\u00f6glich ist.<br \/>\n\u201eUnd wer wird dir dann beim Kuchenbacken helfen?\u201c<br \/>\n\u201eNa du! Laura, das sind meine Gro\u00dfeltern.\u201c<br \/>\nNach einem Moment antwortet Laura tats\u00e4chlich. \u201eDas habe ich mir bereits gedacht. Willkommen an Bord der Newope II.\u201c<br \/>\nWir fahren erst mit dem dritten Aufzug, damit sind dann aber alle durch. Oder oben. Und die K\u00fcche wird voll. Kian und Lea spielen Gastgeber, wobei Lea schon fast fertig ist.<br \/>\nIch nehme die Hand meiner Mutter und ziehe sie mit zu unserer Suite. Sie folgt mir verwundert, im Gegensatz zu Katharina, die zu ahnen scheint, was ich will.<br \/>\nIch befreie mich schweigend von meinem Kleid und h\u00e4nge es ordentlich im Schrank auf, dann ziehe ich einen der bequemen Hausanz\u00fcge an.<br \/>\n\u201eMan merkt, dass du \u00dcbung mit so einem Kleid hast\u201c, stellt meine Mutter fest.<br \/>\n\u201eJa, obwohl ich als K\u00f6nigin keinen einzigen Handschlag tun m\u00fcsste. Aber irgendwie konnte ich mich selbst ohne Ged\u00e4chtnis nicht damit anfreunden, dass mir jemand den Arsch abwischt.\u201c<br \/>\n\u201eDu hast ja auch nur dein Ged\u00e4chtnis verloren, nicht deinen Charakter, oder?\u201c<br \/>\n\u201eIch denke schon. M\u00f6chtest du was trinken?\u201c<br \/>\n\u201eNein, ich m\u00f6chte h\u00f6ren, warum ich hier bin.\u201c<br \/>\nIch setze mich auf die Bettkante und starre die Wand an.<br \/>\n\u201eSo schlimm?\u201c<br \/>\nJetzt sehe ich sie an, allerdings wirkt sie verschwommen. Muss an den Tr\u00e4nen liegen. Sie setzt sich neben mich.<br \/>\n\u201eNenn mir wenigstens das Thema.\u201c<br \/>\n\u201eNorman. Vater. Schwangerschaft.\u201c<br \/>\nIhr Gesicht erstarrt. Damit hat sie nicht gerechnet, wie denn auch? Ich hatte ja auch nicht damit gerechnet, als ich die Tageb\u00fccher meines Vaters las. So kann das gehen.<br \/>\n\u201eWoher wei\u00dft du das?\u201c<br \/>\n\u201eAus Papas Tageb\u00fcchern.\u201c<br \/>\n\u201eWie bist du denn an die gekommen?!\u201c<br \/>\n\u201eSpielt das eine Rolle? Die untere Welt des anderen Universums ist eine erstaunlich exakte Kopie von Newope damals.\u201c<br \/>\n\u201eIch verstehe. Nun, ich habe die Tageb\u00fccher nie gelesen, aber wenn ich dich richtig verstehe, geht es darum, dass ich nach deiner Geburt nicht mehr schwanger werden konnte.\u201c<br \/>\n\u201eDu bist dabei fast gestorben!\u201c<br \/>\n\u201eDas ist wahr.\u201c<br \/>\n\u201eAlso, wie konnte das mit Norman sein? Ich war 10 und ich erinnere mich deutlich an deinen gro\u00dfen Bauch!\u201c<br \/>\n\u201eDer war eine Attrappe. Norman wurde von einer Leihmutter ausgetragen, aber er ist \u2026 war wirklich dein Bruder.\u201c<br \/>\n\u201eEr ist es immer noch. Okay, also wissen eigentlich nur wenige davon. Oder war der Bauch nur f\u00fcr mich?\u201c<br \/>\n\u201eNein, der war nicht nur f\u00fcr dich\u201c, murmelt sie. \u201eWas \u2026 was stand noch in den Tageb\u00fcchern?\u201c<br \/>\n\u201eDass mein Vater mich hasst. Gehasst hat. Aber damals war es das Jetzt. Ich meine \u2026 Ach schei\u00dfe!\u201c An der Schulter meiner Mutter kann ich auch hervorragend heulen. Na ja, das ist keine neue Erkenntnis, um ehrlich zu sein.<br \/>\nIrgendwann richte ich mich auf, dann hole ich mir Taschent\u00fccher und trockne mein Gesicht ab.<br \/>\nSo eine Schei\u00dfe.<br \/>\n\u201eH\u00f6r zu, Mama, ich wei\u00df nat\u00fcrlich, dass er mich nicht mehr hasst. Ich wusste das auch, als ich das las. Und trotzdem war es wie ein Stich ins Herz.\u201c<br \/>\n\u201eDas glaube ich dir.\u201c<br \/>\n\u201eWarum habt ihr es mir verheimlicht?\u201c<br \/>\n\u201eWann h\u00e4tten wir es dir denn erz\u00e4hlen sollen?\u201c<br \/>\nHm. Das ist eine wirklich gute Frage, zugegeben.<br \/>\n\u201eKeine Ahnung\u201c, antworte ich leise.<br \/>\n\u201eSo ging es uns auch. Nachdem ihr euch ausges\u00f6hnt hattet, warf dein Vater die Idee auf, dir alles zu erz\u00e4hlen, aber ich bef\u00fcrchtete, dass sich euer Verh\u00e4ltnis dadurch wieder verschlechtern k\u00f6nnte.\u201c<br \/>\n\u201eDas h\u00e4tte passieren k\u00f6nnen. Theoretisch. Okay, ich bin euch deswegen nicht b\u00f6se. Bevor ich ein eigenes Kind hatte, w\u00e4re es vielleicht anders gewesen, aber Sandra und noch mehr Kian haben mir Einiges klarwerden lassen. Als Mutter tickt man einfach anders.\u201c<br \/>\n\u201eDas ist wahr\u201c, nickt sie. \u201eSo wahr.\u201c<br \/>\nIch setze mich wieder und nehme ihre H\u00e4nde. \u201eIch liebe euch. Beide. Dass ihr weiterleben k\u00f6nnt, war einer meiner Hauptantriebe, das alles zu machen, es durchzustehen. Ich ahnte ja nicht, dass ich nebenher auch noch Norman und James wiederkriege. Und Sandra.\u201c<br \/>\n\u201eKannst du sie jederzeit sehen? Kannst du einfach so in die Verborgene Welt? Musst du daf\u00fcr nicht mehr sterben?\u201c<br \/>\n\u201eSchon lange nicht, Mama. Und ja, jetzt, wo ich wei\u00df, wo sie sind, kann ich sie praktisch jederzeit besuchen. Aber sie werden sich ver\u00e4ndern, ihr altes Sein immer mehr ablegen. Doch das dauert noch eine Weile.\u201c<br \/>\n\u201eWie lange?\u201c<br \/>\nIch zucke die Achseln. \u201eKeine Ahnung. Habe mal geh\u00f6rt, das k\u00f6nnen Jahrhunderte sein. Mein Turbomodus damals dauerte eine Woche, aber das kann man nicht vergleichen.\u201c<br \/>\n\u201eMeinst du \u2026 meinst du, dein Vater und ich k\u00f6nnen ihn auch \u2026 besuchen?\u201c<br \/>\nIch nicke. \u201eSprich mit Papa dar\u00fcber und \u00fcberlegt es euch gut, ob ihr das wirklich wollt.\u201c<br \/>\n\u201eDu hast gesagt, er h\u00e4tte sich ver\u00e4ndert.