Querdenken, aber richtig

Warum die Monarchie die Staatsform der Zukunft ist Teil 2

Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.

Albert Einstein zugeschrieben

Unabhängig davon, ob Einstein es so gesagt oder auch nur gedacht hat, verdeutlicht dieser Satz sehr schön ein grundlegendes Problem der menschlichen Geschichte: Der Mensch ist nicht lernfähig. Einzelne Individuen sehr wohl, aber der Mensch als Teil einer Masse in psychologischem Sinne ist es nicht. Man könnte darüber nachdenken, welchen evolutionären Vorteil dem Menschen diese Eigenheit verschaffen mag. Zum Beispiel ist es schwieriger, mit selbst denkenden und intelligenten Menschen einen Krieg anzuzetteln und durchzuführen. In der Masse verschwindet die Intelligenz und spätestens im nächsten Krieg wird er zumindest dezimiert. Schlechte Voraussetzungen für eine zunehmende Intelligenz der Menschheit.

Es wird gerne von Schwarmintelligenz gesprochen, doch dieser Begriff bzw. deren Anwendung verkennt, dass es nicht der Schwarm ist, der intelligente Antworten gibt, sondern Einzelne, die im Schwarm die Frage vernehmen. Der Schwarm an sich ist dumm und leicht manipulierbar. Das ist bereits daran leicht zu erkennen, dass es immer die Massen sind, die von Demagogen angesprochen und Einzelne, die ausscheren, ausgesondert werden. Das funktioniert zuverlässig seit Jahrtausenden. Brexit beweist es, Trump beweist es, und der Umgang mit Corona beweist es auch.

Es ist zu vermuten, dass es genetische Gründe dafür geben könnte, wie sich Menschen in Massen verhalten. Für eine Population kann es überlebenswichtig sein, sich einheitlich zu verhalten, beispielsweise in Zeiten von Gefahr. Genauer gesagt, es könnte überlebenswichtig gewesen sein. Möglicherweise hat social media das alte, bewährte Wirkprinzip ausgehebelt und ins Gegenteil verkehrt. Das könnte fatal sein. Dann wäre cancel culture eine direkte, destruktive Auswirkung davon.

Lassen wir diesen Gedanken mal so stehen. Er wäre einen eigenen, längeren Beitrag wert. Hier geht es jedoch darum, warum Monarchie die Staatsform der Zukunft ist.

Aus der Neigung der Menschen, sich in Massen zu organisieren und als solche eine neue Entität zu bilden, ergibt sich zwingend die Notwendigkeit der Orientierung. Eine Masse an Menschen verfügt über keine Regelsysteme, mit deren Hilfe Entscheidungen getroffen werden können, die das gemeinsame Handeln bestimmen. Eine Masse ohne Führung agiert rein instinktiv – und dumm, im Gegensatz zu Tieren, denn der menschliche Instinkt ist im besten Fall an die Wildnis, in der sich der Mensch mal von Liane zu Liane schwang, angepasst. Instinkte kennen die Gegebenheiten menschlicher Zivilisation, wie entwickelt diese auch sein mag oder eben nicht – nicht. Eine führungslose Masse in einem regelbasierten Staat, was der Normalfall sein dürfte, würde alles vernichten, was sich ihr in den Weg stellt – die Massenpanik.

Eine Masse braucht demnach eine Führung, die ihrerseits aber keine Masse sein darf: siehe oben. Damit scheidet die Demokratie leider schon mal aus. Damit scheidet eigentlich jede Art der Führung aus, in der mehr als einer das Sagen hat.

Das heißt, betrachtet man die Sache pragmatisch, dass auf Dauer nur die Monarchie die Überlebensfähigkeit der Menschheit oder zumindest eines Teils derer sichert. Und zwar diejenige Monarchie, die einerseits unabhängig und selbstbestimmt Entscheidungen trifft, andererseits aber die Entscheidungen trifft, die gut für die Masse sind. Denn die Masse ist nicht besonders intelligent und erkennt den Sinn und Zweck komplexer Entscheidungen nicht. Im Gegenteil, je komplexer, abstrakter eine Entscheidung und deren Ziel sind, umso größer die Gefahr, dass die Masse nicht mitspielt – im besten Fall.

Ein guter König (gilt auch für eine gute Königin) ist also jemand, der sich nur auf sich selbst verlässt, zumindest in letzter Instanz, und der weiß, was die Menschen brauchen.

Die Menschheitsgeschichte ist voll von Beispielen, wie es nicht funktioniert. In einigen Fällen geht es schnell, bis der König seinen Kopf verliert, in anderen Fällen hält er sich erstaunlich lange; nämlich dann, wenn er intelligent genug ist, dem Volk glauben zu machen, es bekäme das, was es bräuchte. Wenn der König darauf achtet, dass es nicht zu einer kritischen Masse von Unzufriedenen kommt, kann er sich lange als König halten. Er profitiert genau von der oben beschriebenen, nennen wir es jetzt mal anders, Durchdringungsträgheit des Massendenkens.

Natürlich ist es in der Realität etwas komplexer, denn diverse regulatorische Systeme greifen ineinander, die dafür sorgen, dass Menschen sich erwünscht im Sinne des Systems verhalten; das kann häufig so weit gehen, dass Menschen es richtig finden, einen anderen Menschen zu töten und dies als gerechte Strafe ansehen. Die dieser Moral innewohnende Unlogik wird ihnen nicht erkennbar und verständlich. Für einen schlechten Monarch ist das eine Wohltat, denn auf diese Weise ist es oft ein Leichtes, unerwünschte Außenseiter, die sich der Masse nicht eingliedern, zu beseitigen. Paradoxerweise wird dieser Sachverhalt häufig und gerne in Thrillern thematisiert, doch dieselben, die den mutigen Helden, der diesen Missbrauch der Staatsgewalt aufdeckt, dafür feiern, finden nichts dabei, wenn, sogar im eigenen Land auch, der nächste Todeskandidat die Spritze bekommt. Die Ambivalenz der Moral wird selten so deutlich wie im Kontext der Todesstrafe.

Heißt das denn nun, es ist sozusagen alles verloren? Die Menschheit, letztlich eine dumbe Masse, die nur auf den richtigen Führer hoffen kann?

Die Frage ist nicht leicht zu beantworten. Die Menschheit hat zwar bewiesen, dass sie heute noch dieselbe instinktiv handelnde Masse ist wie immer schon; auf der anderen Seite dürfen wir die Errungenschaften des menschlichen Geistes, der menschlichen Kreativität nicht vergessen. Kultur und Wissenschaft sind ermutigende Hinweise darauf, dass es möglich zu sein scheint, sich von den alten Instinkten, deren deutlichstes Artefakt die Religionen sind, zu lösen. Doch zugleich ist es leicht zu erkennen, dass gerade die Religionen beides, Kultur und Wissenschaft, noch fest im Griff haben.

Wer weiß, vielleicht werden auf Dauer die guten Monarchen aufgrund von Selektion überleben und den Menschen eine Sozialisation zu selbst denkenden, selbst bestimmten, selbst kritisch hinterfragenden und selbst entscheidenden Wesen ermöglichen.

Mag allerdings sein, dass dies noch Jahrtausende dauert und am Ende eine ganz neue Art entstehen wird.

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