Manchmal ist es sinnvoll, sich zu verändern. Haben wir uns auch gedacht und ziehen daher den virtuellen Shop um. Ab sofort ist der neue Shop, noch mitten im Umzugsstress, unter dieser Adresse erreichbar.

 

Viel Spaß.

 

Das Team von Verlag 3.0

 

Schliessen
Kostenlose Anleser

Anleser: Die Alchimar


Anleser - kostenlose eBooks zum Kennenlernen.   Die Anleser-Reihe von Verlag 3.0 stellt Titel aus dem Verlagsprogramm vor, die entweder eine Serie bilden oder th ...
Klick auf Cover zum Weiterlesen

Anleser: Kristallwelten


Anleser - kostenlose eBooks zum Kennenlernen. Die Kristallwelten-Universen sind die Welt, in der die Fiona-Serie spielt. Auch die Legende von Sarah und Thomas ...
Klick auf Cover zum Weiterlesen

Anleser - Maria Braig


Anleser - kostenlose eBooks zum Kennenlernen.   Ausgewählte Kapitel als Leseproben aus den Werken von Maria Braig. Anleser-eBooks zum Kennenlernen: - "Jet ...
Klick auf Cover zum Weiterlesen


Besucht uns: twitter facebook
Tipp! Zum Stöbern auf die Cover oder die Links klicken
Leseprobe aus "Fiona - Wiederkehrer (Band 4)"

Ich kann eine Menge wegstecken. Meine Kinder wurden von Vampiren entführt, ein schwuler Vampir erzählt mir, dass ich gar nicht die bin, für die ich mich seit 35 Jahren halte, ein anderer Vampir spricht nicht nur wie ein berühmter Yedi, sondern sieht auch noch aus, als hätten der und Kermit gemendelt, wir sind gerade stundenlang durch eine Gruft gekrabbelt, um irgendwann diese dämliche, magische Tür zu finden, und jetzt stehen wir einem buckeligen Kerl mit Fackel gegenüber.

Ich kann wirklich eine Menge wegstecken. Aber irgendwann werde ich anfangen zu schreien.

Definiv.

Nun gut, vielleicht besser nicht jetzt.

Ich blicke mich um. Es sieht aus wie ein Hotel. Das vermutlich bereits bessere Zeiten gesehen hat, so vor dem Ersten Weltkrieg. Aber unsichtbare magische Türen sind vermutlich nicht so gut fürs Geschäft. Die Wände sind grau, ob geplant oder vor Dreck, vermag ich im Licht der Fackel des Buckeligen nicht zu sagen, aber die Perser, die sie an einigen Stellen bedecken, sind auf jeden Fall teuer und sauber. Dekadenz längst vergangener Tage.

Der Fackelträger dreht sich stumm um und geht. Wir anderen wechseln einen Blick, dann eilen wir ihm hinterher. Im Moment ist er unser einziger Verbindungsmann zu den Katakomben. Diese habe ich mir zwar anders vorgestellt aufgrund der Erzählungen des Professors, aber vielleicht ist das Hotel wirklich so groß wie die Stadt darüber. Und warum sollten Vampire nicht in Hotelzimmern leben?

Der buckelige fackeltragende Rezeptionist bleibt schließlich vor einer Zimmertür stehen und öffnet sie mit theatralischer Geste. Ich trete neben ihn und werfe einen Blick in den Raum.

Ein Hotelzimmer wie aus dem letzten Jahrtausend, auf jeden Fall älter als der Erste Weltkrieg. Ziemlich spartanisch ausgestattet, aber immerhin gibt es ein Bett, einen Stuhl, einen Tisch.

Und eine Badewanne. Voll mit dampfendem Wasser.

„Was soll das denn?“

„Du musst baden, damit die Geschichte weitergehen kann“, erklärt der Fackelträger.

„Was?“ Ich werfe den anderen einen hilfeheischenden Blick zu.

„Was passiert dann?“, erkundigt sich Michael sofort.