\u201c<br \/>\n\u201eHat er ja auch. Trotzdem wird es sehr wehtun.\u201c<br \/>\n\u201eJa, vermutlich.\u201c Meine Mutter seufzt. \u201eOkay, ich rede erst einmal mit deinem Vater dar\u00fcber. \u00dcber alles. Ich wei\u00df nicht, wie er reagieren wird. Es k\u00f6nnte alte Wunden aufrei\u00dfen.\u201c<br \/>\nIch nicke erneut. \u201eIst mir klar. Hat es bei mir auch. Aber totzuschweigen ist nun einmal keine Option.\u201c<br \/>\nZum Gl\u00fcck sind wir mit dem Thema mehr oder weniger fertig, denn jemand h\u00e4mmert gegen die T\u00fcr.<br \/>\n\u201eMama!\u201c, ruft die T\u00fcr mit Kians Stimme.<br \/>\nSeufzend erlaube ich ihm, hereinzukommen.<br \/>\nEr mustert uns fragend. \u201eHast du die T\u00fcr gesperrt?\u201c<br \/>\n\u201eJa, mein S\u00fc\u00dfer. Ich musste was mit meiner Mutter besprechen und wollte dabei mit ihr allein sein. Aber wir sind fertig. Oder?\u201c<br \/>\n\u201eJa, Kind, sind wir. F\u00fchrst du mich zu den anderen, Kian?\u201c<br \/>\n\u201eNat\u00fcrlich!\u201c Strahlend nimmt er die Hand seiner Oma und die beiden ziehen davon. Ich folge ihnen langsam.<br \/>\nOh Mann.<br \/>\nIch nehme meinen Platz ein, n\u00e4mlich auf Katharinas Scho\u00df. W\u00e4hrend ich sie k\u00fcsse, fl\u00fcstere ich nur ein Wort: \u201eLeihmutter.\u201c<br \/>\nSie antwortet nichts, jedenfalls nicht verbal. Aber ich sehe an ihren Augen, dass sie es verstanden hat.<br \/>\n\u201eOela ist unterwegs, um Renroc zu holen\u201c, sagt sie dann.<br \/>\n\u201eOh. Den haben wir wohl vergessen.\u201c<br \/>\n\u201eUnd den Mann von Bridge auch?\u201c, fragt sie l\u00e4chelnd.<br \/>\n\u201eKeine Ahnung, wieweit Bridge ihn vergessen hat.\u201c<br \/>\n\u201eGenau. Jedenfalls ist die Zahl der Passagiere kr\u00e4ftig gewachsen. Ob das so gut ist?\u201c<br \/>\n\u201eIch wei\u00df es auch nicht, aber was ist die Alternative? Sie sind erwachsen. Mehr oder weniger.\u201c<br \/>\n\u201eJa. So lange sie auf dem Schiff bleiben, ist es wahrscheinlich nicht so kritisch. Aber wir haben gesehen, dass sich das durchaus \u00e4ndern kann.\u201c<br \/>\n\u201eJa, haben wir. Soll ich meine Frage wiederholen?\u201c<br \/>\n\u201eIch habe keine Ahnung, was die bessere Alternative ist.\u201c<br \/>\nIch schenke ihr ein L\u00e4cheln. \u201eLass es uns einfach machen. Okay?\u201c<br \/>\n\u201eOkay, mein Schatz. Hier, nimm.\u201c Sie h\u00e4lt mir ein Glas hin, das anscheinend Wodka Martini enth\u00e4lt. Auch eine L\u00f6sung.<br \/>\nIch trinke das Glas leer, dann klopfe ich mit dem Nagel meines rechten Zeigefingers dagegen. Der Ger\u00e4uschpegel ebbt ab.<br \/>\n\u201eAlle mal bitte kurz herh\u00f6ren! Wir werden uns gleich auf die Reise zum Kernel begeben. Das wird nur wenige Minuten dauern und rein theoretisch k\u00f6nnen wir danach auch wieder zur\u00fcckkehren, was wiederum nur wenige Minuten br\u00e4uchte. F\u00fcr diesen \u00e4u\u00dferst unwahrscheinlichen Fall gilt, dass die neuen G\u00e4ste keine eigene Zimmer ben\u00f6tigen. Erfahrungsgem\u00e4\u00df werden wir aber deutlich l\u00e4nger unterwegs sein, sucht euch also einfach ein Zimmer aus. Zu dritt, zu zweit, allein, wie es euch gef\u00e4llt, wir haben genug Platz. Danke f\u00fcrs Zuh\u00f6ren!\u201c<br \/>\nKatharina lacht. \u201eWow. Du hast ja eine Laune. Ich gehe mich mal umziehen. Kommst du mit?\u201c<br \/>\nIch gehe mit, bekomme aber noch am Rande mit, wie mein Sohn seinen Gro\u00dfeltern anbietet, ihnen ihre Suite zu zeigen. Cool. Sie m\u00f6gen sich, das ist schon mal sehr gut. Sehr, sehr gut.<br \/>\nDa wir nicht genug Zeit haben, verzichten wir auf jegliche Aktivit\u00e4t, die \u00fcbers Umziehen hinausgeht. Barfu\u00df treffen wir bald darauf auf der Br\u00fccke ein, hier sind Helena und Jody bereits dabei, das Raumschiff auf eine gr\u00f6\u00dfere Distanz zur Erde zu bringen.<br \/>\nErde. Eigentlich derselbe Planet, auf dem ich aufgewachsen bin, und doch so anders. Eigentlich ja nur eine Erde von vielleicht Millionen.<br \/>\nWir haben einige G\u00e4ste, die keine Ahnung haben, was wir vorhaben. Sie beobachten irritiert, wie die Gef\u00e4hrten sich hinlegen. Meine Mutter schaut Katharina und mich fragend an.<br \/>\n\u201eWir werden trancegleiten, damit wir keine Jahre unterwegs sind\u201c, erkl\u00e4re ich. \u201eIch sehe schon, das hilft euch nichts. Okay. Die Verborgene Welt ist eigentlich die wahre Realit\u00e4t. Das m\u00fcsst ihr akzeptieren, ich kann es weder begr\u00fcnden noch beweisen. Die Verborgene Welt ist reine Illusion. Sie ist da, sie ist Realit\u00e4t, aber sie ist hochgradig plastisch im Vergleich zur Gefrorenen Welt, in der der Glaube der lebenden \u2026 Wesen, denn es sind ja nicht nur Menschen, sich manifest verfestigt hat. Eine etwas ungew\u00f6hnliche Eigenschaft der Verborgenen Welt ist das, was wir Logout nennen. Sie kann sich von einem Augenblick zum n\u00e4chsten aufl\u00f6sen, ver\u00e4ndern, sich ganz neu formen. Ungewollt kann das ziemlich bl\u00f6d sein, was ich euch aus Erfahrung sagen kann. Man kann es aber auch nutzen, um sich durch die Verborgene Welt zu bewegen. Wir nennen es Trancegleiten, weil wir am Anfang daf\u00fcr eine Art Trancezustand erreichen mussten. Einige von uns k\u00f6nnen das inzwischen auch ohne Trance, wenn sie nur sich selbst durch die Welt bewegen wollen. Um das Schiff zu bewegen, brauchen wir immer noch die Energie von mehreren von uns.\u201c<br \/>\n\u201eDa habe ich gleich mal eine Frage\u201c, sagt Jack. \u201eDu sagtest, das sei eine Eigenschaft der Verborgenen Welt. Wir sind aber im Moment doch in der Gefrorenen Welt, oder?