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Leseprobe: Die Macht des Vampirgens

Die Macht des Vampirgens

Am nächsten Morgen wachte ich auf, noch bevor Jared an meine Tür klopfte. Ohne auf die Uhr zu gucken griff ich nach meinem Handy und wählte Rakeshs Nummer. Wie zu erwarten sagte wieder die Computerstimme, dass er zur Zeit leider nicht zu erreichen wäre. Ich nahm all meine Kraft und meinen Mut zusammen und stand auf. Ich nahm mir vor, von nun an gut zu lernen, ich hatte zwar nichts von Rakesh gehört, was gleichzeitig gut und auch schlecht war. Denn solange ich nicht hörte, dass er tot wäre oder gefangen genommen wurde, war wohl alles in Ordnung. Zumindest redete ich es mir ein, denn das, was gestern Abend mit mir passiert war, machte mir zugegebenermaßen ein wenig Angst und ich wollte nicht, dass das noch einmal passierte. Also musste ich mich zusammenreißen. Falls es wirklich so weit kam, dass irgendetwas mit Rakesh war, dann war immer noch Zeit, den Verstand zu verlieren, doch im Moment durfte ich mir so etwas nicht leisten. Also ging ich ins Bad und bereitete mich auf mein heutiges Training vor. Eine eiskalte Dusche half mir endgültig aufzuwachen und ein paar Dehn- und Streckübungen führten dazu, dass ich gleich viel lockerer war. Als ich gerade bei ein paar Liegestützen war, klopfte es an der Tür. „Herein“, rief ich und vollendete meinen zehnten Liegestütz.
„Ahh, du bist schon fleißig beim Aufwärmen“, sagte Jared grinsend und trat ein. Ich erhob mich und stemmte meine Hände in die Hüften. „Klar doch“, erwiderte ich und ging an ihm vorbei auf den Flur hinaus. Er folgte mir und ich schloss die Tür hinter uns ab. „Na, dann wollen wir mal“, sagte Jared und wir gingen hinaus an die frische Morgenluft.
„Gut, wir üben heute das Umspringen. Das heißt, du rennst wie ein Vampir rennt und von einer auf die andere Sekunde läufst du wieder normal und umgekehrt, ok?“
Ich nickte ernst.
„Dann mal los.“ Ich setzte einen Fuß vor den anderen und rannte los, wurde zum Wind. Dann plötzlich hörte ich Jareds Stimme, ich hielt abrupt inne und versuchte, normal zu laufen; allerdings war der Übergang wohl ein wenig zu schnell und heftig, denn ich stolperte und konnte mich gerade noch so abrollen. Jared fing an zu lachen. „Das müssen wir zwar noch üben, aber die Rolle war nicht schlecht.“ Ich merkte, wie ich kaum merklich rot wurde. „Also komm, weiter geht’s.“

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