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Die Kristallwelten-Saga: Zyklus 1 (Fiona, Spoiler-Gefahr: 10)

Spoiler-Gefahr: 10

Fiona-Serie: Zyklus 1

Der erste Zyklus der Fiona Serie besteht aus 6 Büchern:

 

Das Grundmotiv des ersten Zyklus ist Fiona selbst und ihr Umgang mit ihrer Aufgabe als Kriegerin. Den Beginn markiert ein einschneidendes Erlebnis, nämlich der Tod ihres 13-jährigen Bruders Norman. Zu der Zeit hat Fiona nicht die geringste Ahnung von ihren übermenschlichen Fähigkeiten. Sie hat eh ganz andere Sorgen, nicht zuletzt den Konflikt mit ihrem Vater. Sie ist 23, wohnt zu Hause, arbeitet als Trainee bei ihrem Vater und wünscht sich immer öfter, sie wäre tot. Der Unfalltod ihres Bruders rüttelt sie zunächst einmal auf, erst recht, als sie erfährt, dass es gar kein Unfall war.

Die Ereignisse bringen Fiona an ihre Grenzen – und über diese hinaus. Sie schreibt ihre Fähigkeiten dem Kampfsport zu, den sie sehr intensiv betreibt. Doch eigentlich erklärt der Kampfsport keineswegs, wieso ihre Verletzungen so schnell heilen, wieso sie neun kampferprobte Männer verprügeln kann und nur Kratzer davonträgt, und der Kampfsport erklärt auch nicht, wieso ein mysteriöser Fremder nachts an ihrem Krankenhausbett sitzt.

Genau dieser mysteriöse Fremder ist aber der Schlüssel, wie sie in Band 2 gleich am Anfang erfährt. Was Drol Wayne ihr erzählt, stellt nicht nur ihr Weltbild, sondern auch ihr Leben auf den Kopf: Sie ist eine Kriegerin und hat sich diese Aufgabe lange vor ihrer Geburt ausgesucht. Ihr Auftraggeber: Gottes Statthalter auf der Erde, Drol Wayne.

Update zu Band 1: Die ursprüngliche Version von „Fiona – Beginn“ entstand 2003, also lange vor Band 2. Dies war der Anlass, eine zweite Version dieses Bandes zu schreiben, so, wie er heute geschrieben würde.

Hier nun eine kurze Leseprobe aus Version 1.0:

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Zur Flucht bleibt mir nur eine Richtung, durch die kurze Passage Richtung Zentrum. Als ich aus dem gleißenden Sonnenlicht in den Schatten der Passage renne, sehe ich für einen Moment nichts. Vermutlich kann mich der Killer im Schatten auch nicht mehr erkennen, was mir einen kleinen Vorsprung verschafft. Vorbei an einer Buchhandlung laufe ich auf der anderen Seite in das belebte Zentrum. Ich tauche ein in die Menschenmenge, die immer im Zentrum unterwegs ist. Hinter mir machen die Leute schreiend meinem bewaffneten Verfolger Platz.

Das nächste Gebäude ist Korners Megastore. Ohne großartig nachzudenken, renne ich rein. Es sind viele Leute hier, aber keine Massen. Ich sehe draußen den Schatten des Killers und halte auf die Rolltreppe zu, leicht geduckt und in der Hoffnung, dass er mich übersieht. Doch dazu ist er wahrscheinlich zu professionell. Auf der Rolltreppe kauernd, kann ich sehen, dass er noch hinter mir her ist. Langsam wird für ihn die Zeit knapp, was für mich nur gut ist. Es dürfte nicht mehr lange dauern, bis die ersten Polizisten eintreffen. Auf meiner Flucht komme ich an den Haushaltswaren vorbei. Instinktiv nehme ich ein großes Küchenmesser mit. Eine lächerliche Waffe gegen eine Pistole, aber besser als gar nichts.