\u201c<br \/>\n\u201eDa hat jemand gut aufgepasst\u201c, erwidere ich l\u00e4chelnd. \u201eIch sagte aber auch, dass die Verborgene Welt die eigentliche Realit\u00e4t ist. Die Gefrorene Welt ist ein Teil davon. So, als w\u00fcrde in einem Ozean ein kleiner Teil des Wassers gefrieren und durch den Ozean treiben. Aber auch Eis ist aus Wasser, aus Wasserstoff und Sauerstoff.\u201c<br \/>\n\u201eDas hei\u00dft, ihr k\u00f6nnt auch in der Gefrorenen Welt &#8230;\u201c<br \/>\n\u201eTrancegleiten\u201c, erg\u00e4nzt Kian hilfsbereit.<br \/>\n\u201eDanke. Also k\u00f6nnt ihr das?\u201c<br \/>\n\u201eNein, Jack\u201c, antworte ich. \u201eDie Gefrorene Welt ist zu fest daf\u00fcr. Aber wir k\u00f6nnen hier das Trancegleiten starten, wechseln dann automatisch in die Verborgene Welt und am Ziel wieder zur\u00fcck. Allerdings ist das wesentlich anstrengender als der Start in der Verborgenen Welt, weil die Festigkeit der Gefrorenen Welt viel Energie schluckt.\u201c<br \/>\n\u201eAlso niemand von euch allein kann in der Gefrorenen Welt mit dem Trancegleiten anfangen?\u201c<br \/>\n\u201eIch konnte das mal, bevor die G\u00f6tter mir einen Teil der Kr\u00e4fte wieder weggenommen haben. Ich denke, die Ur-Wesen k\u00f6nnen es immer noch. Ich habe es nur nicht Trancegleiten genannt, zumal eigentlich das Trancegleiten, wie wir es angefangen haben, sich nur auf die Verborgene Welt und das Erzeugen eines Logouts bezieht. Mit der Zeit haben wir unsere Methode verfeinert.\u201c<br \/>\n\u201eUnd das wollen wir jetzt machen, weil die Reise sonst zu lange dauern w\u00fcrde?\u201c<br \/>\n\u201eGanz genau. Entweder einige Wochen, wie die Ur-Wesen damals, mit einer speziellen Raumfahrttechnik, oder sogar Jahrzehnte mit gefrorener Technologie.\u201c<br \/>\n\u201eGefrorene Technologie\u201c, murmelt Halpha kopfsch\u00fcttelnd.<br \/>\n\u201eRuhe. Also, schaut einfach nur zu. Wir haben es schon oft gemacht und werden auf diese Weise innerhalb von h\u00f6chstens einer Minute beim Kernel sein.\u201c<br \/>\nDiesmal brauchen wir alle, die trancegleiten k\u00f6nnen. Das haben wir bereits gemerkt, als wir gestern aus der Verborgenen Welt in die Gefrorene Welt wechselten. Dass wir \u00fcberhaupt Trancegleiten nutzten, war eher ein Zufall. Wir waren uns nicht sicher, wie wir das gesamte Schiff \u00fcberhaupt aus der Verborgenen Welt in die Gefrorene Welt bringen sollten, und so schlug jemand vor, wenigstens mal zu der verborgenen Version des Planeten, auf dem sich Untes befand, zu trancegleiten. Aber nat\u00fcrlich imaginierten wir dabei Untes. Und zu unserer \u00dcberraschung fanden wir uns in der Gefrorenen Welt wieder.<br \/>\nDas war jedoch ausnahmsweise mal eine angenehme \u00dcberraschung.<br \/>\nOb der R\u00fcckweg \u00fcberhaupt funktioniert und ob es \u00fcberhaupt stimmt, was ich gerade erz\u00e4hlt habe, wissen wir nicht einmal, als wir anfangen. Es ist nur eine Theorie. Eine schl\u00fcssige, wie gestern selbst Tansan zugab.<br \/>\nDanach wissen wir es aber. Und da wir auf den Monitoren und im Panoramafenster den dunklen Kerneleingang sehen, muss es wohl stimmen. Zumindest funktioniert es so, egal, was die Erkl\u00e4rung ist.<br \/>\nNur das z\u00e4hlt am Ende.<br \/>\n\u201eGeil\u201c, sagt Ona.<br \/>\n\u201eWas ist geil?\u201c, erkundigt sich Kevin.<br \/>\nOna mustert ihn. \u201eEs hat funktioniert. Ist f\u00fcr uns ja auch neu. Bis vor ein paar Stunden waren wir ausschlie\u00dflich in der Verborgenen Welt unterwegs. Oder im Embryouniversum. Oder im anderen Universum. Aber euer Universum ist viel spannender.\u201c<br \/>\n\u201eErnsthaft jetzt?\u201c, frage ich.<br \/>\n\u201eNicht?\u201c<br \/>\n\u201eHallo?\u201c<br \/>\n\u201eIch habe ja nicht gesagt, dass unseres langweilig ist!\u201c<br \/>\n\u201eIst es n\u00e4mlich auch nicht!\u201c, bekommt sie, nicht v\u00f6llig unerwartet, Unterst\u00fctzung von ihrem zuk\u00fcnftigen Ehemann.<br \/>\n\u201eDanke, der Herr!\u201c<br \/>\n\u201eKein Ding. Da wir heiraten werden, helfen wir einander.\u201c<br \/>\nOna starrt ihn an.<br \/>\n\u201eDa hat sich jemand fr\u00fch festgelegt\u201c, bemerkt Ben.<br \/>\n\u201eUnd er l\u00e4sst sich davon auch nicht abbringen\u201c, erkl\u00e4re ich. \u201eWie auch immer, wir sind am Kernel!\u201c<br \/>\n\u201eDann sollten wir ihn mal anschauen\u201c, sagt Ryema. \u201eDie 18 Planeten sind weg, aber ansonsten sehe ich keine Spur der Zerst\u00f6rung.\u201c<br \/>\n\u201eFliegt uns hinein\u201c, sage ich zu den M\u00e4dchen, die an den Pulten sitzen. Wie fast immer inzwischen, sind es Helena und Jody. Aber warum auch nicht? Sie machen einen guten Job, das haben sie inzwischen einige Male bewiesen, unter anderem beim Kampf an diesem Ort, als wir Onanda trafen.<br \/>\nDer Kernel sieht wirklich unbesch\u00e4digt aus, aber auch gespenstisch ruhig und dunkel. Ein heller Ort war er nie, aber er f\u00fchlt sich jetzt wie tot an. Vielleicht, weil er das irgendwie auch ist. Sonst br\u00e4uchten wir ihn ja nicht zu aktivieren.<br \/>\nJody parkt das Schiff vor der dunklen Station. Keine Br\u00fccke bewegt sich auf uns zu, nirgendwo ein Licht, nirgendwo auch nur die Spur von Leben.<br \/>\n\u201eEin k\u00fchler Empfang\u201c, stelle ich fest.<br \/>\n\u201eJa, allerdings\u201c, nickt Ryema. \u201eWir kommen da nicht hinein, wie es aussieht. Mit Gewalt brauchen wir es gar nicht erst zu probieren.\u201c<br \/>\n\u201eUnd was jetzt?\u201c, fragt meine Mutter.<br \/>\nIch zucke die Achseln. \u201eKeine Ahnung. Irgendwie muss es gehen, Drachenkind stellt uns keine unm\u00f6glichen Aufgaben. Nur solche, die unm\u00f6glich wirken.