„Die Geschichte geht dann weiter.“

„Und wenn ich nicht bade?“

„Dann geht sie nicht weiter.“

„Öhm … also gut, aber ihr bleibt alle draußen!“

„Schade“, sagt Alfredo.

Ich ignoriere es. Er kann sich ja Michael an den Hals werfen, der würde sich sogar darüber freuen.

Also betrete ich das Hotelzimmer und schlage die Tür zu. Dann blicke ich mich um. Eigentlich bin ich größere Badezimmer gewohnt, aber gut, hier geht es um Wichtigeres. Die Wände sind ebenfalls grau und aus Stein. Licht kommt von einer Kerze, die auf dem Tisch steht.

Ich trete zur Wanne und prüfe das Wasser. Es ist angenehm warm und duftet nach Tannen. Wenigstens etwas.

Meine Kleidung lege ich sorgfältig auf dem Stuhl ab, dann steige ich in die Wanne und lasse mich bis zum Hals im Wasser versinken. Es tut irgendwie gut. Ich merke jetzt doch, dass ich verprügelt wurde, wie schon lange nicht mehr. Und auch wenn es eine Vampirin war, also mit übermenschlichen Kräften, es kratzt dennoch an der Ehre.

„Nicht erschrecken.“

Warum sagen die das immer, obwohl sie genau wissen, dass sie das genaue Gegenteil damit erreichen?

Ich kriege erst fast einen Herzinfarkt, dann rutsche ich aus, als ich aus der Wanne springen will und schlucke auch noch Wasser. Hustend und prustend komme ich wieder hoch und beschließe, erst einmal doch im Wasser zu bleiben.

„Ich sagte doch, nicht erschrecken.“ Eine helle, klare Stimme. Sie gehört zu einer Frau, so viel steht fest.

Ich verrenke mir fast den Hals, um sie zu sehen. Sie steht hinter der Wanne und ich wüsste zu gerne, wo sie auf einmal herkommt. Da gibt es auf keinen Fall eine Versteckmöglichkeit.

Als sie dann in mein Blickfeld kommt, wünsche ich mir, einfach nur ohnmächtig zu werden.

„Du?!“

Sie nickt, zieht den Stuhl heran und setzt sich neben der Wanne, nah genug, um eine Hand ins Wasser hängen zu lassen.

„Ich muss gestehen, ich war auch ziemlich überrascht, als ich dich das erste Mal gesehen habe.“

„Wo … wo war das? Ich meine, wer zum Teufel bist du überhaupt?“

„Mein Name ist Fiona. Das müsstest du aber eigentlich wissen.“

Sie lächelt und ich frage mich, ob ich wirklich so dämlich aussehe, wenn ich nur am Lächeln bin, um möglichst freundlich meine Zähne zu zeigen.

„Okay. Mal ganz langsam. Du siehst aus wie ich, aber wie vor etwa zehn Jahren.“

Sie schüttelt den Kopf. „Mit dem Alter hat das nichts zu tun.“

„Womit dann?“ Ich mustere sie. Die Haare trägt sie kurz und ziemlich wirr, so wie ich früher, viel früher, bevor ich Ben geheiratet habe. Davon abgesehen sieht sie aus wie ich, vielleicht etwas dünner. Ihre Stimme klingt wie meine, wenn ich sie von einer Aufzeichnung höre. Eigentlich ganz angenehm. Dieselben grauen Augen, die schmale Nase, die Lippen, die Zähne … die Zähne … nein, die Zähne sind nicht genau gleich. Ich habe nicht so lange Eckzähne.

Sie lächelt wieder, als sie merkt, dass ich es entdeckt habe.

„Das ist auch ein Unterschied zwischen uns beiden, meine Liebe.“

„Hast du … hast du etwas mit den Vampiren zu tun, die meine Kinder entführt haben??“

„Ich bin ihre Chefin. Keine Sorge, deinen Kindern geht es gut, und das bleibt auch so, wenn du vernünftig bist.“

Das fällt mir gerade ziemlich schwer, am liebsten würde ich ihr an die Gurgel springen. Aber es gibt mehrere gute Gründe, das nicht zu tun.

