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Leseprobe: Die Alchimar – Mitten im Leben

Mitten im Leben

Liebe Leser,

in diesem Band geht es einerseits um ein Ende, gleichzeitig aber auch um die Chance auf einen Neuanfang. Dazu möchte ich allen, denen dieses Buch in die Hände fällt, ein paar gute Wünsche mit auf den weiteren Lebensweg geben.
Haben Sie schon ein darüber nachgedacht, was Sie einem völlig fremden Menschen wünschen würden? Nun, einige Leser der ersten beiden Bände der Alchimar haben sich darum Gedanken gemacht und wir haben gemeinsam eine lange Liste voller Wünsche zusammengestellt, in der Hoffnung, ein Zeichen zu setzen: Wir sind nicht allein in dieser Welt und vielleicht ist die Katastrophe ja doch noch aufzuhalten …

Ich wünsche Dir:

• Ich wünsche Dir, leicht wie eine Feder durchs Leben zu schweben, schön langsam, um es richtig zu genießen …

• Ich wünsche Dir Frieden. Frieden kann man jedem Menschen wünschen – egal, wie man zu ihm steht. Ich wünsche Dir auch, immer die „richtige“ Entscheidung zu treffen.

• Ich wünsche Dir, dass Liebe Dein Leben bereichert.
Liebe mit ihrer Schönheit, der Freude und sogar dem Schmerz, ist das großartigste Geschenk, das man geben oder erhalten kann. Ich wünsche Dir, dass immer ein Lied zum Takt Deines Herzens klingt. Ich wünsche Dir, dass die Leichtigkeit des Seins, Dein Leben mit Zufriedenheit schmückt. Und zum Schluss wünsche ich Dir, dass Du das Glück hast, diese Dinge zu erkennen.

• Ich wünsche einfach jedem viel Spaß beim Lesen von Natalie’s Büchern

• Ich wünsche Respekt. Ein einziger Wunsch, der allumfassend ist. Was wäre Liebe ohne Respekt, wie könnte man vertrauen? Nächstenliebe und Verständnis wären undenkbar. Man kann nur achten, wen man respektiert. So könnte ich endlos weiter schreiben. Doch ich möchte wünschen und nicht erklären. Hier noch einmal mein Wunsch: Respekt für das Leben, sei es menschlich, tierisch oder auch die Blume auf der Wiese.

• Ich wünsche jedem Menschen, dass er/sie seine Arbeit mit Freude und Liebe tun kann!
Und dass sie/er für ihren/seinen Einsatz in der Gesellschaft, also für die Arbeitskraft und Zeit, angemessene Bezahlung erhält, so dass es keine Mühe kostet, Mensch zu sein und mit Freude am Leben teilzunehmen!

• Ich wünsche mir, dass die Menschen aufhören, immer nur das Schlechte in der Welt zu sehen, dass sie die Augen öffnen für die wundervolle Vielseitigkeit – auch wenn es für manch einen befremdlich wirken mag.
Es geht um Respekt und Akzeptanz

• Ich wünsche mir, dass immer mehr Menschen begreifen, dass das Glück nicht im Außen zu finden ist. Und dass der Sinn des Lebens dar in liegt, dass das, was im Außen zu fehlen scheint, in Dir selbst zu finden ist und Du es mit der Welt teilen kannst.

• Ich wünsche uns, dass wir eine Gemeinschaft der Potenzialentfalter werden. Dass wir einen Weg finden, uns selbst und unsere Fähigkeiten zu erkennen und zu leben.
In jedem von uns liegt die Kraft zur Veränderung.

• Inneren Frieden, der/die zu sein, der/die man sein möchte, Möglichkeiten im Leben zu erkennen, Glauben an sich selbst, die eigenen Talente zu erkennen und zu nutzen, Zufriedenheit, Liebe empfangen und geben zu können, geistige und seelische Freiheit, Schönheit in Musik, Kunst und dem Sein erkennen.

• Ich wünsche mir für alle Tiere, dass Massentierhaltung und alle Abarten um Umgang mit ihnen der Vergangenheit angehören, noch bevor ich von dieser Welt gehe. Ich wünsche allen Menschen die Fähigkeit, Regen genau so schön zu finden wie Sonnenschein …in allem den Kreislauf des Ganzen zu sehen. Ich wünsche allen Wesen dieser Erde, dass sie geliebt werden.

• Ich wünsche den Menschen, dass sie mit offenen Augen und Herzen durchs Leben gehen und ihre eigene Mitte finden. Für meine Lieben C. und N. wünsche ich mir viel Kraft und Freude am Leben. Auf dass ihre tollen Charaktere immer bestehen bleiben und sie nie den Glauben daran verlieren, dass sie alles schaffen können.