Sackgasse. Zurück geht es nicht, da ist der Mann mit dem Helm, der gerade die Pistole anlegt. Ich ducke mich. Mein Blick fällt auf eine Tür, hinter der sich die Toiletten verbergen. Vielleicht haben sie Fenster. Mit eingezogenem Kopf laufe ich zwischen den Gondeln darauf zu, ohne zu wissen, wo er sich befindet. Mir bleibt nur die Hoffnung, dass ich schneller bin. Mit einem Hechtsprung stoße ich die Tür auf, rolle mich ab und blicke mich in Sekundenbruchteilen um. Die Damentoilette ist näher, also ist die mein nächstes Ziel.

Dann bleibe ich unvermittelt stehen und starre das vergitterte Fenster an. Erstes Stockwerk, Einbruchgefahr. Aus, Ende, vorbei. Als die Tür aufgerissen wird, fahre ich herum und weiche zurück, bis ich die Wand im Rücken spüre. Er kommt breitbeinig auf mich zu, die Mündung zeigt genau auf meine Stirn. An meinen Armen und zwischen meinen Brüsten läuft Schweiß hinunter, drängelt sich zwischen Messergriff und Haut. Er kann das Messer vermutlich nicht sehen, da die Klinge hinter meinem Arm verdeckt liegt. Mir wird bewusst, dass er nur aus einem einzigen Grund noch nicht geschossen hat. Mein Schweiß hat das T-Shirt durchnässt, so dass die Brüste sich darunter deutlich abzeichnen. Da ich die Wahl habe, zwischen Erschossenwerden, ohne mich zu wehren und dem Versuch einer Gegenwehr, entschließe ich mich für Letzteres. Während ich zur Seite hechte, schleudere ich das Messer nach ihm. Der Schuss in dem kleinen Raum hallt entsetzlich laut. Ich lande auf der Seite und starre mit aufgerissenen Augen den Killer an. Das Messer, das ich mit aller Kraft, die mir die Todesangst verliehen hat, geworfen habe, steckt in seinem Bauch, besser gesagt, unter seinem Brustbein. Es hat offenbar mühelos die dicke Lederjacke durchdrungen. Die Pistole liegt vor dem Killer auf dem Boden, kaum sichtbare Rauchschwaden steigen von der Mündung empor. Die Hände des Mannes umklammern den Messergriff, doch bevor er die Klinge aus seinem Körper ziehen kann, verlassen ihn seine Kräfte, und er bricht zusammen. Jetzt erst wird mir bewusst, wo die Kugel hingegangen ist. In die Wand nämlich, nachdem sie zuvor meinen linken Arm getroffen hat. Aus diesem sickert langsam Blut und verteilt sich auf meinem hellen T-Shirt. Es ist so leise, dass ich deutlich den Atem von drei Menschen hören kann. Meinen. Den von dem sterbenden Killer, der immer mehr ins Röcheln übergeht. Und den von einer Frau, die unter einer Kabinentür auf uns starrt.

Etwa 20 Zentimeter liegen also zwischen Tod und Leben. Oder zehn Jahre Training.

Ich lege den Kopf auf den heilen Arm, den anderen mit den Schenkeln festhaltend, und erlaube dem Weinkrampf, die Herrschaft zu übernehmen. Was er sowieso getan hätte, auch ohne meine Erlaubnis.

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Dieselbe Stelle aus 2.0:

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Ich biege nach links in eine Passage ein, komme an einer Buchhandlung und einer Pizzeria vorbei. Kurz denke ich darüber nach, in einen der beiden Läden zu rennen, doch dann sehe ich den Killer hinter mir und laufe weiter.

Auf der anderen Seite das sonnendurchflutete Zentrum. Voll mit Menschen. Und hinter mir der Killer, mit dem Motorradhelm auf dem Kopf und der Pistole in den Händen.

Mama, die drehen einen Film!“, schreit ein kleiner Junge begeistert.

Wie er auf diese Idee kommt, ist mir ein Rätsel. Wahrscheinlich ist das eine glaubwürdigere Erklärung für ihn als dass die Szene echt ist. Für mich bedeutet es, dass ich um mein Leben kämpfen muss. Also ständig in Bewegung bleiben. Der da hinter mir darf gar nicht auf die Idee kommen, dass er schießt. Entweder trifft er mich oder Unschuldige oder beides.