Erstens weiß ich nicht, was dann mit meinen Kindern geschieht.

Zweitens weiß ich nicht, was dann mit mir geschieht.

Und drittens weiß ich nicht, was dann mit ihr und dadurch mit mir geschieht.

„Wer bist du eigentlich und was genau willst du von mir?“

Sie kaut auf der Unterlippe herum. Genau wie ich, wenn ich intensiv nachdenke. Hm. Sie ist ja ich. Irgendwie. Also, fast. Oder doch ganz.

Verdammt, ist das verwirrend.

„Das ist kompliziert“, sagt sie schließlich. „Vermutlich weißt du, dass du eigentlich in einer Illusion gefangen bist.“

„Vermutlich wissen das alle außer mir“, erwidere ich.

Sie lacht. Oder ich lache. Wie auch immer. Fiona 2 lacht. Lache ich auch immer so? Muss wohl so sein. Sieht ganz nett aus. Kein Wunder, dass die Jungs früher so scharf auf mich waren … ähm …

Scheiß drauf.

Fiona beobachtet mich. „Es ist schon lustig, als würde ich mir selbst zusehen. Da ich dich kenne wie sonst niemand, kann ich mir vorstellen, worüber du gerade nachgedacht hast.“

„Kannst du nicht.“

„Kann ich doch. Du hast herausgefunden, wie süß du eigentlich aussiehst.“

Das entspricht zwar nicht hundertprozentig der Wahrheit, hat aber was mit ihr zu tun.

Fiona 2 erhebt sich und geht um die Wanne herum, bis sie hinter mir steht. Sie beugt sich über mich und lässt ihre Hände an meinem Körper entlang unter Wasser gleiten. Ihre Lippen streichen über meine Wange zum Ohr hinauf und sie flüstert: „Lass uns Spaß haben, bevor es wieder ernst wird.“

Was zum Teufel …?!

„Hallo? Du bist erstens eine Frau und zweitens ich!“

„Genau, das macht es so aufregend. Eine Art Selbstbefriedigung.“

„Du meinst das nicht ernst, oder?“

„Doch, sehr ernst“, flüstert sie und lässt eine Hand noch tiefer gleiten. Ich presse die Oberschenkel zusammen.

Sie macht einen Schmollmund. „Jetzt komm schon. Ich weiß, dass es dir gefallen würde, denn mir gefällt es auch.“

Das macht mir allerdings etwas Sorge.

„Ich habe noch nie mit einer Frau … und habe auch nicht vor ...“

„Du hast keine Ahnung, was dir entgeht“, flüstert sie, dabei berühren ihre Lippen meinen Mund. „Denk daran, ich kenne dich wirklich sehr gut und weiß ganz genau, was du brauchst. Niemand sonst kann dir einen solchen Orgasmus geben wie ich. Niemand.“

Ich packe ihre Hand, die sich zwischen meine Beine drängen will, und schiebe diese und ihr Gesicht weg.

„Es gibt Erfahrungen, auf die ich lieber verzichte.“

„Bedauerlich. Sehr bedauerlich.“ Sie richtet sich auf und geht wieder zum Stuhl. „Du bist völlig verweichlicht von der Zivilisation. All die Wildheit, die Ungezähmtheit, die dich mal ausgemacht hat, die existiert nur noch in mir.“

„Aha.“

„Also schön, kommen wir zum Geschäftlichen.“ Ihre Stimme ist jetzt völlig anders. Kalt und hart. Kann ich das auch? Haben meine Kinder mich auch schon so erlebt?

Scheiß … Nein, das ist mir nicht egal. Ganz und gar nicht.

Ich blicke Fiona 2 an. „Gut, kommen wir zum Geschäftlichen.“


9783956672651