• Ich wünsche Dir ein Höchstmaß an Empathie! Sei Deinem Gegenüber emphatisch; egal ob Du ihn kennst oder er Dir ganz fremd ist, egal aus welchem Land er stammt, welchen sozialem Hintergrund er hat, ob er behindert oder alt ist. Und egal ob es sich um Mensch oder Tier handelt!!

• Ich wünsche allen Menschen, dass sie dem Leben mit einem Lächeln begegnen können. Das Leben ist zunächst einmal ein Geschenk, über das wir uns freuen sollten, mit allem, was es mit sich bringt. Manchmal fällt das Lächeln schwer, weil es gilt, schwere Entscheidungen zu treffen oder weil es uns oder unseren Freunden schlecht geht. Aber wenn wir solche Situationen als Prüfungen ansehen und dem Prüfer mit einem Lächeln begegnen, dann haben wir schon so gut wie bestanden.

• Ich wünsche allen Menschen Augen, die Welt zu entdecken, die Schönheit zu sehen, die Wunder zu erkennen, um damit ihre Seele zu erfreuen.

 

Herzlichst
Natalie Jakobi

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Leseprobe: Arbor

Arbor – der Weg des Waldes

Clara und Max standen mitten auf dem nicht mehr wiederzuerkennenden Zentralplatz von K., umgeben von hohen Bäumen und Sträuchern, mit Blumen ringsherum. Ein Bussard kreiste hoch über den beiden und kündete lautstark mit spitzem Schrei von seinen Jagdplänen.

Obwohl die Finger seiner linken Hand nicht mehr dieselbe perfekte Präzision hatten, die sie vor der Verholzung hatten, gelang es Max, die Saiten auf der richtigen Höhe und mit dem richtigen Druck zu treffen. Wie im Traum spielte er nur vier Töne, wieder nur A-E-F-E, diese mystische und doch liebliche Melodie, und ein magisches Gefühl ergriff ihn, als er spürte, dass sich seine kunstvollen, mit Verstand erzeugten Seelennoten mit den rauen, geistlosen Tönen des Raubvogels zu Musik verbanden, zu der Musik, zu derperfekten Musik.

 

Das morgendliche, inzwischen warme Licht der Herbstsonne schien durch die Bäume, und der am Horizont erblassende Mond kündete vom nun beginnenden Tag.

Lächelnd spielte er die kleine Melodie und genoss jeden seiner Geige entlockten Ton. Man mag dies durchaus als wunderlich oder kauzig ansehen, doch wenn man sich daran erinnert, zu welchem Ärger die zu Beginn geschilderte Bremsung des Busfahrers führte, die das muntere Mitklopfen des Telemannschen Stücks beendete, verwundert es kaum noch, dass er es als einen der schönsten Momente seines Lebens empfand, als der Vogel seinen nächsten Jagdpfiff zum genau passenden Zeitpunkt ausstieß, um seinen gespielten Takt zu halten. Die Poesie dieses Augenblicks war so überwältigend, dass sie auch auf Claras Lippen ein genussvolles Lächeln zauberte. Zwei Künstler, kindhaft verloren auf dem von der Natur zurückeroberten, einstmals den Menschen gehörenden Betonplatz, über ihnen nur der bezaubernde Himmel und ein fliegendes Gotteswesen, dessen Existenz die erzeugten Töne für Max erst zur Musik machte.