\u201c<br \/>\n\u201eHa, ha\u201c, sagt Margret.<br \/>\n\u201eNicht?\u201c<br \/>\n\u201eDoch, du hast recht.\u201c Sie geht nach vorne, bis sie das Panoramafenster fast ber\u00fchrt, und starrt nach drau\u00dfen.<br \/>\n\u201eHypnotisierst du den Kernel, mein Schatz?\u201c, erkundigt sich Michael.<br \/>\n\u201eArschloch.\u201c<br \/>\nUps?! Ich kann f\u00f6rmlich h\u00f6ren, wie ihre Familie den Atem anh\u00e4lt.<br \/>\n\u201eIhr habt sie verdorben und angesteckt\u201c, teilt mir Michael mit.<br \/>\n\u201eUnd, gef\u00e4llt dir die neue Margret nicht?\u201c, hake ich nach.<br \/>\n\u201eDoch\u201c, antwortet er grinsend. \u201eIn jeder Hinsicht und in jeder Lage.\u201c<br \/>\nMargret f\u00e4hrt herum. \u201eHalt den Mund oder ich brenne dir die Haare weg!\u201c<br \/>\n\u201eMargret?\u201c Nadine kann sich nicht mehr zur\u00fcckhalten.<br \/>\nMargret l\u00e4chelt ihr zu. \u201eAlles in Ordnung, Mum. Michael hat schon recht. Das K\u00e4mpfen und T\u00f6ten ver\u00e4ndert einen wirklich.\u201c<br \/>\n\u201eDu hast get\u00f6tet?\u201c, fragt ihre Mutter entsetzt.<br \/>\n\u201eWas hast du denn gedacht, was es bedeutet, dass ich mitk\u00e4mpfe? Ich glaube, alle, zumindest die Erwachsenen, aus der Gruppe haben get\u00f6tet. Mehr als einmal.\u201c<br \/>\n\u201eNicht nur die Erwachsenen!\u201c, protestiert Sam.<br \/>\n\u201eDich hat niemand gefragt, Zwerg\u201c, mischt sich Halpha ein.<br \/>\n\u201eAu\u00dferdem ist das nichts, worauf man stolz sein muss\u201c, f\u00fcge ich hinzu.<br \/>\n\u201eDu hast doch auch get\u00f6tet!\u201c<br \/>\n\u201eJa, sehr oft sogar. Aber nie ohne Grund.\u201c<br \/>\n\u201eIch auch nicht! Und das wei\u00dft du auch ganz genau!\u201c<br \/>\nIch mustere Sam, dann nicke ich langsam. \u201eJa, wei\u00df ich. Aber ich wei\u00df auch, wie gef\u00e4hrlich die Dunkelheit in einem werden kann.\u201c<br \/>\n\u201eOkay\u201c, sagt sie nach einem Moment. \u201eTut mir leid.\u201c<br \/>\n\u201eSchon gut. Ihr habt ja was versprochen, du und Kian. Okay, Leute, irgendwelche Ideen, was wir jetzt tun sollen?\u201c<br \/>\n\u201eWir fragen den Nieser.\u201c<br \/>\nIch starre meinen Sohn an. \u201eWen? Ach so, den Nieser? Den Virenf\u00e4nger?\u201c<br \/>\nEr nickt.<br \/>\n\u201eWas willst du ihn denn fragen?\u201c, fragt Ona.<br \/>\n\u201eWo der Schl\u00fcssel ist. Was dachtest du denn?\u201c<br \/>\n\u201eNichts.\u201c<br \/>\n\u201eDas ist nicht gut. Ich heirate nur eine intelligente Frau!\u201c<br \/>\nOh mein Gott! Ich schlie\u00dfe kurz die Augen und beschlie\u00dfe, gar keine Diskussionen dieser Art zu tolerieren.<br \/>\n\u201eVirenf\u00e4nger ist eine gute Idee\u201c, sage ich und meine Stimme zittert leicht. \u201eWir wollen keine Zeit verlieren.\u201c<br \/>\nDabei ignoriere ich Onas b\u00f6ses Grinsen.<br \/>\nWir legen uns auf den Boden. Katharina liegt links von mir, und meine Mutter legt sich auf die andere Seite. Ich sehe sie \u00fcberrascht an.<br \/>\n\u201eVielleicht hilft es ja\u201c, sagt sie nur.<br \/>\nDarauf antworte ich lieber nicht. Die Geste z\u00e4hlt.<br \/>\nKurz darauf blicken wir auf Sarok.<br \/>\n\u201eWieso ist das so dunkel?\u201c, fragt Kevin. \u201eSchlafen die alle?\u201c<br \/>\n\u201eNope\u201c, antwortet Sam. \u201eEs gibt auf dem Planeten nur einen Ort, Gorliando, dort lebt \u2026 niest der Virenf\u00e4nger.\u201c<br \/>\n\u201eEin ganzer Planet f\u00fcr einen Ort?!\u201c<br \/>\n\u201eWir sind in der Verborgenen Welt.\u201c<br \/>\n\u201eEcht? Woran erkennt man das?\u201c<br \/>\n\u201eDer Weltraum ist hell, zum Beispiel. Im Gegensatz zu diesem verf&#8230; komischen Planeten.\u201c<br \/>\nRyema atmet durch.<br \/>\n\u201eWer will mit?\u201c, erkundige ich mich.<br \/>\nEs wird voll. Sowohl meine Eltern als auch Margrets Familie wollen den Virenf\u00e4nger kennenlernen. Wenig \u00fcberraschend bleiben Bridge und Loiker an Bord, aber nicht nur die. Trotzdem wird die F\u00e4hre mal wieder fast voll.<br \/>\n\u201eGibt es kein Beamen?\u201c, erkundigt sich Kevin. \u201eW\u00e4re doch viel praktischer.\u201c<br \/>\n\u201eBeamen ist f\u00fcr Langstrecken\u201c, antwortet Sam. \u201eF\u00fcr gaaanz lange Strecken. Zum Beispiel vom Ende des Universums hierher.\u201c<br \/>\n\u201eJa, schon gut, ich habe verstanden.\u201c<br \/>\nSam grinst zufrieden, dann startet sie die F\u00e4hre und wir fliegen aus dem Schiff. Wir kommen ohne weitere Zwischenf\u00e4lle auf dem Planeten an und landen in der N\u00e4he von Gorliando. Selbstverst\u00e4ndlich ist das nicht, wie wir ja inzwischen wissen.<br \/>\nWir begeben uns zum Haus der Suchergebnisse. Ich gehe ein St\u00fcck vor, begleitet von Katharina, da ich keine Lust auf die Begeisterung der Neuen habe, auch nicht darauf, ihre Fragen zu beantworten. Sollen andere das machen. Sam \u00fcbernimmt das mit erstaunlicher Begeisterung. Ich habe das dumpfe Gef\u00fchl, der Grund daf\u00fcr k\u00f6nnte Kevin sein.<br \/>\nOkaaay \u2026 Nun ja, sie kommt langsam in das Alter, in dem die ersten Erfahrungen gesammelt werden. Allerdings k\u00f6nnte es eine Entt\u00e4uschung werden, denn f\u00fcr Kevin ist sie wohl noch ein Kind. Er interessiert sich eher f\u00fcr Ona, glaube ich. Aber gut, auch das geh\u00f6rt dazu. Ich wei\u00df das.<br \/>\nSam, Kevin und Ona geben die Suchfrage ab, begleitet von seinen Eltern. Meine Eltern bleiben bei Katharina und mir.<br \/>\n\u201eWie funktioniert das hier eigentlich?\u201c, fragt meine Mutter. \u201eNiest da einer wirklich?\u201c<br \/>\n\u201eYep!