{"id":5291,"date":"2021-11-12T09:49:33","date_gmt":"2021-11-12T08:49:33","guid":{"rendered":"https:\/\/buch-ist-mehr.de\/shop\/?p=5291"},"modified":"2021-11-12T09:49:35","modified_gmt":"2021-11-12T08:49:35","slug":"leseprobe-geschichten-aus-dem-duden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/buch-ist-mehr.de\/shop\/leseprobe-geschichten-aus-dem-duden\/","title":{"rendered":"Leseprobe: Geschichten aus dem Duden"},"content":{"rendered":"<p>Wundert\u00fcte &#8212;<\/p>\n<p>Es war einmal, in einer Welt, die so weit von unserer entfernt ist, dass es f\u00fcr so viele Kilometer keine Zahlen mehr gibt, ein kleiner Junge. Auf seinem Weg von der Schule nach Hause fand er, gerade als er sich b\u00fcckte, um einen gelockerten Schn\u00fcrriemen festzubinden, einen Taler. Der kleine Junge hatte noch nie eigenes Geld besessen, dementsprechend gl\u00fccklich war er \u00fcber seinen Fund.<\/p>\n<p>Seine Gro\u00dfmutter erzog ihn, da seine Mutter die Qualen seiner Geburt nicht \u00fcberlebt hatte, sein Vater gefiel im Jahr darauf einer Hexe und zog mit ihr. Die Gro\u00dfmutter hatte kaum Geldmittel zur Verf\u00fcgung, um f\u00fcr sich und den Jungen zu sorgen; ihre Rente reichte gerade f\u00fcr das N\u00f6tigste. Andere Kinder wurden sch\u00f6ner eingekleidet und besa\u00dfen besseres Spielzeug, das sah der Junge wohl, weshalb er einen ganzen Garten voller W\u00fcnsche hersagen konnte. Trotzdem h\u00fctete er den Taler wie einen teuren Goldschatz und \u00fcberlegte Tag und Nacht, wie er das Geld ohne Reue ausgeben k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Eines Tages, in einem Bilderbuchsommer, kam der kleine Junge auf seinem Weg von der Schule nach Hause \u2013 genau da, wo er das Talerst\u00fcck gefunden hatte \u2013 an einem neu er\u00f6ffneten Gesch\u00e4ft vorbei, auf dessen Schaufenster ihn gro\u00dfe wei\u00dfe Buchstaben anl\u00e4chelten. Der kleine Junge legte den Kopf in den Nacken und las: \u00dcBERRASCHUNGEN F\u00dcR KINDER.<\/p>\n<p>Das war ein Versprechen, das selbst ein kluger Junge wie er nicht ignorieren konnte; schnellen Schrittes betrat er das Gesch\u00e4ft.<\/p>\n<p>Ein unbeschreibliches Durcheinander empfing ihn. B\u00fccherstapel waren wegen mangelnder Statik ineinander gefallen, ungeahnte Mengen Kartons lagen oder standen in kleinen und gro\u00dfen Haufen herum. Teddyb\u00e4ren und andere Stofftiere belagerten mit zum Teil verdrehten Gliedma\u00dfen zwei oder drei wahrscheinlich altersfleckige Sitzgelegenheiten, ein wenig Staub bedeckte alles, es roch nach allem und nichts. Das Tageslicht wurde durch einen unsichtbaren Schleier daran gehindert, den Verkaufsraum mit seiner ganzen Kraft zu erhellen.<\/p>\n<p>\u201eAch, ein Junge\u201c, sagte eine freundliche Stimme. \u201eWas kann ich f\u00fcr dich tun?\u201c<\/p>\n<p>Der Gefragte drehte sich um, da er die Sprecherin sehen wollte. Es war eine \u00e4ltere Frau mit grauen Haaren, lustigen Augen und kr\u00e4ftigem Leib, die mit einem Buch in den H\u00e4nden im Hintergrund des Ladens stand und kaum auszumachen war.<\/p>\n<p>\u201eGuten Tag\u201c, gr\u00fc\u00dfte der kleine Junge h\u00f6flich. \u201eIch m\u00f6chte mir die \u00dcberraschungen ansehen.\u201c<\/p>\n<p>\u201eNur zu\u201c, sagte die Grauhaarige und stellte das Buch in ein Regal. \u201eSchau dich um.