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Leseprobe: Fiona – Reloaded

Fiona – Reloaded

Askan sitzt bereits am Tisch oder an der Tafel, wie es eigentlich genannt wird. Das erfahre ich von Shaka, als sie aufgeregt sagt: „Die Tafel ist bis auf dich vollständig!“
„Tafel? Welche Tafel?“
„Der Tisch da oben. Die Tafel des Königs.“
Ich sehe zwar keine Tafel, aber ich frage nicht weiter nach. Ich nehme es einfach hin, dass dieser besondere Tisch Tafel genannt wird. Es gibt wichtigere Dinge, um die ich mich kümmern muss.
Shaka und Mauka müssen wieder unten bleiben, Siana als meine Dienerin darf mich wieder begleiten. Sie gesellt sich zu den anderen Dienern, während ich von Askan in Empfang genommen, auf die Hand geküsst und zum Tisch, der eine Tafel ist, geführt werde.
Links von mir sitzt ein schlanker, hochgewachsener Mann, der mir freundlich zulächelt. Er ist einer der Minister, das weiß ich noch, mehr aber auch nicht. Doch da er so freundlich wirkt, erwidere ich sein Lächeln natürlich.
„Wir nähern uns dem Ende des Stadtfestes“, erklärt Askan. „Zumindest offiziell. Nach dem Gong werden viele Fackeln und Kerzen angezündet, dann wird noch lange getanzt. Doch jetzt essen wir.“
Ich nicke und trinke erst einmal Wein, denn ich bin ziemlich durstig. Noch während ich den Becher am Mund habe, erhebt sich weiter links von mir ein Mann, den ich nicht kenne, hält seinen Becher in die Höhe und ruft: „Ich möchte eine Wette aussprechen! Ich wette, dass Askan und Kyo sich nicht trauen, die alte Tradition des Aufsitzens fortzuführen!“
Das Volk schreit begeistert auf, Askan verschluckt sich.
Das ist irgendwie nicht gut.
„Was ist das Aufsitzen?“, erkundige ich mich, bekomme aber keine Antwort. Dafür sehe ich viele Gesichter in freudiger Erwartung, einige blicken auch entgeistert.
„Was ist das Aufsitzen?!“, wiederhole ich meine Frage lauter.
Endlich erbarmt sich jemand meiner. Der Minister neben mir beugt sich zu mir herüber und erklärt: „Das Aufsitzen ist eine Tradition, die schon sehr alt ist. Allerdings wurde sie zuletzt von Askans Eltern ausgeführt. Es geht darum, dass zum offiziellen Abschluss des Stadtfestes an der Tafel der König und die Königin sich als Symbol der Fruchtbarkeit vereinen und damit Elixa bitten, die Felder zu segnen.“
„Was?!“ Ich starre ihn fassungslos an. „Ihr meint das mit dem Vereinen aber auch nur symbolisch, oder?“
Er schüttelt bedauernd den Kopf.
Ich fahre zu Askan herum. „Was?!“
„Ich hätte diese Tradition vielleicht abschaffen sollen“, sagt er leise.
„Ich glaube kaum, dass das Volk zugestimmt hätte“, meint der Minister neben mir. „Und ohne die Zustimmung wäre es nicht gegangen.“
„Das stimmt.“ Askan seufzt.
„Heißt das, die erwarten von uns, dass wir hier nackt …?!“
„Nein, das nicht. Meistens behalten sie die Kleider an, sodass niemand etwas sieht. Dennoch muss es echt sein. Und es geht mindestens bis zum Höhepunkt des Königs.“
Ich atme tief durch. „Und wenn wir uns weigern?“
„Das hat noch nie jemand gewagt.“
Ich schließe die Augen und höre das Volk rufen. „Askan!Kyo! Aufsitzen!“
Unglaublich!
Ich wende mich an Askan. „Könntest du denn überhaupt?“
„Wenn du dich auf mich setzt? Wie könnte ich dann nicht?“
Jetzt muss ich doch lachen. Und ich weiß wieder, wieso ich ihn liebe.
Na schön.
„Wir nehmen die Wette an!“, rufe ich.
Augenblicklich wird es still. Und Askan ist mit Fassungslosigkeit dran. Ich weide mich kurz daran, dann nehme ich meinen Becher und erhebe mich. Einer der Diener mit der Weinkaraffe kommt bereits auf mich zu, ich gehe ihm entgegen und halte ihm den Becher hin. Er füllt ihn zur Hälfte, aber ich bin erst zufrieden, als der Becher randvoll ist. Dann trinke ich ihn in einem Zug leer, wische mit meinem Ärmel ab, was danebengelaufen ist, und drehe mich zur Tafel um. Dabei sehe ich kurz Sianas entsetzten Gesichtsausdruck und lächele ihr zu.
Nach einem Blick auf den Mann, der die Wette ausgerufen hat und mich neugierig beobachtet, gehe ich zurück zur Tafel. Neben Askan bleibe ich stehen, raffe meinen Rock hoch und ziehe die Unterhose aus, ohne dass irgendjemand mehr als meine Beine zu sehen bekommt.
„Willst du das wirklich tun?“, fragt Askan leise.
„Willst du kneifen?“
Er schüttelt den Kopf. Ich lege meine Unterhose auf die Tafel und stelle mich breitbeinig über seinen Schoss, mit dem Rücken zu ihm und das Gesicht dem Volk zugewandt, das erneut begeistert aufschreit. Den Blick starr auf die tobende Menge gerichtet, greife ich unter meinen Rock und öffne Askans Hose.
Er ist bereit.
