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Leseprobe: Nietzsche nackt

Nietzsche nackt

Hennes und Tom begeistern mich als Wichsfantasie noch ne ganze Weile. Tom will ich wiedersehen, suche mehrmals seine Nähe, versuche ihm zu zeigen, dass ich gern mehr will. Aber er lässt mich jedes Mal abblitzen. Desinteresse pur. Absolut arrogant. Macht mich ja irgendwie noch spitzer, aber so’n Rest Stolz hab ich unter all der Geilheit ja auch noch verkramt. Ich zieh mich also zurück. Bleib ein paar Wochenenden zu Haus mit der Glotze und den Skripts und mache zur Entspannung noch mehr Sport. Die Kränkung sitzt tief. Benutztwerden ist halt doch nur geil, wenn ich das so will, und nicht, wenn es einfach so passiert.

Will mich bei Florian ausheulen, aber der hört nicht zu. Hat wieder Probleme mit seiner Kathrin oder Katja oder Katharina, wie auch immer, seine aufgetakelten Tussies fangen immer mit ‚Kat‘ an, sind klein, zierlich und dunkelhaarig und sehen sich ähnlich. Er ist viel unterwegs, um das immer gleiche Muster beständig wiederholen zu können. Erstaunlich, dass er sich noch immer sträubt, es wahrzunehmen. Wie seine Neigung, die Beziehung zu zerstören, sollte sich denn eine anbahnen. Jedes Mal wieder runderneuert Flo seine liebe Naivität, scheint erstaunt vor lauter Glück, verliebt bis zur letzten Faser seiner primären Geschlechtsorgane. Ob es überhaupt noch dieselbe ist, wage ich nicht zu fragen. Er wäre aufs Tiefste gekränkt, dass ich seine infantilen Vorstellungen vom Zusammensein nicht wirklich zur Kenntnis nehme. Also, nicht mehr. Hab ich anfangs schon. Ab und an genickt und so. Aber es machte ja keinen Sinn etwas dazu zu sagen, weil er eh nichts hören will. Jetzt wünschte ich, er würde denselben Anstand besitzen mich wenigstens reden zu lassen. Egoist. Es wird länger dauern, dass ich Lust bekomm, mich wieder bei ihm zu melden. Kapieren tut er das aber auch nicht.

Nach der Auszeit bin ich noch lange genervt von allem und jedem und gehe nur noch allein aus. Ich muss aber aus dem Tief raus und versuch es mit der üblichen Tour. Wer vom Gaul fällt, muss so schnell wie möglich wieder aufsitzen, da geht nichts dran vorbei. Also trink ich mich in Laune und zieh dann von Tresen zu Tresen. Da sitzen sie also, die reifen Trauben, bereit, mitgenommen zu werden, oder besser: mich mitzunehmen. Männer sind da empfindsam. Wenn ich mich ihnen zu offensiv nähere, ziehen sie den Schwanz ein. Ein Weibchen, das sich seinen Partner aktiv sucht, da träumen zwar einige von, aber kaum einer hält dem wirklich stand. Ich muss also indirekter vorgehen. Wie in der hohen Minne, so kunstvoll stricke ich ein Netz aus Blicken und gespielten Hilflosigkeiten, biete ich Gelegenheiten dar und ermuntere kaum merklich lächelnd dazu, sie zu nutzen.

Mancher Mann braucht trotzdem zu lang, bis er sich traut. Was hast du denn bloß zu verlieren, denke ich nach ner Weile genervt im Habermeyer. Ich fresse ja niemanden und komme mit der Frage nach einer Zigarette schon zu ihm, der innerlich zu zittern scheint wie die Finger meines Hausmeisters während der ersten Drinks am Morgen. Aber auch das ist dem Kerl heut nicht genug, um aus sich heraus zu kommen. Ich krieg schlechte Laune. Tun einen auf Mann, aber sind kleine, schwächliche Kriecher, allesamt. Beschließe, ich hätt mich genug nackig gemacht ohne aktive Reactio und verpiss mich lieber. Bei so nem Abbruch wegen Time-Out guck ich mich lieber woanders um. Am selben Ort in ne andere Richtung dieselbe Tour zu fahren ist zwar möglich und zeugt von Kunstfertigkeit, wenn man das Aufreißen als eine ästhetische Herausforderung sportlicher Natur sieht. Aber es fällt eben irgendwie auch unter ‚bad taste‘.

 

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Leseprobe: Gefährliche Rochade