\u201c<\/p>\n<p>Da standen Schachteln und Kisten umher, aus denen sich Spielkartons mit abenteuerlichen Namen entgegenreckten: \u201aSchatzsuche in der H\u00f6hle\u2018, \u201aKartenlegen f\u00fcr Kinder\u2018, \u201aDas Erwachen der Kindheit\u2018 und \u2013 der Junge war ganz aufgeregt, als er die Buchstaben entziffert hatte \u2013 \u201aDas unverlierbare Spiel\u2018. Das interessierte ihn sehr, und er h\u00e4tte es auf der Stelle gekauft, aber ein kleines Pappschild verk\u00fcndete den Preis f\u00fcr die Spiele, und der war um ein Vielfaches h\u00f6her als seine gefundene Barschaft. Er sah sich einige B\u00fccher in bunter Verkleidung an, andere waren schlicht wei\u00df gewandet, alle trugen sie aufregende, geheimnisvolle Titel: \u201aIn die Zukunft sehen\u2018, \u201aDie Sprache der Insekten\u2018 oder \u201aWo die Winde sind\u2018. Aber auch diese B\u00fccher waren f\u00fcr ihn viel zu teuer.<\/p>\n<p>Die \u00e4ltere Frau schien zu ahnen, was den Jungen bedr\u00fcckte, kam zu ihm fragte: \u201eWieviel Geld hast du denn?\u201c<\/p>\n<p>Und er antwortete sch\u00fcchtern: \u201eEinen Taler.\u201c<\/p>\n<p>\u201eDann\u201c, sagte die Frau und drehte sich so schnell um, dass der Junge die Bewegung gar nicht wahrgenommen hatte, \u201eempfehle ich dir den Kauf einer Wundert\u00fcte.\u201c<\/p>\n<p>Mit diesen Worten t\u00e4nzelte sie in eine entlegene Ecke des Raumes, packte einen bis an den Rand mit gro\u00dfen, wei\u00dfen Papiert\u00fcten angef\u00fcllten Karton und schleppte ihn ohne erkennbare M\u00fche zum gespannt wartenden Jungen.<\/p>\n<p>\u201eWas ist in einer Wundert\u00fcte?\u201c, wollte jener wissen.<\/p>\n<p>\u201eMan kann es nicht sagen\u201c, antwortete die Frau, \u201emag sein, du kannst f\u00fcr eine Stunde fliegen, m\u00f6glich auch, dass du f\u00fcr einen Tag die Hunde verstehen oder dass du ab heute Trompete spielen kannst. Vielleicht findest du auch eine Karte, die beschreibt, wo du einen Schatz zu suchen hast.\u201c<\/p>\n<p>Dies kam dem Besitzer des Talers sehr verlockend vor, und hastig sagte er: \u201eSo eine T\u00fcte will ich haben.\u201c<\/p>\n<p>\u201eBitte sehr\u201c, sagte die Frau. \u201eSuch dir eine aus!\u201c<\/p>\n<p>Sein Blick huschte \u00fcber die wei\u00df verpackten Geheimnisse, verweilte kurz auf einer scheinbar prallgef\u00fcllten T\u00fcte, hastete \u00fcber unscheinbare hinweg und blieb dann auf einer zerknautschten h\u00e4ngen, die offenbar schon \u00f6fter die zweifelhafte Bekanntschaft von ungeduldigen Kinderh\u00e4nden hatte ertragen m\u00fcssen.<\/p>\n<p>\u201eDie\u201c, sagte er, vor Spannung ganz heiser geworden, und zog die T\u00fcte heraus.<\/p>\n<p>\u201eDann w\u00fcnsche ich dir viel Spa\u00df damit\u201c, sagte die Frau, nahm das Geldst\u00fcck des Jungen entgegen und steckte es in eine kleine Schachtel.<\/p>\n<p>\u201eAuf Wiedersehen\u201c, sagte er artig; sie aber sagte nichts mehr.<\/p>\n<p>Der Weg nach Hause kam dem Jungen nun viel l\u00e4nger vor als sonst, aber endlich kam er an. Er wartete, bis seine Gro\u00dfmutter zum Einkaufen in die Stadt ging, setzte sich dann ganz ruhig in einen Sessel und starrte die Wundert\u00fcte an. Sie sah wirklich arg mitgenommen aus; ein Wunder f\u00fcr sich, dass sie noch nicht eingerissen war. Sie schien leer zu sein. Der Junge fingerte und f\u00fchlte eine Weile an ihr herum, nein, da war nichts. Und mit einer entschiedenen Bewegung \u2013 rrrrratsch \u2013 \u00f6ffnete er die Wundert\u00fcte beinahe mit roher Gewalt.