Das Volk will also unterhalten werden. Na schön. Als Erstes kriegt es ein Lächeln von mir, ein vielsagendes Lächeln.
Bevor ich Askans Glied einführe, werfe ich einen Blick rechts und links auf die Leute an der Tafel. Sie starren uns alle wie gebannt an. Schließlich sehe ich kurz nach hinten zu Askan, dann wieder nach vorne und lasse sein Glied in mich hineingleiten. Das gelingt sehr leicht und ich spüre meine Erregung.
Das Volk schreit erneut auf, während Askan seine Hände auf meine Hüften legt und ich meine Hände auf die Tafel. Langsam bewege ich mich auf und ab. Doch dann merke ich, dass es mir so nicht viel bringt, und verlege mich darauf, den Unterleib kreisen zu lassen. Das Volk belohnt mich mit einem erneuten Aufschrei, dann beginnt es zu klatschen. Im Rhythmus meiner Bewegungen.
Ich spüre Askans Erregung, als ich schneller werde. Auch meine steigt. Und obwohl ich immer noch in die Menge schaue, sehe ich die Menschen nicht mehr. Von meinem Unterleib breitet sich die bereits bekannte Hitze aus, und zwar unglaublich schnell. Askans Glied pulsiert immer stärker in mir, dann packt er mich fester und hat seinen Höhepunkt. Ich presse meinen Unterleib gegen ihn und spanne mein Becken an, dadurch komme ich auch fast zeitgleich.
Als ich wieder klar denken kann, ist es still. Meine zu Fäusten geballten Hände liegen immer noch auf der Tafel, ich auch fast. Langsam richte ich mich auf und lehne mich gegen Askan, sehe ihn lächelnd an.
„Eine interessante Tradition, findest du nicht auch? Wir sollten sie unbedingt beibehalten.“
„Du bist unglaublich, Wildkatze“, erwidert er sehr leise.
Statt einer Antwort erhebe ich und steige auf den Tisch. Allerdings knöpfe ich vorher seine Hose zu, bevor das Volk noch etwas zu sehen bekommt, was nur mir gehört. Dann gehe ich betont langsam und immer noch bei vollkommener Stille zu dem, der gewettet hat, und bleibe vor ihm auf dem Tisch stehen.
Er starrt mich ziemlich ungläubig an. Wahrscheinlich kann er genau riechen, dass alles echt war. Soll er ruhig.
Ich gebe ihm mit dem Zeigefinger ein Zeichen, dass er auch auf den Tisch klettern soll. Als er vor mir steht, umarme ich ihn und bringe den Mund ganz nah an sein Ohr.
„Wage es niemals wieder, den König und mich so zu provozieren“, flüstere ich lächelnd. „Hast du das verstanden?“
Als er nickt, sage ich „Gut“, lasse ihn los und drehe mich um.
Mit nach oben gestreckten Armen rufe ich ins Volk: „Lasst uns feiern!“
In dem aufbrausenden, ohrenbetäubenden Lärm, in den sich auch Musik mischt, gehe ich, immer noch auf dem Tisch, zurück an meinen Platz und klettere auf meinen Sitz. Dann halte ich den Weinbecher über meinen Kopf. Schon einen kurzen Augenblick später füllt er sich.
Randvoll. Der Diener ist lernfähig.
Ich trinke den Becher leer und schaue danach den König an. „Eine schöne Num. Ich habe mich prächtig amüsiert. Es gab auch heftige Momente bei den Hinrichtungen, aber insgesamt war es eine richtig schöne Num!“
„Es freut mich, dass dir das Stadtfest gefallen hat“, erwidert er lächelnd. „Was hast du dem Fürsten gesagt?“
„Dass er es niemals wieder wagen soll, dich und mich so zu provozieren.“
„Oh, oh“, meint der Minister neben mir. „Askan, sieh dich bloß vor!“
Dieser lacht. „Ich wusste ja vom Anfang an, worauf ich mich einlasse. Bis jetzt hat sie mich nicht enttäuscht.“
„Ihr wisst schon, dass ich genau zwischen euch sitze?“, erkundige ich mich.
„Das ist nicht zu übersehen“, antwortet Askan.
„Gut. Dann redet nicht über mich, als wäre ich gar nicht dabei. Und jetzt, mein liebster König, gehe ich tanzen!“ Ich küsse ihn aber erst. Lange und innig. Sollen doch ruhig alle was zu sehen haben. Ab heute gelten neue Regeln hier! Mich hat ja auch niemand gefragt.
Danach klettere ich über die Tafel und tauche dann in die Menge ein. Shaka, Mauka und Siana gesellen sich zu mir, was gut ist, denn ich brauche Hilfe bei den meisten Tänzen. Bald stelle ich fest, dass mein Körper das Tanzen liebt. Ich passe mich mühelos dem Rhythmus an und lasse die Musik durch mich fließen. Als hätte ich nie etwas anderes gemacht.
Der Dunkelgong ist schon viele Quons her, als wir ins Schloss zurückfahren. Der Tanz und der Wein sorgen dafür, dass ich es gerade so schaffe, mich gemeinsam mit Askan in unser Schlafgemach zu begeben. Siana und er ziehen mich aus, dann verabschiedet sich Siana und Askan legt sich zu mir.
Beim Einschlafen fällt mir dann ein, dass ich doch einige Dinge mit ihm besprechen wollte und beschließe, das auf morgen zu verschieben.

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