Links das Korners Megastore, ein riesiges Kaufhaus mit mehreren Etagen. Ich renne durch die geöffnete Tür und dann geduckt weiter. Am Geschrei hinter mir erkenne ich, dass der Killer nicht daran denkt, aufzugeben.

Ich komme an Haushaltswaren vorbei und lasse ein großes Küchenmesser mitgehen. Eine lächerliche Waffe gegen eine Pistole, aber besser als nichts. Und die Schusswaffen sind zu weit entfernt, außerdem gesichert.

Ich denke kurz an Korner, dem ich schon mal auf einem Empfang begegnet bin. Seine Vorfahren waren Einwanderer aus Deutschland, vor vielen Generationen. Die meisten wollten in die USA, aber nicht alle. Einer von denen, die nicht in die USA wollten, war ein Urgroßvater von Korner. Oder so ähnlich.

Seltsam, dass ich jetzt daran denken muss, während ich durch das Kaufhaus hetze, immer schön geduckt. Dann zur Treppe. Nach unten oder nach oben?

Ich entscheide mich für nach oben, denn da sind die Toiletten. Vielleicht schaffe ich es, schnell genug aus dem Fenster zu klettern und den Killer so abzuhängen, der durch seinen Helm und seinen Lederanzug gehandicapt ist.

Aber Pech gehabt.

Die Toilettenfenster sind vergittert, selbst in der ersten Etage.

Als die Tür aufgestoßen wird, fahre ich herum. Und starre ihn an. Mit der linken Hand halte ich den Messergriff, der mir fast entgleitet, weil ich schwitze wie in der Sauna. Mein T-Shirt klebt an meinem Oberkörper und zwischen den Brüsten. Über meinem Kopf das vergitterte Fenster, in meinem Rücken die geflieste Wand, links die Waschbecken und rechts die Kabinen.

Und vor mir der Mann, der mich aus diesem Leben befördern wird.

Die Pistole ist auf meine Stirn gerichtet, im herunter geklappten, schwarzen Visier kann ich mich sehen. Mein angstverzerrtes Gesicht, die Brüste unter dem nassen T-Shirt …

Warum schießt er nicht?

Dann wird mir klar, dass er meine Brüste anstarrt, die genauso gut zu sehen sind, als wäre ich nackt.

In diesem Moment wird mir klar, dass ich vielleicht überleben werde. Vielleicht. Die Chance ist äußerst klein, aber größer als mit einem Loch in der Stirn. Mit viel, viel Glück verliere ich dabei nur ein Auge.

Der schlanke, hochgewachsene Kerl steht so nah vor mir, dass die Pistolenmündung fast meine Stirn berührt. Jedenfalls kommt es mir so vor. Sein Brustkorb hebt und senkt sich schnell. Er stinkt nach Schweiß und Leder.

Ich stoße mit dem Messer von unten ansatzlos zu, gleichzeitig bewege ich mich nach rechts. Ein unmögliches Unterfangen, niemand ist schneller als eine Kugel. Aber besser, als untätig zu sterben, ist es auf jeden Fall.

Ich spüre, wie die Klinge in den Körper vor mir gleitet. Und ich höre den Schuss, unerträglich laut. Dann wird mein linker Arm nach hinten gerissen, der Rest meines Körpers mit. Mein Kopf prall gegen die harte Wand, dadurch wird es schwarz vor meinen Augen.

Doch ich bleibe bei Bewusstsein. Spüre, wie ich nach unten rutsche. Höre, wie etwas hart auf den Boden knallt. Mein Messer? Oder die Pistole?

Dann kann ich wieder sehen.

Der Killer steht vor mir, aber nicht mehr so nah, wie gerade noch. Ich sitze mit ausgestreckten Beinen auf dem Boden und habe keine Ahnung, wie es um mich steht.

Um ihn jedoch steht es schlecht, das ist sicher. Der Griff des Haushaltsmessers mit der 30 cm-Klinge ragt aus seinem Solarplexus, er hält ihn fest und versucht, das Messer herauszuziehen. Dazu fehlt ihm eindeutig die Kraft, und während ich mich erstaunt frage, ich wie ich es überhaupt geschafft habe, die Klinge so tief in ihn hineinzujagen, fällt er langsam erst auf die Knie, dann nach vorne auf die Seite.