\u201c, erwidere ich. \u201eHaust angeblich in einem Turm, da dr\u00fcben. Frag mich nicht nach Details, damit will ich mich gar nicht besch\u00e4ftigen. Fakt ist, dass es auf fast alles eine Antwort gibt, und die Antwort ist immer korrekt.\u201c<br \/>\n\u201eDamit kann ich leben\u201c, murmelt sie.<br \/>\n\u201eIrgendwie hat das was von einem Ausflug mit Freunden\u201c, stellt Jack fest.<br \/>\n\u201eJa, so geht es mir auch immer, wenn die Kinder dabei sind. Manchmal ist es irgendwie auch einer. Hat jemand zuf\u00e4llig eine Zigarette dabei?\u201c<br \/>\nLeider nein. Und mir f\u00e4llt auf, wie lange ich schon nicht mehr geraucht habe. Gef\u00fchlt eine Ewigkeit.<br \/>\n\u201eRauchen ist sowieso nicht gut f\u00fcr das Kind.\u201c<br \/>\n\u201eMama! Nicht schon wieder! Kelly ist au\u00dferdem unsterblich.\u201c<br \/>\n\u201eIst ja gut.\u201c<br \/>\n\u201eH\u00f6r zu, ich verstehe dich ja, seitdem ich selbst Mutter bin. Aber ich habe auch gelernt, dass es wichtig ist, sich zur\u00fcckzunehmen. Selbst bei so einem Kleinen wie Kian.\u201c<br \/>\n\u201eIm Grunde wei\u00df ich das auch. Ich glaube sogar, dass ich euch viel Freiraum gelassen habe.\u201c<br \/>\nIch denke dar\u00fcber nach. Es stimmt, ich hatte viele Freiheiten, die andere M\u00e4dchen in meinem Alter nicht hatten. Meine Mutter hatte mir nur wenige Dinge kategorisch verboten, und wenn, dann nicht f\u00fcr immer.<br \/>\n\u201eHabe ich recht, Kind?\u201c<br \/>\n\u201eHast du. Nur dass ich kein Kind mehr bin!\u201c<br \/>\n\u201eDu bleibst aber immer mein Kind. Du wirst sehen, wenn deine Kinder erwachsen sind, dass es Gewohnheiten gibt, die gerade dann wichtig sein werden.\u201c<br \/>\n\u201eWieso sollte es mir wichtig sein, Kian Kind zu nennen, wenn er erwachsen ist?!\u201c<br \/>\n\u201eDu wirst schon sehen\u201c, antwortet sie nur.<br \/>\nFuck! Hallo? So ein Quatsch.<br \/>\n\u201eEr ist ja auch nicht s\u00fc\u00df\u201c, bemerkt Katharina.<br \/>\n\u201eWie bitte?\u201c<br \/>\n\u201eKian. Nicht s\u00fc\u00df.\u201c<br \/>\n\u201eDoch, er ist mein S\u00fc\u00dfer!\u201c<br \/>\n\u201eGenau\u201c, erwidert sie grinsend. Selbst meine Eltern grinsen.<br \/>\nHallo?!<br \/>\nIch will eine Zigarette!<br \/>\nStattdessen gibt es ein Suchergebnis.<br \/>\n\u201eIn der Verborgenen Welt\u201c, liest Sam vor.<br \/>\n\u201e\u00c4h, was war denn die Frage?\u201c, erkundigt sich Margret.<br \/>\n\u201eWo ist der Schl\u00fcssel zum Kernel?\u201c<br \/>\n\u201eUnd die antworten, dass er in der Verborgenen Welt ist?!\u201c<br \/>\n\u201eGanz genau\u201c, nickt Sam.<br \/>\n\u201eDas ist doch \u2026 schei\u00dfe!\u201c<br \/>\nMargrets Familie starrt sie entgeistert an.<br \/>\n\u201eWas? Michael kann euch best\u00e4tigen, dass Fiona mich angesteckt hat!\u201c<br \/>\n\u201eGanz genau\u201c, best\u00e4tigt dieser.<br \/>\n\u201eIhr seid doof\u201c, erkl\u00e4re ich. \u201eWie sollen wir den Schl\u00fcssel bittesch\u00f6n in der Verborgenen Welt finden?\u201c<br \/>\n\u201eWie sieht er denn aus?\u201c, fragt mein Vater.<br \/>\nIch zucke die Achseln.<br \/>\n\u201eKann uns denn diese anachronistische Suchmaschine das nicht sagen?\u201c<br \/>\n\u201eBestimmt!\u201c, ruft Sam und rennt los.<br \/>\n\u201eIch bin stolz auf dich, Jason\u201c, sagt meine Mutter.<br \/>\n\u201eWie bitte?\u201c Es ist nicht einfach, meinen Vater fassungslos zu machen, aber meiner Mutter gelingt das immer wieder.<br \/>\n\u201eDu hast mit deiner Idee dazu beigetragen, dass wir weiterkommen.\u201c<br \/>\n\u201eDas steht doch noch gar nicht fest.\u201c<br \/>\n\u201eIch bin da ganz zuversichtlich.\u201c<br \/>\nIch schaue Katharina an, dann gehe ich abseits. Das ist ja kaum zu ertragen.<br \/>\nMein Vater k\u00f6nnte recht behalten. Sam liest wieder die Antwort vor.<br \/>\n\u201eSpieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die Sch\u00f6nste im ganzen Universum?\u201c<br \/>\n\u201eOh nein!\u201c, st\u00f6hne ich.<br \/>\n\u201eWas ist denn?\u201c, fragt Nadine.<br \/>\n\u201eErstens bedeutet das, dass wir schon wieder bei Schneewittchens b\u00f6ser Stiefmutter aufkreuzen. Die dreht noch durch. Und zweitens, was ist das denn f\u00fcr eine Antwort?\u201c<br \/>\n\u201eEine d\u00e4mliche\u201c, stellt Sam fest.<br \/>\n\u201eVielleicht etwas kryptisch\u201c, bemerkt mein Vater. \u201eAber vielleicht auch ein wichtiger Hinweis. M\u00f6glicherweise gibt es ja etwas, was als das Sch\u00f6nste im Universum gilt.\u201c<br \/>\n\u201eIn der Antwort steht aber wer, nicht was\u201c, erwidere ich. \u201eEs geht um ein Wesen, etwas Lebendes. Das macht es in keinster Weise einfacher. So eine verdammte Schei\u00dfe!\u201c<br \/>\n\u201eNa\u201c, sagt Ryema.<br \/>\n\u201eSorry. Okay, wir fliegen erst zu Schneewittchen, immerhin ist sie im entsprechenden M\u00e4rchen gemeint.\u201c<br \/>\n\u201eIst sie denn so sch\u00f6n, dass sie die Sch\u00f6nste im Universum sein k\u00f6nnte?\u201c, fragt meine Mutter.<br \/>\nIch zucke die Achseln. \u201eAls wenn Sch\u00f6nheit so eindeutig festlegbar w\u00e4re. Au\u00dfer in der Mathematik.\u201c<br \/>\n\u201eVielleicht ist das ja gemeint\u201c, sagt Edgar.<br \/>\n\u201eIch kann es mir nicht vorstellen, aber ausschlie\u00dfen kann ich es auch nicht. Wie auch immer, der Spruch deutet auf Schneewittchens Clan hin, also besuchen wir sie.\u201c<br \/>\nMangels einer besseren Idee sind alle einverstanden. Daher marschieren wir zur F\u00e4hre und fliegen zum Schiff, wo wir den Heimgebliebenen erkl\u00e4ren, wie es weitergeht.<br \/>\nZumindest Bridge sieht man an, dass sie etwas entgeistert ist.