Amra und Amir – Abschiebung in eine unbekannte Heimat

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Amra und Amir – Abschiebung in eine unbekannte Heimat von Maria Braig.

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Beschreibung

Amra kommt, als Tochter albanischer Kriegsflüchtlinge aus dem Kosovo, in Deutschland zur Welt. Hier lebt sie, nachdem der Vater früh stirbt, mit ihrer depressiven Mutter zusammen, geht zur Schule und beginnt eine Ausbildung als KFZ-Mechatronikerin.
Kurz nach dem 18. Geburtstag erhält Amra eine Ausreiseaufforderung. Sie soll ganz allein „zurück“ in das Herkunftsland ihrer Eltern, das für die deutschen Behörden auch als Amras Herkunftsland zählt, obwohl sie noch nie im Kosovo war und auch weder Albanisch noch Serbisch spricht.
Trotz aller Bemühungen ihrer Freunde wird Amra nach Prstina abgeschoben. Sie hat keine Wohnung und keine Arbeit und so bleibt ihr nur die Straße. Um sich dort sicherer zu fühlen, wird Amra, die noch nie ein besonders feminines Äußeres aufwies, zu Amir, dem Jungen, der auf dem Schrottplatz in einem alten Auto wohnt und davon lebt, was er als Müllsammler auf der städtischen Müllkippe Brauchbares findet und verkaufen kann.

Im Sommer kommen Nina und Stefan, mit denen Amra von klein auf eng befreundet war, zu Besuch und sind entsetzt über die Verhältnisse, in denen Amra, die jetzt Amir ist, leben muss.
Gemeinsam fahren sie an die Adria und genießen die wenigen Tage, die sie miteinander haben, so unbeschwert, wie es ihnen angesichts der Verhältnisse gelingt.
Nina und Amra/Amir verlieben sich, merken endlich, dass sie sich schon immer zueinander hingezogen fühlten und werden ein Paar.
Nachdem Nina und Stefan wieder zurück nach Deutschland gefahren sind, ist für Amir alles noch schlimmer. Er wird krank und übersteht den Winter bei Haki, der ihn durch Zufall trifft und aufnimmt, in den Bergen, wo es wenigstens ein Haus und einen Ofen gibt.

Im Frühling kommen Nina und Stefan wieder, sie haben einen Plan entwickelt, um Amra/Amir wieder nach Deutschland zu holen. Der Plan gelingt, aber Amir kann nicht einfach an Amras Leben anknüpfen, wo dieses durch die Abschiebung unterbrochen wurde.

Als Illegale/r lebt Amra/Amir nun ohne jede Perspektive von einem Tag zum anderen, immer in der Angst, erkannt und erneut abgeschoben zu werden.

Zurück im alten/neuen Leben findet Amir nicht mehr in die alte Rolle von Amra zurück. Er spürt, er entspricht nicht den üblichen Vorstellungen von Frau und Mann, ist aber auch nicht transsexuell, sondern Amir will einfach er/sie selbst sein, ohne jede Festlegung.

„Amra und Amir“ verbindet zwei Themenschwerpunkte.
Zum einen die Praxis, in Deutschland geborene und aufgewachsene Kinder ausländischer Eltern mit dem Eintritt ins Erwachsenenleben einfach ins Herkunftsland der Eltern abzuschieben, was bis 2011 häufig der Fall war. Seit 2011 können Jugendliche und Heranwachsende zwischen 15 und 21 Jahren eine Aufenthaltsgenehmigung erhalten, wenn sie länger als acht Jahre in Deutschland leben und einen Schulabschluss oder eine Ausbildung aufweisen.
Aber noch immer gibt es Ausnahmen, sei es dass jemand dies nicht weiß und die Fristen versäumt oder wegen weniger Monate nicht in das Zeitfenster passt, oder dass die positive Integrationsperspektive nicht bescheinigt wird. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn Jugendliche sich, wie die Kurdin Sultan Karayigit, die sich an verschiedenen friedlichen prokurdischen Demonstrationen und Veranstaltungen beteiligt hat, politisch unerwünscht engagieren, wenn sie schulische Probleme haben und keinen Ausbildungsplatz finden können oder wenn sie straffällig werden. „Jugendsünden“, falscher Umgang und schlechte Lebensbedingungen werden so schnell zu schicksalsschweren Geschehnissen, die, auch wenn die Betroffenen verursachte Schäden wieder gut gemacht, ihre Strafe verbüßt und aus dem allem gelernt haben, oder wenn sie vielleicht wie andere Jugendliche mit deutschem Pass, einfach ein wenig länger brauchen, um in Schule und Beruf ihren Weg zu finden, ihr Leben in ganz neue Bahnen lenken.

Zweiter Themenschwerpunkt ist Amra/Amirs Leben zwischen den Geschlechtern. Zunächst ohne sich Gedanken über ihre Geschlechtszugehörigkeit zu machen, lebt Amra als Jugendliche einfach, wie es ihr entspricht. Ein Mädchen, das sich nicht besonders feminin entwickelt, sich aber auch keine besonderen maskulinen Verhaltensweisen aneignet, wird aus der Not zum Mann. Sie erkennt bald, dass ihr dieses Leben zwischen den Geschlechtern mehr zusagt, als eine eindeutige Zuordnung zum Frau- oder Mannsein, wie dies von der Gesellschaft gefordert wird.

 

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Zusätzliche Information

Größen.a.
Format

Softcover, E-Pub, Mängelexemplar

AutorIn

Maria Braig

Genre

Roman, Sachbuch

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