Er atmet röchelnd, aus seinem geöffneten Mund kommen blutige Blasen. Die Augen sind geöffnet, aber ich bezweifle, dass er mich sieht, obwohl er in meine Richtung starrt. Es wirkt eher so, als würde er seinen Schöpfer sehen. Oder den Todesengel. Oder was man halt so sieht, während man stirbt.

Schließlich hört er einfach auf zu atmen.

Ich wende den Blick langsam von ihm ab und sehe an mir hinunter. Mein T-Shirt ist immer noch nass und an der linken Seite blutig. Aber da ist kein Loch. Also lasse ich den Blick weiter schweifen, bis ich die Schusswunde in meinem linken Oberarm erkenne.

So unglaublich es eigentlich auch ist, ich war schnell genug, dass er nur meinen Arm getroffen hat, selbst aber zur Hölle gefahren ist.

Ich sollte Angst vor mir haben. Neun Männer verprügeln. Okay, eigentlich unmöglich, aber irgendwie erklärbar. Wunden über Nacht verheilt. Unmöglich und nicht wirklich erklärbar. Zwei Killer ausgeschaltet und selbst nur eine Schusswunde im Arm.

Absolut ausgeschlossen.

Dann werde ich wohl endlich ohnmächtig.

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Als hätte Fiona nicht schon genug damit zu tun, sich an ihr Kriegerdasein zu gewöhnen, lernt sie auch noch Katharina kennen. Diese hat einige Geheimnisse, wie Fiona schnell herausfindet, doch damit kann sie irgendwie umgehen. Als Kriegerin hat sie einige Begegnungen mit ungewöhnlichen Wesen.

Nicht auf dem Plan steht jedoch, dass sie sich in Katharina verliebt. Ausgerechnet sie, die sich noch nie von einer Frau angezogen gefühlt hat. Damit gerät ihr Liebesleben gründlich durcheinander, und dass Katharina plötzlich jeden Kontakt mit ihr meidet, macht es nicht einfacher – ganz im Gegenteil.

Überhaupt, diese Gefühle. Sie machen Fiona ganz schön zu schaffen. Zumal auch noch Michael, der Vampir, sie in Wirklichkeit ganz süß findet. Dass er das aber nicht hätte erwähnen sollen, wird ihm ziemlich schnell klar.

Allmählich findet sich Fiona damit ab, dass sie Katharina nicht wiedersehen wird und sowieso hat sie genug damit zu tun, Unternehmensleiterin, Mutter und Ehefrau zu sein. Ab und zu ein wenig Abwechslung tut natürlich gut, so auch die Jagd nach einer ausgebüchsten Leiche. Allerdings findet sie es dann nicht mehr so lustig, als sie plötzlich das Gefühl hat, irgendwie doppelt zu sein.

Und gerade, als sie schon nicht mehr tagtäglich an Katharina denkt, als ihr Liebesleben mit James sich nach der Geburt von Sandra wieder normalisiert, ausgerechnet da taucht Katharina wieder auf. Wenn auch nicht ganz freiwillig, denn ein Wesen treibt sein Unwesen in Skyline, das Katharina schon längst beseitigt glaubte und für das Krieger nicht einmal Sparringspartner sind.

Fiona erholt sich noch von den Begegnungen mit Garoan, als ihr ganzes Leben in seinen Grundfesten erschüttert wird: Graf Zanda macht sein Versprechen wahr. Danach ist nichts mehr, wie es mal war.  Erst allmählich begreifen Fiona und ihre Gefährten, neue und alte, dass es um viel mehr geht als nur um Fionas Familie. Und es gibt ein Wiedersehen mit alten Bekannten: Katharina, Emily, Croswo, Sarah, Thomas, Dargk, Herr Mut, …

Nach dem Shutdown am Ende von Band 6 beginnt der 2. Zyklus mit einer Frau, die sich an nichts erinnert und den Namen Kyo bekommt:

Zyklus 2 (Spoiler-Gefahr: 10).

 

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