<\/p>\n<p>Zuerst geschah \u00fcberhaupt nichts. Dann kam ein leiser Wind auf, kaum bemerkbar, so zart. Der Junge sah sich um, ob die Gro\u00dfmutter vielleicht ein Fenster vergessen h\u00e4tte, nein, alle waren geschlossen; zaghaft wurde der Wind st\u00e4rker, mutierte zu einer pr\u00e4chtigen Brise. Die Haare des Jungen flogen um seinen Kopf herum, und dann, als h\u00e4tte ein Unsichtbarer \u201eVolle Kraft!\u201c befohlen, heulte, pfiff und st\u00fcrmte es durch das Zimmer, dass der Junge die Augen schlie\u00dfen und die H\u00e4nde auf die Ohren dr\u00fccken musste. Es war ein ausgewachsener Orkan, der den kleinen Jungen fast aus seinem Sessel gefegt h\u00e4tte.<\/p>\n<p>Aber dann legten sich die Gewalten wieder, der Junge \u00f6ffnete die Augen, und er sah einen Mann im Zimmer stehen. Der Anzug des Fremden musste sehr teuer gewesen sein, er glitzerte in vielen Farben, dazu trug er wei\u00dfe Schuhe. Auf dem Kopf hatte er kein einziges Haar, ein Makel, der durch die buschig verwachsenen Augenbrauen mehr als ausgeglichen wurde. Der Mann sah sehr freundlich aus, er l\u00e4chelte leicht, seine warmen, dunklen Augen leuchteten, er machte eine kleine Verbeugung.<\/p>\n<p>\u201eIch bin sehr erfreut, deine Bekanntschaft zu machen\u201c, sagte der Fremde, \u201eund ich bitte dich, nicht zu erschrecken. Ich bin zwar ein Geist \u2013 ein Djinni, wie man mich nennt \u2013 aber du hast gewiss bereits bemerkt, dass ich ein freundlicher Geist bin. Ich wurde von der Firma Hexmex in diese T\u00fcte gesteckt, und zwar zu einem einzigen Zweck: Ich werde dir einen Wunsch erf\u00fcllen. Nat\u00fcrlich mit allen Nebenw\u00fcnschen, die sich aus dem Hauptwunsch ergeben, denn was soll man mit Fu\u00dfballschuhen ohne einen Fu\u00dfball? Was soll man mit einem Auto, wenn man gar keinen F\u00fchrerschein hat? Doch: Sieh dich vor! Vorschnell ge\u00e4u\u00dferte W\u00fcnsche ziehen nicht selten nur kurze Freude nach sich. Ber\u00fccksichtige auch dein Alter. Du wirst gr\u00f6\u00dfer und \u00e4lter werden, andere W\u00fcnsche haben als heutzutage. Aber was es auch sei: hundert Kilo Bonbons, drei Milliarden Talerst\u00fccke, ein ewiges Leben, eine Zwei in einer Mathematikarbeit, ich werde es dir gem\u00e4\u00df meinen Kr\u00e4ften erf\u00fcllen. Nun verschwinde ich wieder. Rufst du mich bei meinem Namen, erscheine ich schneller als ein Gedanke. Und hab keine Angst!\u201c<\/p>\n<p>Der Mann war pl\u00f6tzlich nicht mehr da, so, als h\u00e4tte jemand einen Schalter umgelegt. Der kleine Junge schluckte und sah sich im Zimmer um, erblickte jedoch niemanden mehr. Er f\u00fchlte sich, als h\u00e4tte er das Geschehene nur getr\u00e4umt.<\/p>\n<p>Zaghaft sammelte er seinen Mut und sagte leise: \u201eDjinni.\u201c<\/p>\n<p>\u201eDu hast mich gerufen, kleiner Mann\u201c, sagte der Geist, \u201ehier bin ich.\u201c<\/p>\n<p>\u201eIch \u2026 ich \u2026\u201c, stammelte der Junge und sah den tadellos gekleideten Djinni mit kugelrunden Augen an, denn ein bisschen Angst hatte er schon. \u201e\u2026 ich wollte nur sichergehen, ob du auch echt bist.