Kristallwelten-Saga,  Leseproben

Leseprobe: Fiona – Götter (Die Kristallwelten-Saga 10)

Ich nutze die Gelegenheit und lasse den Rest des Körpers in Flammen aufgehen. Das heiße Feuer entzündet im Nu auch die Sarafen und verscheucht einige Gikos, die sich wohl ansehen wollten, was hier an Spannendem passiert.
Ich lasse jetzt einen anhaltenden Feuerstrahl aus meinen Händen strömen. Der ist nicht so heiß wie ein Feuerball, aber heiß genug, um die Sarafen in Brand zu setzen, während ich den Kopf umrunde. Dazu muss ich teilweise durch die Überreste des Halses rennen, ist mir aber inzwischen auch egal. Nach dem Aufenthalt im Kopf der königlichen Giko kann mich so was nicht erschüttern.
Innerhalb weniger Sekunden habe ich auf diese Weise einen Feuerring um uns herum erzeugt, der die Gikos vorübergehend auf Abstand hält. Ich merke dabei, dass ich noch lange nicht bei vollen Kräften bin. Meine Beine sind wie Gummi. Katharina fängt mich auf, als ich das Gleichgewicht verliere.
„Die Anderen scheinen einen Ausweg gefunden zu haben“, bemerkt sie.
„Dann los. Ich will hier nur noch weg.“
Sie wohl auch, denn sie breitet die Flügel aus und erhebt sich. Einige besonders wagemutige Gikos versuchen über die Flammen zu springen, das endet böse für sie und fast böse auch für uns, weil sie uns nur knapp verfehlen.
Doch schließlich schaffen wir es und sind draußen.
Ona und die Zwillinge jagen den Miko und werden ihrerseits von Gobagos gejagt. Allerdings sind es nur drei. Katharina fliegt hinterher, ich visiere einen von ihnen an. Etwas schwierig, während ich von Katharina in den Armen getragen werde, aber ich schaffe es, einen der Flügel des Vogels zu treffen. Das reicht schon, um ihn aus dem Spiel zu nehmen. Die beiden anderen Gobagos merken, dass sich etwas verändert hat und drehen ab.
Zwischenzeitlich haben die Zwillinge den Miko eingeholt und halten ihn an den Flügeln fest. Cool, was man zu zweit alles schaffen kann, wenn man so ähnlich tickt. Der Miko findet das verständlicherweise weniger cool, aber Ona nutzt die Gelegenheit und nimmt ihn von hinten in den Schwitzkasten. Die Gegenwehr des Mikos erstickt sie mit einigen wohl gezielten Faustschlägen gegen die Nierengegend. Wo hat sie das denn gelernt? Jedenfalls hilft es, der Miko erschlafft. Auf diese Weise hat einer der beiden Zwillinge Gelegenheit, ihn zu fesseln. Wo sie die Fessel auf einmal herholt, ist mir allerdings ein Rätsel.
„Wohin jetzt?“, fragt sie dann, die davonziehenden Gobagos beobachtend.
„Folgt mir!“, erwidert Ona und fliegt auf den nächstbesten Namra-Baum zu.
Die Zwillinge packen den Miko an den Armen und folgen nach einem fragenden Blick auf uns der Rothaarigen. Wir bilden den Abschluss.
Ona wartet schon auf uns und hält den Eingang auf, sprich, zieht die Äste auseinander. Dem Miko scheint das nicht zu gefallen, denn er weigert sich, die Flügel anzulegen. Zumindest bis ich meine glühende Hand vor sein Gesicht halte. Danach ist er deutlich kooperativer.
Ich bin wieder einigermaßen bei Kräften und gehe vor, zusammen mit Katharina, die den Miko in Empfang nimmt. Und während wir mit ihm nach unten klettern, folgen erst die Zwillinge und zum Schluss noch Ona.