Lust auf eine Lesung?

In Linz am Rhein, zwischen Bonn und Koblenz, findet am 14. und 15.Oktober der traditionelle Kunsthandwerkermarkt statt. Und am 14.10.ab 18 Uhr wird Linz noch bunter, denn sie wird ausgeleuchtet: Linz leuchtet.

Viele Veranstaltungen machen das bunte Treiben noch bunter, unter anderem liest Susanna M. Farkas im Café Kitsch aus ihren Büchern. Ein Besuch lohnt sich!

 

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Gesellschaft

Arbor – Der Weg des Waldes


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Blogbeitrag: Das erste Dorf, Teil 2 - 06.06.2017
Die Mundwinkel der alten Frau zuckten kurz, bevor sie antwortete: „Sagen wir einfach, ich bin die letzte Nachfahrin der Keysorischen Ministerin für Wirtschaft und Recht. Und wenn Sie weiter zuhören möchten, kann ich Ihnen auch das Ende der Geschichte erzählen.“ Nachdem der Dorfwart sich zitternd wieder gesetzt hatte, fuhr sie fort: „Es würde zu weit führen, Ihnen die Umstände detailliert nahezulegen. Nur so viel sollten Sie wissen: Jede Wirtschaft, die auf diesen Prinzipien aufbaut, muss zusammenbrechen. Wenn neue Schulden mit alten Schulden bezahlt werden, führt dies zu einer Spirale immer größeren Drucks, die nicht aufgehalten werden kann. Zum Schluss kann niemand mehr für die ausufernden Schulden geradestehen und alle verlieren alles, worauf sie sich verlassen haben. So ist es auch am Ende der Keysorenzeit geschehen.“

Der Dorfwart war in seinem Stuhl zusammengesunken und ziemlich blass im Gesicht. Es dauerte eine lange Zeit, bis er sich wieder berappelt hatte und dann die Dame fragte: „Und … was können wir tun, damit dies bei uns nicht wieder so geschieht?“

„Ihr könnt es nur anders geschehen lassen, wenn ihr zum Anfang zurückkehrt. In dem Moment, wo der erste Streit kommt, der eine höhergestellte Macht zwecks Schlichtung verlangt, beginnt es. Alles danach passiert unabhängig davon, ob der bezahlte Schlichter ein Keysor ist oder gewählt wird. Die einzige Möglichkeit, das Problem zu lösen, ist es, in einer Gemeinschaft zu leben, wie die Große Mutter es seit Dekazyklen vormacht: Arbeitet zusammen wie die Organe in einem Körper. Sie fragen nicht nach einer gegenseitigen Bezahlung und streiten sich auch nicht miteinander um das, was ihnen zusteht.“

Nun begann der Dorfwart, sich die Haare zu raufen. Er rief: „Aber Menschen sind so, wie sie sind! Wer soll so etwas bewirken und wie?“

„Wer bewirkt es in Ihrem Körper? Ganz sicher nicht Ihr Logikzentrum. Die Organe tun es von selbst, gewissermaßen instinktiv. Sie wissen, wozu sie da sind und was sie wann zu tun haben.“ Die alte Dame seufzte. „Ich bin mir sehr bewusst, dass man andere nicht ändern kann, nur sich selbst. Das wird genügen – oder eben nicht. Wenn die nötige Veränderung nämlich nicht eintritt, ist jeder Versuch einer Gemeinschaft von Menschen zum Scheitern verurteilt und das Zeitalter der Barbarei wird erst dann enden, wenn es uns nicht mehr gibt.“

Trauriges Schweigen schloss sich an. Nach etwa einer Mittelzeit jedoch wurde ein Hoffnungsschimmer in der Miene der weißhaarigen Frau sichtbar. „Das ist der Grund, weshalb ich meiner Vorfahrin nicht nacheifere, sondern einen anderen Weg gewählt habe. Ich vertraue darauf, dass es anders geschieht.“