\u201c<\/p>\n<p>\u201eIch bin echt\u201c, schmunzelte der Geist, \u201eso echt, wie ein Djinni nur sein kann. Bist du zufrieden?\u201c<\/p>\n<p>\u201eJa\u201c, sagte der Junge erleichtert, aber da war der Mann schon wieder verschwunden.<\/p>\n<p>Die Gro\u00dfmutter wunderte sich etwas \u00fcber die Nachdenklichkeit und die ungewohnte Ruhe ihres Enkels, schob es aber auf die Schule und drang nicht weiter in ihn.<\/p>\n<p>Doch der Junge blieb nachdenklich und ernst, auch als er ohne Einschr\u00e4nkungen versetzt wurde. Immerzu gr\u00fcbelte er nach, ob dieses oder jenes die versprochene Erf\u00fcllung eines Wunsches wert war, entschied sich aber immer dagegen. Er musste jeden Tag an die Worte des Djinni denken, dass er, der Junge, eines Tages andere W\u00fcnsche haben w\u00fcrde. So geduldete er sich und wartete auf die richtige, auf die einzige Gelegenheit.<\/p>\n<p>Er beschloss die Schule achtbar, aber ohne Glanz, und als er in eine Lehre ging, dachte er immer noch jeden Tag an den Geist und an den Wunsch, den der Djinni ihm zu erf\u00fcllen versprochen hatte.<\/p>\n<p>Als es f\u00fcr seine Gro\u00dfmutter ans Sterben ging und aus dem kleinen Jungen ein junger Erwachsener geworden war, gr\u00fcbelte er tagelang \u00fcber einen Wunsch nach, ihr eventuelle Qualen zu ersparen oder sie weitere zahlreiche Jahre leben zu lassen. Aber eines Tages war sie einfach eingeschlafen, und der Enkel, der nun keiner mehr war, begrub sie mit Achtung und hielt ihr Andenken in Ehren.<\/p>\n<p>Einige Zeit sp\u00e4ter fand er sich in einem B\u00fcro sitzend wieder. Er war Rechnungspr\u00fcfer geworden. Ab und zu bet\u00e4tigte er eine Rechenmaschine, hin und wieder radierte er Zahlen aus und f\u00fcgte neue in eine Liste ein; er schrieb Berichte, kandidierte f\u00fcr den Betriebsrat, scheiterte und versuchte es nicht noch einmal. \u201aIch w\u00fcnsche mich in den Betriebsrat hinein\u2018, dachte er und fand es f\u00fcnf Sekunden sp\u00e4ter l\u00e4cherlich.<\/p>\n<p>Er speiste mit Arbeitskollegen in der Kantine, ging zweimal im Monat mit ihnen kegeln, fand netten, angenehmen Kontakt, aber keine Freunde, auch eine Frau nicht. \u201aIch w\u00fcnsche mir eine Frau\u2018, dachte er, aber wie sie aussehen sollte, fiel ihm nicht ein. Er war regelm\u00e4\u00dfiger Nutzer der Bibliothek, Mitglied im Numismatik-Verein und besuchte unregelm\u00e4\u00dfig die Kirche. Er spendete einen festen Teil seines Weihnachtsgeldes f\u00fcr arme L\u00e4nder, zweimal im Jahr fuhr er in Urlaub, am Geburts- sowie am Todestag seiner Gro\u00dfmutter legte er frische Blumen auf ihr Grab. \u201aIch w\u00fcnsche mir drei W\u00fcnsche\u2018, dachte er, aber es war ihm klar, dass der Djinni das nicht anerkennen w\u00fcrde. Er pflegte zwei Goldfische ohne Fehl, besuchte den Zahnarzt dreimal im Jahr und ben\u00f6tigte, kaum dass er sein vierzigstes Lebensjahr erreicht hatte, eine recht starke Brille. Er fragte niemals um eine Gehaltserh\u00f6hung nach. \u201aIch w\u00fcnsche mir\u2018, dachte er, \u201adas Geld der ganzen Welt auf mein Konto\u2018, aber er meinte zu wissen, dass es Wichtigeres g\u00e4be als Geld. Nur was das sein sollte, das wusste er nicht.<\/p>\n<p>\u201aWas fehlt mir?