<br \/>\nUnd Tansan wohl auch. \u201eDas ergibt keinen Sinn\u201c, sagt er. \u201eDiese Antwort ist sinnlos.\u201c<br \/>\nBei ihm ein Ausdruck absoluter Ratlosigkeit.<br \/>\n\u201eAlter Mann, wir sind tats\u00e4chlich mal einer Meinung\u201c, stellt Halpha fest. \u201eKommt, M\u00e4dels, wir bereiten den Trancesprung schon mal vor.\u201c<br \/>\nTrancesprung?<br \/>\n\u201eTrancesprung?\u201c, wiederholt mein Vater am\u00fcsiert.<br \/>\n\u201eTrancesprung\u201c, nickt Margret und eilt den anderen M\u00e4dels hinterher.<br \/>\nWir folgen etwas langsamer, zumal wir eh nicht alle in den Aufzug passen. Die Treppe kommt aus irgendeinem Grund nicht infrage. Wie immer. Fliegend ist sie sehr praktisch, finde ich.<br \/>\nDer Trancesprung, wie das anscheinend jetzt hei\u00dft, obwohl ich Gleiten sympathischer finde, da es was mit Ruhe zu tun hat, ist inzwischen Routine. Allerdings wird die Br\u00fccke immer voller. W\u00e4hrend ich mich hinlege, muss ich daran denken, wie ich mal ganz alleine angefangen habe, als ich in der Spinnenwelt ankam. Irgendwie ist ja seitdem alles eine einzige Geschichte. Ich glaube schon, dass alles zusammengeh\u00f6rt. Die anderen drei finden, die erste Aufgabe l\u00f6sen, dann die folgenden, alles nur, um dieses Universum zu retten. Okay, das wusste ich damals noch nicht, im Gegenteil, ich war fest davon \u00fcberzeugt, dass \u2026<br \/>\nKatharina k\u00fcsst mich und liegt halb auf mir.<br \/>\n\u201eWas denn?\u201c<br \/>\n\u201eHilfst du uns?\u201c<br \/>\n\u201eHelfen? Wobei?\u201c<br \/>\n\u201eBeim Trancespringen. Wo warst du gerade?\u201c<br \/>\n\u201eIn der Vergangenheit. Ja, okay, ich helfe euch. K\u00f6nnen wir jetzt anfangen?\u201c<br \/>\nKatharina mustert mich kurz nachdenklich, dann legt sie sich wieder hin und wir springen halt. Direkt \u00fcber den Wald, in dem sich auch Schneewittchens Haus befindet.<br \/>\nAls wir landen, kommen die Gopfs um die Ecke gefetzt, erkennen uns, erstarren, dann drehen sie sich um und trotten davon. Die sind ja doch lernf\u00e4hig!<br \/>\nSchneewittchen lehnt sich aus einem Fenster und starrt uns an.<br \/>\n\u201eHallo, Schneewittchen\u201c, winkt ihr Kian zu.<br \/>\nSie winkt unsicher zur\u00fcck. \u201eWieso werden es immer mehr Leute, mit denen du kommst, Fiona?\u201c<br \/>\n\u201eIst das Schneewittchen?\u201c, h\u00f6re ich Kevin jemanden fl\u00fcsternd fragen, die Antwort bekomme ich aber nicht mehr mit, weil ich zu ihr spaziere.<br \/>\n\u201eViel mehr werden es vermutlich nicht mehr. Wir haben nur noch eine Aufgabe zu l\u00f6sen. Die Gefrorene Welt ist wieder da, aber der Kernel noch inaktiv. Wir suchen den Schl\u00fcssel. Also haben wir den Virenf\u00e4nger gefragt und der hat etwas Kryptisches geantwortet.\u201c<br \/>\n\u201eSpieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die Sch\u00f6nste im ganzen Universum?\u201c, wiederholt Sam.<br \/>\n\u201eJa, genau, das.\u201c<br \/>\n\u201eOh, das klingt irgendwie schon nach meinem M\u00e4rchen\u201c, sagt Schneewittchen mit gro\u00dfen Augen. \u201eAber ich habe keine Ahnung, wer gemeint sein k\u00f6nnte!\u201c<br \/>\n\u201eWir auch nicht\u201c, seufze ich. \u201eSo eine verdammte &#8230;\u201c<br \/>\nKatharina legt ihre Hand auf meinen Mund und l\u00e4chelt Schneewittchen an. \u201eVielleicht erfahren wir was vom Spiegel.\u201c<br \/>\n\u201eIhr kennt ja den Weg\u201c, sagt sie.<br \/>\n\u201eBegleitest du uns nicht?\u201c, erkundige ich mich.<br \/>\n\u201eNein. Dank euch habe ich meine Stiefmutter \u00f6fter besucht als die ganze Zeit davor!\u201c<br \/>\n\u201eDas geht nat\u00fcrlich gar nicht\u201c, stellt Jody fest.<br \/>\n\u201eWie oft besuchst du deine Eltern?\u201c, erkundigt sich Schneewittchen.<br \/>\n\u201e\u00c4hm \u2026 Mal sehen, wann ich \u00fcberhaupt die Zeit daf\u00fcr habe.\u201c<br \/>\n\u201eWillst du sie denn \u00fcberhaupt besuchen?\u201c<br \/>\nJody zuckt die Achseln. \u201eIch habe schon verstanden, was du mir sagen willst, Schneewittchen. Ich kenne auch das M\u00e4rchen. Aber es ist ja nicht alles genauso. Im M\u00e4rchen gibt es diese wandelnden Gebisse ja auch nicht.\u201c<br \/>\n\u201eJa, das ist wahr. Aber du hast kein gutes Verh\u00e4ltnis zu deinen Eltern, richtig?\u201c<br \/>\n\u201eKann schon sein.\u201c<br \/>\nSchneewittchen scheint zu beschlie\u00dfen, da nicht weiter nachzubohren. Sie sieht sich um und ihr Blick bleibt an meiner Mutter h\u00e4ngen.<br \/>\n\u201eDu bist Fionas Mutter? Ihre leibliche Mutter?\u201c<br \/>\nDie Angefragte nickt, sichtlich beeindruckt. Schneewittchen hat mit ihr gesprochen! Eine legend\u00e4re M\u00e4rchenfigur!<br \/>\n\u201eIch freue mich sehr, dich kennenzulernen!\u201c, sagt Schneewittchen, nicht minder begeistert. \u201eUnd dein Vater, Fiona?\u201c<br \/>\n\u201eWie hast du das blo\u00df erraten?\u201c<br \/>\nSchneewittchen strahlt mich an. \u201eDu bist fast so witzig wie deine Klone!\u201c<br \/>\n\u201eMusstest du das jetzt erw\u00e4hnen? Willst du mir den ganzen Tag verderben?!\u201c<br \/>\n\u201eOh, mir war nicht bewusst, dass du so ungern \u00fcber deine Klone redest.\u201c<br \/>\n\u201eTue ich auch nicht.\u201c Ich seufze. \u201eOkay, ein wenig doch, vor allem, weil die Ereignisse nicht so sch\u00f6n waren. Aber wei\u00dft du was? Ohne sie h\u00e4tte ich dich niemals kennengelernt.\u201c<br \/>\n\u201eUnd die b\u00f6se Stiefmutter!\u201c, f\u00fcgt Sam hinzu.<br \/>\n\u201eSie ist nicht wirklich b\u00f6se\u201c, erkl\u00e4rt Schneewittchen.<br \/>\n\u201eWei\u00df ich doch.\u201c<br \/>\n\u201eAch so, du versuchst auch, witzig zu sein.