Querdenken, aber richtig

#sundaysforus oder Widerstand! Wogegen eigentlich?

Widerstand ist ein großes Wort, und wenn man beschließt, in den Widerstand zu gehen, sollte man zumindest wissen, wogegen sich der Widerstand richten sollte.

Ich habe dazu eine Idee: Wir leisten dem Datenmissbrauch Widerstand. Oder wenigstens der Nutzung unserer Daten, ohne dass wir dafür wirklich einen adäquaten Gegenwert erhalten.

Facebook zum Beispiel. Facebook verwertet unsere Daten und setzt damit Milliarden um. Also, Dollar und so. Oder auch Euro. Jedenfalls eine ganze Menge. Und wer hat genau nichts davon? Genau, wir, die gemeinen User. Wir dürfen vor Dankbarkeit auf die Knie fallen, dass wir Facebook überhaupt nutzen dürfen, ohne dagegen Beschwerde einlegen zu dürfen, dass aus mehr oder weniger fadenscheinigen Gründen Postings von uns verschwinden.

Damit ist jetzt Schluss! Wir leisten jetzt einfach mal Widerstand!

Das gilt aber nicht nur für Facebook. Google, Amazon und viele andere machen das ja genauso. Auch das RKI, übrigens. Oder die Gesundheitsämter und Krankenkassen. Oder die Politiker generell. Eigentlich ziemlich viele. Und was bekommen wir dafür?

Diese Frage darf jeder für sich selbst beantworten. Aber eins steht fest: Es ist zu wenig. Definitiv zu wenig.

Widerstand braucht ein Motto. Neumodisch einen Hashtag. Der Hashtag für diesen Widerstand lautet #sundaysforus. Und ich erkläre jetzt auch mal, warum er so heißt.

Stellt euch mal vor, es ist Krieg. Und keiner geht hin. Vor allem keine Soldaten. Was passiert dann? Genau: nichts. Deswegen hat ja mal Carl Sandburg in einem Gedicht geschrieben:

Sometime they ´ll give a war and nobody will come

Carl August Sandburg

woraus dann irgendwann die bekannte Parole wurde, so etwa 1981.

Also, wir haben unseren Krieg, der keiner ist, weil niemand mitmacht.

Und jetzt die Übertragung: Wir haben Facebook und nichts passiert, weil niemand mitmacht. Nur für einen Tag in jeder Woche. Und zwar am Sonntag. Jeden Sonntag in jedem Monat in jedem Jahr bleiben alle Menschen einfach mal offline. Was würde dann wohl passieren? Würden die das überhaupt merken?

Ich denke schon. Stellt Euch vor, jeden Sonntag verbringen wir im wahren Leben mit denen, die uns wichtig sind: mit uns selbst, mit unserer Familie, mit unseren Freunden. Der PC bleibt aus, das Handy bleibt aus. Es wird nichts gepostet, nicht auf Facebook, nicht auf Twitter, nicht sonstwo. Auf Amazon wird nichts bestellt. In Google wird nichts gesucht.

Was wird dann wohl passieren?

Ich weiß es nicht. Sicher aber ist, das merken sie. Ja, sie. All diejenigen, die wie selbstverständlich unsere Daten nutzen, all diejenigen, die glauben, wir machen alles mit, was sie wollen. All diejenigen, die uns einreden wollen, dass wir sie brauchen.

Dabei ist das genau umgekehrt. Sie brauchen uns. Ohne uns sind sie – nichts.

Es wird Zeit, dass sie das verstehen.

#sundaysforus