Gefährliche Rochade

Da klingelte es auch schon. Pia schlug vor, die Jacken gar nicht erst auszuziehen, sondern gleich zu einem kurzen Spaziergang aufzubrechen, da sie sich nicht besonders wohlfühlte und meinte, etwas frische Luft gebrauchen zu können.
Das hat sie aber in letzter Zeit häufig, dachte Paul noch und sie marschierten los. Sie liefen an der Talschänke vorbei durch das Hexbachtal, um am Reiterhof Lugge im Stehen einen Kaffee aus Pappbechern zu trinken.
„Und, was macht die Arbeit?“, fragte Paul an Ingo gewandt.
„Ach, alles Mist. Das ist, wie in viel zu dicke Bretter mit viel zu kleinen Bohrern Löcher machen zu wollen. Am meisten nerven mich diese ständigen Bedenkenträger.“
„Dein Chef, oder wen meinst du?“
„Nicht nur den. Wir haben jetzt eine echte Chance, in ein Mexiko-Programm einzusteigen. Damit könnte man wirklich was bewegen. Aber wer da alles mitreden muss, bis man ein wenig Kohle locker macht, das ist frustrierend.“
„Was ist das, ein Mexiko-Programm?“, fragte Vera.
„Die Mexikaner haben in den letzten paar Jahren den wirtschaftlichen Turnaround super geschafft. Mit modernen, personalwirtschaftlichen Maßnahmen haben die das perfekt unterstützt.“ Man merkte, dass Ingo in seinem Element war. „Jetzt bieten die ein tolles Programm an. Unsere Leute könnten ein Jahr in Mexiko mitarbeiten, um zu lernen und sich Ideen zu holen. Im Gegenzug kämen Mexikaner für ein Jahr nach Deutschland. Im Grunde eine Win-Win-Situation.“
„Wieso? Was hätten die Mexikaner davon?“, fragte Paul.
„Na, es gibt schon noch viele Bereiche, in denen die auch von uns was lernen könnten. Aber wichtiger ist denen wohl der politische Deal, der zwischen Mexiko und der DDR geplant ist. Da könnten sie zur Vorbereitung in der BRD ihre Sprachkenntnisse verbessern. Außerdem würden sie dann auch gleich die deutsche Mentalität kennenlernen. Und dass die eine Wissenschaft für sich ist, da sind wir ja wohl einig.“ Paul lachte. „Da geb ich dir recht. Aber im Ernst. Klingt doch alles gut. Wo ist denn jetzt das Problem?“
„Eigentlich ist es lächerlich. Für die Reisekosten, Kost und Logis muss das jeweilige Ursprungsland selbst aufkommen. Wir müssten also erst einige tausend DM in die Hand nehmen. Der spätere Nutzen lässt sich natürlich heute noch nicht beziffern. Und das ist das Problem.“
„Wieso?“
„Die Landesregierung in Düsseldorf muss zustimmen. Und dafür will sie immer eine detaillierte Kosten-Nutzen-Analyse. Die kann keiner erstellen.“
„Ach, das kann doch nicht wahr sein. Dass das eine geile Nummer ist, leuchtet ja sogar mir ein. Ohne diese Analyse. Und jetzt stimmen da irgendwelche Sesselpupser nicht zu?“ Vera war ebenfalls konsterniert. „Gerade jetzt müssen wir doch nach jedem Strohhalm greifen. Und dann soll sowas an der Bürokratie scheitern. Da muss man doch was machen können.“
„Tja, da käme jetzt eigentlich mein Chef ins Spiel, Gerd Kuschke. Das ist der ehemalige Oberbürgermeister von Dortmund. Der hat absoluten Schiss vor den Oberen in Düsseldorf. Und da hält der sich lieber fast komplett raus. Also kann ICH jetzt in Düsseldorf den Bückling machen. Seit Tagen mache ich nichts anderes, als völlig dumm aufgesetzte, seitenlange Formulare auszufüllen.“
„Da hätte ich wohl auch die Schnauze voll.“ Paul war froh, dass er in seinem Job nichts mit solchen Formalitäten zu tun hatte.
„Aber das Projekt will ich durchkriegen. Unbedingt. Deshalb mache ich das.“
„Du kennst doch dieses Sprichwort: Es ist wohlfeil zu jammern, wenn man jemanden hat, dem man klagen kann. Du hast mich doch.“ Pia nahm Ingo mitfühlend in den Arm und lächelte ihn an. Das Lächeln wirkte allerdings etwas gequält.
Plötzlich schrie Vera auf: „Pia, aus deinem Ohr läuft ja Blut.“

 

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Leseprobe: Du bist ein Juwel

Du bist ein Juwel

Jetzt ist ein guter Zeitpunkt, das scheinbar Unmögliche möglich zu machen und dir die Zeit und Aufmerksamkeit zu schenken, die du brauchst! Liebe dich so wie du bist, genau da wo du bist.
Mach dich auf den Weg der kleinen Schritte:

Lass es dir selbst gut gehen! Du kannst dich am Schopfe aus dem Sumpf deiner Traurigkeit ziehen, egal, wie sehr du gerade unter der eingeschränkten Wahrnehmung deiner Möglichkeiten leiden magst. Halte inne und werde dir bewusst, dass du der machtvolle Schöpfer deines Erlebens bist. Sollte dir das alleine nicht gelingen, streck doch deine Fühler einmal nach Menschen aus, die dir auf deiner Reise nach Innen behilflich sein können. Inspirierende Workshops, Vorträge, Seminare oder geführte Meditations-CDs gibt es dazu mittlerweile wie Sand am Meer.

Bist du wirklich bereit und entschlossen, ‚von jetzt an‘ aus der Lebenskraft der Liebe zu leben, dann setzt du mit dieser inneren Haltung dein gesamtes Leben in Bewegung. Deine Entschlusskraft wirft deinen Motivationsmotor an, weckt die dynamische Kraft des Neuanfangs in dir und öffnet dich für das scheinbar Unerreichbare. Sobald du deine Achtsamkeit auf einen richtungsweisenden Impuls deiner Intuition richtest, wird dieser zum roten Faden. Folgst du ihm, wirst du immer mehr von deinem enormen Spielraum erforschen können. Alles, was du dafür brauchst, ist bereits in dir: Leidenschaft, Fantasie, Mut, Tatkraft, Geduld und Entschlossenheit. Johann Wolfgang von Goethe hat eine treffende und brillante Ermutigung dazu formuliert:

 

Unsere Wünsche sind Vorgefühle der Fähigkeiten, die in uns liegen, Vorboten desjenigen, was wir zu leisten imstande sein werden. Was wir können und möchten, stellt sich unserer Einbildungskraft
außer uns und in der Zukunft dar; wir fühlen eine Sehnsucht nach dem, was wir schon im Stillen besitzen. So verwandelt ein leidenschaftliches Vorausgreifen das wahrhaft Mögliche in ein erträumtes Wirkliches.