\u201c<br \/>\nSam schneidet eine Grimasse, schweigt aber lieber. Sie will wohl Halpha nachher nicht noch mehr Steilvorlagen liefern.<br \/>\nBerechtigterweise.<br \/>\nWir verabschieden uns von Schneewittchen und fliegen mit der F\u00e4hre zum Schloss der Stiefmutter. Wie schon einmal, landen wir wieder im Vorgarten und werden von der Stiefmutter nonchalant begr\u00fc\u00dft.<br \/>\n\u201eMeine Stieftochter schickt euch, um mich in den Wahnsinn zu treiben, nicht wahr?\u201c<br \/>\n\u201eSo k\u00f6nnte es sein, ist es aber nicht\u201c, antworte ich.<br \/>\n\u201eDann willst du mir deine Eltern vorstellen?\u201c Sie beobachtet die Erw\u00e4hnten neugierig.<br \/>\n\u201eNun, da sie dabei sind, k\u00f6nnen wir das nat\u00fcrlich auch erledigen\u201c, nicke ich. \u201eHaupts\u00e4chlich kommen wir wegen des Spiegels. Es sei denn, du kannst das R\u00e4tsel l\u00f6sen.\u201c<br \/>\nSie zieht die Augenbrauen hoch. \u201eEin R\u00e4tsel? Das klingt spannend. Wie lautet das R\u00e4tsel denn?\u201c<br \/>\n\u201eSpieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die Sch\u00f6nste im ganzen Universum?\u201c, rezitiert Sam.<br \/>\n\u201eIm ganzen Universum? Ich gebe zu, Schneewittchen ist fast so sch\u00f6n wie ich, doch selbst ich hielte es f\u00fcr gr\u00f6\u00dfenwahnsinnig, mich als die Sch\u00f6nste im gesamten Universum zu betrachten.\u201c<br \/>\n\u201eDas hilft uns nicht\u201c, erwidert Ona.<br \/>\n\u201eDas bedauere ich nat\u00fcrlich au\u00dferordentlich, junge Dame. Doch wieso sucht ihr sie?\u201c<br \/>\n\u201eSie soll der Schl\u00fcssel zum Kernel sein, den wir aktivieren m\u00fcssen, damit das Universum nicht doch noch f\u00fcr immer archiviert wird.\u201c<br \/>\nWir starren Ona an.<br \/>\n\u201eWas denn? Stimmt das nicht?\u201c<br \/>\n\u201eDoch\u201c, antworte ich. \u201eAber du redest davon, als w\u00e4re es irgendwie so ein Vorgang wie Archivieren, was man halt so tut, weil es dazu geh\u00f6rt.\u201c<br \/>\n\u201eQuatsch. F\u00fcr das Archivierte ist das nat\u00fcrlich fatal.\u201c<br \/>\n\u201eDas wird ja immer schlimmer\u201c, sagt Margret. \u201eH\u00f6r einfach auf zu reden.\u201c<br \/>\n\u201eFick dich doch.\u201c<br \/>\nMargret runzelt die Stirn. Zeit f\u00fcr mich, aktiv zu werden.<br \/>\n\u201eWenn ich dich richtig verstanden habe, wei\u00dft du auch nicht, wer gemeint sein k\u00f6nnte.\u201c<br \/>\nDie Stiefmutter sch\u00fcttelt majest\u00e4tisch den Kopf. \u201eAber ich vermute, ihr w\u00fcrdet gerne den Spiegel fragen.\u201c<br \/>\n\u201eDas w\u00fcrde vielleicht helfen.\u201c<br \/>\n\u201eDann folgt mir. Auch wenn ihr den Weg kennen d\u00fcrftet.\u201c Sie l\u00e4chelt meinen Eltern zu, dann schwebt sie vor. Gehen kann man das ja nicht nennen, was sie vollf\u00fchrt. Vorf\u00fchrt. Sie ist K\u00f6nigin durch und durch. M\u00f6chte ich auch so sein? Ich glaube nicht. Aber ich habe ja auch echte Untertanen.<br \/>\nMeine Mutter packt von hinten meinen Arm. \u201eDie sind ja beide v\u00f6llig anders als im M\u00e4rchen!\u201c, fl\u00fcstert sie.<br \/>\n\u201eEs sind Albtraumversionen, wir sind in Somnita, der M\u00fcllhalde f\u00fcr Tr\u00e4ume.\u201c<br \/>\n\u201eM\u00fcllhalde?\u201c<br \/>\n\u201eEine gigantische M\u00fcllhalde.\u201c<br \/>\n\u201eSei nicht so respektlos, Fiona\u201c, bemerkt die K\u00f6nigin.<br \/>\n\u201eDu hast gute Ohren.\u201c<br \/>\n\u201eUnd lenk nicht ab!\u201c<br \/>\n\u201eJa. Tut mir leid.\u201c<br \/>\n\u201eSchon gut. Eigentlich hast du recht, was Somnita betrifft.\u201c<br \/>\n\u201eIch wei\u00df nicht. Ich habe es zwar selbst gesagt, aber in Wirklichkeit denke ich das nicht. Mein verstorbener Mann, meine verstorbene Tochter und meine verstorbene beste Freundin leben in der Zentralverwaltung. Was man so leben nennen kann.\u201c<br \/>\nDie K\u00f6nigin bleibt stehen und sieht mich an. \u201eSie sind aber echt, nicht das Ergebnis von Albtr\u00e4umen?\u201c<br \/>\n\u201eJa, sie sind echt.\u201c<br \/>\n\u201eIch verstehe. Gehen wir weiter.\u201c<br \/>\nDas ist mir sehr recht, denn das Thema nimmt mich mal wieder mit.<br \/>\n\u201eHabe ich dir schon gesagt, dass ich dringend Urlaub haben will, wenn die Schei\u00dfe hier vorbei ist?\u201c, frage ich Katharina fl\u00fcsternd.<br \/>\n\u201eMehrmals.\u201c<br \/>\n\u201eDann meine ich es wohl ernst.\u201c<br \/>\n\u201eDefinitiv.\u201c<br \/>\n\u201eArschloch.\u201c<br \/>\n\u201eIch liebe dich auch.\u201c<br \/>\nIm Spiegelzimmer wird es voll. Und der Spiegel ist anscheinend so \u00fcberrascht, dass er vergisst, dunkel zu werden.<br \/>\n\u201eIch bin mir nicht sicher, ob ich mich geehrt oder bel\u00e4stigt f\u00fchlen sollte\u201c, brummt er.<br \/>\n\u201eSuch es dir aus\u201c, erwidert Sam.<br \/>\n\u201eAh, du warst doch beim letzten Mal schon dabei, nicht wahr?\u201c<br \/>\n\u201eJa, aber da habe ich nichts gesagt.\u201c<br \/>\n\u201eIch hoffe, nicht, weil du Angst vor mir hast.\u201c<br \/>\nSam starrt den Spiegel an, w\u00e4hrend Einige lachen. Ich fast auch. Es f\u00e4llt mir aber schwer, mich in Selbstbeherrschung zu \u00fcben.<br \/>\n\u201eDer Reaktion deiner Gef\u00e4hrten entnehme ich, dass du eher kein \u00e4ngstlicher Mensch bist\u201c, sagt der Spiegel.<br \/>\n\u201eNein, eher nicht\u201c, antwortet Sam. \u201eUnd wenn mich doch mal etwas \u00e4ngstigt, dann erschie&#8230;\u201c<br \/>\n\u201eSam\u201c, sage ich ruhig.<br \/>\n\u201e\u00c4hm \u2026 Kommt eigentlich nie vor.\u201c<br \/>\n\u201eDanke.\u201c<br \/>\n\u201eNun, ich denke, ich sollte mich geehrt f\u00fchlen. Was kann ich diesmal f\u00fcr euch tun?