\u2018, dachte er und konnte keinen Namen daf\u00fcr finden. Er lie\u00df sich den Blinddarm und die Mandeln entfernen, trank m\u00e4\u00dfig Berauschendes, rauchte nur in Gesellschaft. Er sparte monatlich einen gewissen Betrag, interessierte sich leidlich f\u00fcr Sport, ging regelm\u00e4\u00dfig zur Wahl, zur Vorsorgeuntersuchung, in Theatervorstellungen und zur Betriebsversammlung. Jeden Abend, wenn er allein in seinem Bett lag, dachte er an den Geist und dass er, der B\u00fcroangestellte, noch einen Wunsch frei hatte.<\/p>\n<p>Er wurde pensioniert, lebte noch eine Handvoll Jahre so unauff\u00e4llig wie vordem, und eines Tages, ehe er sich versah, f\u00fchlte er sein Ende nahen.<\/p>\n<p>Also verf\u00fcgte er einen Nachlass, der ihm angenehm war, und verschenkte seine Goldfische an ein Nachbarskind. Sodann legte er sich zu Bett und wartete. Als er die letzte Schw\u00e4che an sich nagen f\u00fchlte, setzte er sich m\u00fchsam auf, holte Atem und sagte: \u201eDjinni.\u201c<\/p>\n<p>\u201eDu hast mich gerufen, alter Mann\u201c, sagte der Geist, \u201ehier bin ich.\u201c<\/p>\n<p>\u201eDu hast lange gewartet\u201c, sagte der Greis, \u201eaber nun sollst du meinen Wunsch erfahren.\u201c<\/p>\n<p>Der Djinni schwieg piet\u00e4tvoll.<\/p>\n<p>\u201eIch habe sehr bescheiden gelebt\u201c, res\u00fcmierte der Sterbende, \u201eich habe viel entbehrt, ich habe viel vermisst. Wenn ich doch nur w\u00fcsste, was. Ich w\u00fcnsche mir, noch einmal geboren zu werden und ein ganz anderes Leben zu genie\u00dfen. Ich m\u00f6chte vielleicht eine Frau haben und einige Freunde. Ich h\u00e4tte gerne etwas Macht \u00fcber einige Menschen und ich mag nicht mehr h\u00f6ren, was mir andere befehlen. Ich m\u00f6chte gerne eine Kunst beherrschen, vielleicht m\u00f6chte ich ein Buch schreiben oder malen k\u00f6nnen. Ich m\u00f6chte ein anderes Haustier haben, ich kann keine Fische mehr sehen \u2013 einen sch\u00f6nen und gro\u00dfen Hund m\u00f6chte ich wohl besitzen. Und ich h\u00e4tte gerne den Mut, selber \u00fcber mein Ende zu bestimmen. Verstehst du, was ich meine?\u201c<\/p>\n<p>\u201eIch glaube schon\u201c, sagte der Djinni. \u201eDu m\u00f6chtest das, was man ein \u201aangenehmes Leben\u2018 nennt.\u201c<\/p>\n<p>\u201eJa\u201c, sagte der Alte und wurde immer schw\u00e4cher, \u201ek\u00f6nnte es da Schwierigkeiten geben?\u201c<\/p>\n<p>\u201eNein\u201c, sagte der Geist, \u201edas ist kein Problem. Nur musst du wissen, dass man niemals in derselben Welt wiedergeboren wird. Ich kann nicht garantieren, dass deine neue Heimat unserer gleicht.\u201c<\/p>\n<p>\u201eDas ist nicht so wichtig\u201c, hauchte der Sterbende. \u201eAber eins noch: Ich m\u00f6chte meinen Vornamen behalten, er hat mir immer so gut gefallen.\u201c<\/p>\n<p>\u201eKein Problem. Wie lautet er?\u201c<\/p>\n<p>\u201eIch\u201c, sagte der Mann, schon mehr tot als lebendig, \u201ehei\u00dfe Adolf.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wundert\u00fcte &#8212; Es war einmal, in einer Welt, die so weit von unserer entfernt ist, dass es f\u00fcr so viele Kilometer keine Zahlen mehr gibt, ein kleiner Junge. Auf seinem Weg von der Schule nach Hause fand er, gerade als er sich b\u00fcckte, um einen gelockerten Schn\u00fcrriemen festzubinden, einen Taler. 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