\u201c<br \/>\nIch schaue Sam an.<br \/>\n\u201eSpieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die Sch\u00f6nste im ganzen Universum?\u201c, sagt sie.<br \/>\n\u201ePflichtgem\u00e4\u00df m\u00fcsste ich jetzt Schneewittchen nennen\u201c, erkl\u00e4rt der Spiegel. \u201eAber mich d\u00fcnkt, sie k\u00f6nnte hier nicht gemeint sein.\u201c<br \/>\n\u201eDas d\u00fcnkt uns auch\u201c, erwidert Sam. \u201eUnd eine andere Idee hast du nicht?\u201c<br \/>\n\u201eLeider nein, junge Dame.\u201c<br \/>\n\u201eSam.\u201c<br \/>\n\u201eWie bitte?\u201c<br \/>\n\u201eIch hei\u00dfe Sam!\u201c<br \/>\n\u201eIch verstehe, junge Dame.\u201c<br \/>\nSams Augen verengen sich. Ich trete hinter sie und lege die H\u00e4nde auf ihre Schultern.<br \/>\n\u201eVielen Dank, lieber Spiegel. Mich d\u00fcnkt, dass unsere Besuche in Zukunft m\u00f6glicherweise seltener werden, denn wir haben unsere Aufgabe fast erf\u00fcllt. Doch sicher ich mir bin, dass wir uns dennoch sehen werden.\u201c<br \/>\n\u201eSo sei es, eine von drei.\u201c<br \/>\nDer Spiegel hat heute ja eine provozierende Laune, glaube ich. Ich zwinge mich zu einem L\u00e4cheln, dann verlassen wir den Raum und begleiten die K\u00f6nigin in die Empfangshalle.<br \/>\n\u201e\u00dcberlegt es euch nochmal\u201c, sagt die K\u00f6nigin. \u201eIch lasse euch wirklich gerne den Westfl\u00fcgel herrichten. Nur das Ding in meinem Garten muss weg.\u201c<br \/>\n\u201eSehr freundlich von dir\u201c, erwidere ich. \u201eAber wir m\u00fcssen jetzt die Sch\u00f6nste im Universum finden. Danach werden wir urlaubsreif sein, mal sehen.\u201c<br \/>\n\u201eSehr gerne. Mein Angebot gilt.\u201c<br \/>\nAnschlie\u00dfend entfernen wir das Ding aus ihrem Garten und treffen uns an Bord in der K\u00fcche. Nur Halpha ist nicht dabei, sie fliegt das Schiff in den wabernden Nebel der Verborgenen Welt, weit entfernt von allem, was unter dem n\u00e4chsten Trancegleiten leiden k\u00f6nnte.<br \/>\n\u201eUnd was jetzt?\u201c, fasst Jody unseren Gem\u00fctszustand zusammen.<br \/>\n\u201eIch nehme einen Cappuccino\u201c, antworte ich.<br \/>\n\u201eMach ich dir!\u201c, ruft Kian und rennt zum Automaten. Auch Katharina bekommt einen, beide Becher l\u00e4sst er magisch zu uns schweben. Dann sieht er seine Gro\u00dfeltern fragend an. Vor Verbl\u00fcffung bestellt meine Mutter auch einen Cappuccino. Mein Vater nimmt einen Scotch.<br \/>\n\u201eIch wiederhole meine Frage\u201c, sagt Jody mit einem Weinglas in der Hand. \u201eUnd was jetzt?\u201c<br \/>\n\u201eJetzt trinkst du deinen Wein\u201c, antwortet Helena.<br \/>\n\u201eIch erschie\u00dfe dich gleich.\u201c<br \/>\n\u201eOh nein!\u201c, st\u00f6hnt Helena. \u201eBitte fang damit gar nicht erst an! Trink deinen Wein!\u201c<br \/>\nGrinsend nippt Jody an ihrem Glas und ignoriert Sams b\u00f6se Blicke.<br \/>\nHalpha kommt gleich darauf, holt sich ein Glas Whisky und verk\u00fcndet, dass sie eine Idee h\u00e4tte.<br \/>\n\u201eWas f\u00fcr eine Idee?\u201c, erkundigt sich Kevin. \u201eIch meine, zu was?\u201c<br \/>\n\u201eWie wir vielleicht herausfinden, wie wir den Kernel aktivieren.\u201c<br \/>\n\u201eDu hast eine Idee?\u201c, hakt Sam nach. \u201eErstaunlich.\u201c<br \/>\n\u201eZwerg, du nervst! Hast du eine Idee?\u201c<br \/>\nSam sch\u00fcttelt den Kopf und trinkt von ihrem Kakao. Ihre Augen funkeln am\u00fcsiert.<br \/>\n\u201eLass mal h\u00f6ren\u201c, sagt Ryema ruhig.<br \/>\n\u201eWir fragen die Bewohner der 18 Planeten. Ich meine, nat\u00fcrlich die ehemaligen, da es ja die 18 Planeten nicht mehr gibt. Etliche haben wir ja evakuieren k\u00f6nnen.\u201c<br \/>\n\u201eUnd wieso meinst du, die w\u00fcssten etwas, was uns weiterhilft?\u201c, erkundigt sich Nidea.<br \/>\n\u201eWieso nicht? Ich meine, wir reden von den 18 Planeten. Und deren Bewohnern. Die wissen schon eine Menge \u00fcber den Kernel.\u201c<br \/>\n\u201eDas stimmt\u201c, best\u00e4tigt Ryema. \u201eAllerdings wurden sie in der Hektik \u00fcberallhin evakuiert. Sie zu finden, wird nicht einfach.\u201c<br \/>\n\u201eDa kann ich vielleicht helfen\u201c, sagt Bridge. \u201eAn unsere Unterlagen kommen wir ja nicht dran, aber ich kann mich erinnern, dass Minister Kashowa von einem Schiff der Zuanod-F\u00f6deration mitgenommen wurde.\u201c<br \/>\n\u201eEinen Versuch ist es doch wert, oder?\u201c, fragt Halpha. \u201eBevor wir hier nur depressiv werden.\u201c<br \/>\n\u201eWir haben ja noch den Westfl\u00fcgel\u201c, murmele ich. \u201eAber ja, das sollten wir machen. Kann es da gef\u00e4hrlich werden?\u201c<br \/>\n\u201eNicht mehr als anderswo\u201c, antwortet Ryema. \u201eAggressive Regierungen haben uns damals gar nicht erst geholfen. Zumal alle Visz haben wollen, also sind sie daran interessiert, dass wir den Kernel aktivieren k\u00f6nnen.\u201c<br \/>\n\u201eNa gut. Dann trancegleiten wir. Wer f\u00fchrt?\u201c<br \/>\nRyema, Bridge und Halpha f\u00fchren gemeinsam. Niemand von uns war schon mal bei der Zuanod-F\u00f6deration, aber es gab h\u00e4ufigen Kontakt mit den Frachtern von denen und so hoffen wir, dass wir wenigstens in der N\u00e4he landen.<br \/>\nAls wir dann in die Gefrorene Welt materialisieren, ist es dunkel und wohl auch kalt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ralph klettert auf meinen Scho\u00df, von meinem Sohn aus gro\u00dfen Augen beobachtet. \u201eWas ist hier los?\u201c, erkundigt er sich. \u201eGuten Morgen, Ralph\u201c, antworte ich. \u201eWo ist deine Mutter?\u201c \u201eSie badet.\u201c \u201eAch ja, baden. 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